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Somalia

In Somalia unterstützen wir derzeit 6 Projekte, mit denen wir rund 22.920 Kinder erreichen. Während der schweren Dürrekatastrophe am Horn von Afrika 2011 haben wir unsere Arbeit hier aufgenommen. Wir arbeiten mit 4 lokalen Partnern zusammen, die sich bestens mit der Situation und den Problemen auskennen.

Somalia

Ein zerrissenes Land

Somalia gilt als eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt; der seit 1988 andauernde grausame Bürgerkrieg verhindert eine positive Entwicklung. Rund 70 Prozent der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, die meisten als Nomaden oder Halbnomaden. Doch der Klimawandel verursacht immer häufigere Dürreperioden. Damit Familien überleben, muss fast jedes zweite Kind arbeiten. Zur Schule gehen gerade mal 17 Prozent aller Kinder. Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist weit verbreitet. Auch die Genitalverstümmelung von Mädchen ist eine immer noch gängige Praxis.

Wir begannen unser Engagement in Somalia 2011 während der schweren Dürre mit Soforthilfemaßnahmen. Inzwischen umfasst unsere Arbeit präventive Dürremaßnahmen, Bildungsförderung, Kampagnen gegen weibliche Genitalverstümmelung und Selbsthilfegruppen.

Die Herausforderungen

Ein Mädchen mit einem bunten Tuch um Kopf und Oberkörper in einem Flüchtlingslager während der Dürre 2010. (Quelle: Dietmar Roller)
Somalia hat die dritthöchste Kindersterblichkeit der Welt.

Seit 1988 macht der Bürgerkrieg zwischen Kriegsherren, Clans, diversen Gruppierungen und Milizen jede wirtschaftliche Entwicklung im Land unmöglich. Seit September 2012 wird Somalia zum ersten Mal seit Beginn der Bürgerkrieges durch den vom Parlament gewählten Präsidenten Hassan Sheikh Mohamud regiert. Obwohl es den internationalen Streitkräften AMISOM (Soldaten der African Union Mission in Somalia) gelang, die religiösen Al-Shabaab Milizen aus der Hauptstadt zurückzudrängen, ist die Sicherheitslage weiterhin extrem unsicher und der Alltag von vielen Anschlägen geprägt. Daher ist die Arbeit für ausländische Hilfswerke extrem gefährlich.

Somaliland, das Projektgebiet der Kindernothilfe im Nordosten des Landes, hat sich1991 für unabhängig erklärt, was bisher international nicht anerkannt wurde. Hier ist die Sicherheitslage seit 2008 weitgehend stabil.

Zwei Drittel der somalischen Bevölkerung leben von der Landwirtschaft - meist als Nomaden oder Halbnomaden. Bei den immer häufigeren Dürrekatastrophen sterben ihre Viehherden, die die Familie ernähren sollten, die Menschen hungern. Bei der letzten Dürre von Oktober 2010 bis April 2012 starben ca. 258.000 Menschen.

Mädchen und Jungen leiden besonders unter dieser Situation. Noch immer ist jedes dritte Kind unterernährt, fast nirgendwo in der Welt sterben so viele Kinder, bevor sie ein Jahr alt sind. Aufgrund der traditionellen Lebensweise und fehlender Bildungsmöglichkeiten arbeitet jedes zweite Kind. Fast jedes zweite Mädchen muss sich der international geächteten Genitalverstümmelung unterziehen.

  • Unser Einsatz im Land

    Auch nach der letzten Dürrekatastrophe ist die Versorgung von über einer Million Menschen mit Nahrungsmitteln immer noch nicht dauerhaft gesichert. Wir haben die Soforthilfe damals über Partner in Kenia koordiniert: Wir haben die Flüchtlinge und Binnenvertriebene mit Lebensmitteln, Wasser, Kochutensilien und Plastikplanen zum Bau von Notunterkünften versorgt. In unseren katastrophenerprobten Kinderzentren erhielten Mädchen und Jungen Schutz, Essen, Unterricht und Spielmöglichkeiten.

    Die Not somalischer Mädchen und Jungen ist so groß, und die Zusammenarbeit mit unserem einheimischen Partner hat so gut funktioniert, dass wir anschließend längerfristige Entwicklungsprogramme gestartet haben. Zum Beispiel entwickeln wir gemeinsam mit der Bevölkerung Präventionsmaßnahmen gegen die nächste Dürre.

    Ein anderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung. Wir führen gemeinsam mit unserem Partner Aufklärungskampagnen durch, um diese menschenverachtende Tradition zu stoppen.

    Mit neuen Partnerorganisationen beginnen wir gerade damit, unser erfolgreiches Selbsthilfeprogramm für Frauen in Somaliland einzuführen.

    Zahlen zu Somalia

    • 10,4 Mio. Menschen leben in Somalia
    • 52 Jahre werden Somalier im Durchschnitt alt (weltweit Platz 218 von 224)
    • 850 von 100.000 Müttern sterben vor oder während der Geburt (weltweit Platz 3)
    • 33 % aller Kinder unter 5 Jahren haben Untergewicht (weltweit Platz 9)
    • 100 von 1.000 Kindern sterben (weltweit Platz 3)
    • 62% aller Somalier ab 15 können nicht lesen und schreiben, davon 50 % der Männer und 74 % der Frauen
    • 16 % aller Kinder besuchen eine Grundschule
    • 1,1 Mio. Kinder müssen arbeiten (49 %)
    • 98 % aller Mütter und 46 % aller Töchter sind genital verstümmelt

    Quelle: World Factbook

  • Unsere Partner in Somalia

    Wir arbeiten auch in Somalia mit lokalen Partnern zusammen, die sich mit der Lage im Land besonders gut auskennen:

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