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Katrin Weidemann trifft ein Kindesschutzkomitee in einem Kindernothilfe-Projekt Peru. (Quelle: Jürgen Schübelin)
Katrin Weidemann mit einem Kindesschutzkomitee in einem Kindernothilfe-Projekt in Peru.

Der Schutz der Kinder ist unser größtes Anliegen

von Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe

Als Kindernothilfe haben wir uns die wirkungsvolle Förderung, Unterstützung und den Schutz von Mädchen und Jungen zur Aufgabe gemacht. Wir bekämpfen Armut, Ausbeutung, Diskriminierung und Missbrauch und erreichen weltweit mit unseren lokalen Projektpartnern fast zwei Millionen Kinder. Diese häufig besonders verletzlichen und gefährdeten Mädchen und Jungen haben ein Recht darauf, vor Gewalt geschützt und vor Übergriffen bewahrt zu werden. Diesen Anspruch nimmt die Kindernothilfe immer schon sehr ernst.

Auf Basis der UN-Kinderrechtskonvention haben wir als Kindernothilfe im Jahr 2013 eine umfassende Kindesschutz-Policy entwickelt, die alle Mitarbeitenden dafür sensibilisiert, wie man Missbrauch und Misshandlung vorbeugen kann. Darüber hinaus ist durch diese Kindesschutz-Policy klar geregelt, wie Besorgnisse und Verdachtsfälle transparent gemeldet werden und wie mit Missbrauchs- und Misshandlungsfällen umgegangen wird. Der Schutz, die psychologische und medizinische Betreuung und Begleitung sowie Rehabilitierungsmaßnahmen für das Kind stehen dabei immer im Mittelpunkt.

Die in unserer Kindesschutz-Policy beschriebenen Verhaltensrichtlinien sind für Mitarbeitende der Kindernothilfe und Koordinationsstrukturen im In- und Ausland sowie für Besucherinnen und Besucher von Projekten, Gremienmitglieder und Berichterstatter verbindlich. Alle Mitarbeitenden müssen außerdem zu Beginn Ihrer Beschäftigung und in regelmäßigen Abständen erweiterte polizeiliche Führungszeugnisse vorlegen.

Katrin Weidemann. (Quelle: Jakob Studnar)

Auch die Verträge mit unseren Partnerorganisationen in den Projektländern basieren auf unserer Kindesschutz-Policy. Damit unsere Partner eigene Kindesschutz-Maßnahmen entwickeln und umsetzen können, führt die Kindernothilfe weltweit Schulungen durch. In den vergangenen Jahren hat die Kindernothilfe mehr als 650 Organisationen im Ausland zum Thema Kindesschutz geschult. Die überwiegende Mehrheit unserer Partnerorganisationen verfügt darüber hinaus über eine eigene Kindesschutz-Policy.

Einer externen und unabhängigen Ombudsperson können Verdachtsfälle von Gewalt gegen Kinder oder auch Mitarbeitende gemeldet werden. In der Geschäftsstelle der Kindernothilfe koordiniert ein Kindesschutzbeauftragter alle entsprechenden Maßnahmen zur Prävention und zum Umgang mit gemeldeten Verdachtsfällen.

Im Kontext der aktuellen Diskussion über sexuelle Übergriffe im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit haben wir uns als Kindernothilfe entschieden, die uns bekannten Fälle von Missbrauch in von uns geförderten Projekten öffentlich zu machen und über Verfehlungen, die wir zutiefst bedauern, und über die daraus gezogenen Konsequenzen zu informieren. Denn selbst wenn keine Mitarbeitenden der Kindernothilfe selbst betroffen sind, konnten wir in den vergangenen Jahren trotz aller Anstrengungen leider nicht den kompletten Schutz sämtlicher Mädchen und Jungen in jedem einzelnen von uns geförderten Projekt garantieren.

Seit Einführung unserer Kindesschutz-Policy kam es in den mehr als 700 Projekten weltweit zu acht gemeldeten Verdachtsfällen von Gewalt gegen Kinder. In einem Fall war der Verdacht von sexuellen Handlungen gegenüber Kindern nicht nachzuweisen. Bei einem anderen Fall ging es um sexuelle Handlungen unter Jugendlichen. In zwei Fällen in Asien lag eine Verwahrlosung beziehungsweise körperliche Züchtigung durch Mitarbeitende vor. Bei einem Fall davon wurde die Zusammenarbeit beendet, im anderen steht die abschließende Entscheidung über eine etwaige Beendigung der Zusammenarbeit noch aus. In vier Fällen in Asien und Afrika kam es zu sexuellen Straftaten durch Mitarbeitende unserer Partnerorganisationen. Zwei Strafverfahren davon laufen noch, eines wurde eingestellt. Im vierten Fall wurde die Zusammenarbeit mit der betroffenen Partnerorganisation beendet.

Jeder einzelne Fall ist zutiefst bedauerlich und einer zu viel. Wir haben den betroffenen Kindern umfassende Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Die Aufdeckung zeigt aber auch, dass die Opfer mit ihrer Meldung mutige Schritte unternommen haben, dass ihnen Gehör geschenkt wurde, sie ernst genommen wurden und ihnen nun Hilfe und Gerechtigkeit widerfahren. Wir ermutigen Kinder weltweit weiterhin, ihre Rechte klar zu artikulieren und setzen uns mit aller Kraft für die Unversehrtheit der uns anvertrauten Mädchen und Jungen ein. Unser eigenes Verhalten und unsere umfassenden Schutzmaßnahmen werden wir dabei auch in Zukunft ständig kritisch überprüfen.

