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Aidstablette in einer Kinderhand. (Quelle: Alexander Volkmann/Thüringer Allgemeine)

30 Jahre Weltaidstage – und noch kein Ende von Aids in Sicht

Am 1. Dezember jährt sich der Weltaidstag zum 30. Mal. Erstmalig 1988 begangen, entwickelte sich aus ihm  eine weltweite Bewegung der Solidarität. Institutionen wie UNAIDS und der Globale Fond zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) wurden gegründet. Diese Bemühungen haben im Laufe der Jahre die Situation vieler Aids-Patienten verbessert. Die Diagnose HIV-positiv ist heute nicht mehr so prekär wie früher. Es besteht sogar die Hoffnung auf ein Ende von Aids bis 2030.

Aktuelle Prognosen stellen einen leichten Rückgang bei der Verbreitung fest. Zudem ist erstmals die Aids-Sterblichkeit auf unter eine Million Menschen pro Jahr gefallen. Doch so hoffnungsvoll dies alles klingt, sind dennoch weltweit 36,9 Millionen Menschen mit HIV infiziert, 53 Prozent davon in Afrika südlich der Sahara. Das Ende von Aids kann ohne deutliche zusätzliche Anstrengungen nicht bis 2030 erreicht werden.

2017 hatten 21,7 Millionen (59 Prozent) der Betroffenen Zugang zu antiretroviraler Behandlung. Doch die für das Ende von Aids notwendigen Zwischenschritte – z. B. bis 2020 alle Kinder mit HIV zu behandeln oder die Zahl der Neuinfektionen unter 500.000 Menschen pro Jahr zu bringen -, können Angesichts der zu geringen Investitionen nicht erreicht werden. In manchen Teilen der Welt steigen sogar die Zahlen der Neuinfektionen. Es bleibt also noch viel zu tun.

Für eine Vielzahl der Partner der Kindernothilfe, die sich für Menschen mit HIV einsetzen, sind die Unterstützung durch HIV-Prävention, -Behandlung und Unterstützung überlebensnotwendige Aspekte. Die ASHA-Stiftung in Indien verhindert z. B. 10.000-fach die Übertragung des HI-Virus von Schwangeren auf ihre Babys durch Medikamentengaben vor der Entbindung. Andere Partner der Kindernothilfe, wie Baan Doi in Thailand, unterstützen HIV-betroffene Kinder direkt durch Behandlungsmöglichkeiten. Die Kindernothilfe hat darüber hinaus mit der von ihr koordinierten erfolgreichen Kampagne „Kinder ohne Aids“ viel dazu beigetragen, das es überhaupt Testmöglichkeiten und kindgerechte Behandlungsmöglichkeiten gibt. Die globalen Steigerungsmöglichkeiten des Zugangs zu Behandlung sind aber zu gering, um das Ende von Aids für Kinder bis 2020 noch erreichen zu können.   

Kinder sind ein guter Indikator für eine erfolgreiche Aidsbekämpfung. Sie benötigen wegen der schnell lebensbedrohlichen Infektion schnelle und aufwändigere kindgerechte HIV-Tests und HIV-Behandlung. Heute werden gerade einmal 52 Prozent der betroffenen Kinder medizinisch versorgt. Für das Ende von Aids bis 2030 ist es nötig, dass schon bis 2020 90 Prozent der Menschen mit HIV ihren Status kennen, behandelt werden und dass diese Behandlung bei 90 Prozent von ihnen so erfolgreich verläuft, dass sie unter die Nachweisgrenze von HIV fallen (Stand heute: 47 Prozent).

Heute kennen gerade einmal 75 Prozent aller Betroffenen ihren HIV-Status. Der Weltaidstag 2018 hat deshalb weltweit das Motto „Kenne Deinen HIV-Status“. Am 10. Oktober 2019 ist die nächste Auffüllungskonferenz des Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Für 2020 ist es dann zu spät. Aber dann wird sich zeigen, ob genug politischer Willen da ist, das Ende von Aids bis 2030 zu erreichen. Nach der Agenda 2030 sollen die Verletzlichsten zuerst erreicht werden: Angesichts der Zahlen sind das auch immer noch die auf HIV ungetesteten und unbehandelten Kleinkinder.  

Kontakt:
Frank Mischo
frank.mischo@kindernothilfe.de
Telefon 0203.7789-129

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