  • Wie schützt die Kindernothilfe Mädchen und Jungen vor Missbrauch und Gewalt?

    Kinder haben ein Recht darauf, vor Gewalt geschützt zu werden. Diesen Anspruch nimmt die Kindernothilfe immer schon sehr ernst.

    Als Grundlage dafür dient die Kindesschutz-Policy der Kindernothilfe. Durch sie werden alle Mitarbeitenden dafür sensibilisiert, wie man Gewalt vorbeugen kann, wie Besorgnisse und Verdachtsfälle transparent gemeldet werden und wie mit Missbrauchs- und Misshandlungsfällen umgegangen wird. Der Schutz, die psychologische und medizinische Betreuung sowie Rehabilitierungsmaßnahmen für das Kind stehen dabei immer im Mittelpunkt.

    Ein Bestandteil der Kindesschutz-Policy sind verbindliche Verhaltensrichtlinien, die sowohl für Mitarbeitende der Kindernothilfe und Koordinationsstrukturen im In- und Ausland gelten, als auch für Besucherinnen und Besucher von Projekten, Gremienmitglieder und Berichterstatter. Darüber hinaus müssen alle Mitarbeitenden zu Beginn Ihrer Beschäftigung ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, das regelmäßig erneuert werden muss.

    Auch die Verträge mit unseren Partnerorganisationen in den Projektländern basieren auf unserer Kindesschutz-Policy. Damit unsere Partner eigene Kindesschutz-Maßnahmen entwickeln und umsetzen können, führt die Kindernothilfe weltweit Schulungen durch. In den vergangenen Jahren hat die Kindernothilfe mehr als 650 Organisationen im Ausland zum Thema Kindesschutz geschult. Bereits 80 % unserer Partnerorganisationen haben eine eigene Kindesschutz-Policy, alle anderen erarbeiten sie zurzeit noch.

    Seit Mitte 2016 bietet die Kindernothilfe darüber hinaus Kindesschutz-Schulungen in Deutschland an, in denen wir unsere Erfahrungen an interessierte Organisationen weitergeben.  Mittlerweile haben wir 22 Schulungen durchgeführt, an denen bislang Vertreterinnen und Vertreter von 41 deutschen Organisationen teilgenommen haben.

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  • Wer kümmert sich um Verdachtsfälle?

    Der Kinderschutzbeauftragte der Kindernothilfe koordiniert alle entsprechenden Maßnahmen zur Prävention und zum Fallmanagement. Unterstützt wird er dabei von einem hausinternen Kindesschutz-Team, das sich aus zehn Mitarbeitenden zusammensetzt.  Auch bei unserer externen und unabhängigen Ombudsstelle können Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch und Misshandlung gemeldet werden.

    Jörg Lichtenberg, Kindesschutzbeauftragter
    Tel.: 0203.7789-154
    E-Mail:
    Joerg.Lichtenberg@knh.de 

    Kerstin Feldhoff, Ombudsfrau für Kindesschutz
    E-Mail:
    Feldhoff.Kerstin@gmail.com

  • Gab es bereits Verdachtsfälle?

    Bisher wurden weder der Ombudsperson noch unserem Kindesschutz-Team Verfehlungen von Kindernothilfe-Mitarbeitenden gemeldet.

    Seit Einführung der Kindesschutz-Policy wurden der Kindernothilfe insgesamt acht Verdachtsfälle in von der Kindernothilfe geförderten Projekten der lokalen Partnerorganisationen gemeldet. Darunter ein Fall von sexuellen Handlungen von Kindern untereinander, fünf Fälle mit dem Vorwurf sexueller Übergriffe von Projektmitarbeitenden an Kindern, ein Fall von Verwahrlosung und ein Fall von körperlicher Züchtigung.

  • Wie geht die Kindernothilfe mit Verdachtsfällen um?

    Wird der Kindernothilfe ein Verdachtsfall von Gewalt an Kindern gemeldet, ruft der Kindesschutzbeauftragte das Fallmanagement-Team zusammen, das die zu ergreifenden Maßnahmen festlegt. Je nach Fallgestaltung, beauftragen wir unabhängige, lokale Kindesschutz-Experten, die vor Ort Untersuchungen durchführen. Im Mittelpunkt stehen dabei Gespräche mit dem Opfer und anderen Beteiligten.

    Bei Bedarf werden entsprechende Schutzmaßnahmen für das betroffene Kind eingeleitet und Kindesschutz-Schulungen mit den übrigen Projektmitarbeitenden durchgeführt. Wenn entsprechende Vorwürfe bestätigt werden, wird der Fall an die jeweiligen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Bestätigen sich diese Vorwürfe, muss die Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Mitarbeitenden sofort beendet werden.

    Sollte die betroffene Partnerorganisation die Klärung der Vorwürfe nicht ausreichend voranbringen, so stellen wir die Zusammenarbeit ein.


Kinder vor Missbrauch und Misshandlung schützen

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Wir fördern zahlreiche Schutz-Programme und setzen alles daran, Kinder in Projekten und bei Aktivitäten in Deutschland vor Missbrauch und Misshandlung zu bewahren.

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