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Simbabwe

Seit 2010 sind wir erneut in Simbabwe aktiv. Zurzeit unterstützen wir dort rund 40.900 Kinder und Jugendliche in 11 Projekten. Die Projekte liegen hauptsächlich Westen, Osten und im Zentrum des Landes und werden von einheimischen Partnern betreut.

Simbabwe

Vom Musterland zum Armenhaus

Von Simbabwes ehemaligem Ruf als Musterland Afrikas ist heute nicht mehr viel übrig geblieben. Korruption und Misswirtschaft der Regierung von Präsident Mugabe haben das Land ruiniert. Seit Jahren steht die wirtschaftliche und soziale Entwicklung still, 95 Prozent aller Erwachsenen sind arbeitslos oder unterbeschäftigt. Zwei Drittel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.

Simbabwe ist eines der am schlimmsten von HIV und Aids betroffenen Länder. Mehr als eine Million Kinder sind bereits zu Aidswaisen geworden. Wir fördern in unseren Projekten und Programmen besonders die zahlreichen Aidswaisen und die HIV-Aufklärung.

 Die Herausforderungen

Drei kleine Kinder stehen nebeneinander, zwei blicken in die Kamera. (Quelle: Karl Pfahler)
Viele Waisenkinder führen mit ihren Geschwistern selbstständig den Haushalt.

In den 1990er-Jahren galt Simbabwe als Kornkammer Afrikas sowie als afrikanisches Vorzeigeland. Der Agrarsektor florierte und brachte wichtige Exportgüter wie Tabak und Blumen hervor. Die Lage änderte sich mit dem Machtantritt Mugabes. Mangelhafte Reformen und eine schlechte Wirtschafts- und Finanzpolitik verursachten wirtschaftlichen und sozialen Stillstand. Ende 2008 betrug die Hyperinflation mehrere hundert Millionen Prozent. Durch die Einführung des US-Dollars als Zahlungsmittel 2009 stabilisierte sich die wirtschaftliche Lage leicht.

Simbabwe ist eines der am schlimmsten von HIV und Aids betroffenen Länder der Welt. Aufgrund schlechter sanitärer Verhältnisse kommt es immer wieder zu Cholera- oder Typhusausbrüchen. 1,2 Millionen Kinder sind Waisen. Sie werden, wenn möglich, von ebenfalls in Armut lebenden Verwandten aufgenommen, häufig übernehmen die Kinder jedoch auch allein den Haushalt der Eltern und versorgen sich selbst.

Simbabwe hatte einst das beste Bildungssystem des südlichen Afrikas. Immer noch besuchen 88 Prozent der Kinder eine Grundschule. Doch die Qualität der Schulbildung ist mangelhaft, Lehrmittel fehlen, Lehrer treten regelmäßig in Streik.

  • Unser Einsatz im Land

    Simbabwe ist eines der am schwersten von HIV und Aids betroffenen Länder der Welt. Jährlich infizieren sich 15 Prozent der 15- bis 49-Jährigen. Um die rasante Ausbreitung der Immunschwächekrankheit zu stoppen, liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit auf der Aufklärung der Bevölkerung. Auch Programme zur Linderung der Folgen von HIV und Aids – sowohl medizinisch als auch psychologisch - sind ein wichtiger Bestandteil unserer Projekte und Programme. Wir helfen Waisenkindern, die keine Verwandten mehr haben und sich selbst versorgen müssen, im Rahmen einer Dorfgemeinschaft Schutz und Hilfe zu bekommen. Mädchen und Jungen, die durch den Tod der Eltern traumatisiert sind, erhalten psychosoziale Therapien.

    Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der kostenlosen Rechtshilfe für Familien, die sich keinen Rechtsanwalt leisten können. Sie helfen zum Beispiel bei der Beantragung von Geburtsurkunden, klären Erbfragen und vertreten Kinder, die als Zeugen oder Angeklagte vor Gericht stehen.

    Um die Ernährungslage der Familien zu verbessern, schulen wir sie in nachhaltiger Landwirtschaft. Seit 2013 motivieren wir Frauen, sich zu Selbsthilfegruppen zusammenzuschließen, um gemeinsam ihre Probleme zu lösen und Geld zu sparen.

    Zahlen zu Simbabwe

    • 13,8 Mio. Menschen leben in Simbabwe
    • 56 Jahre werden Simbabwer im Durchschnitt alt (weltweit Platz 205 von 224)
    • 1,4 Mio. Simbabwer leben mit HIV oder Aids (weltweit Platz 8)
    • 14 % der 15- bis 49-Jährigen infizieren sich pro Jahr (weltweit Platz 5)
    • 1,2 Mio. Kinder sind Waisen, davon 0,9 Mio. durch Aids*
    • 68 % aller Simbabwer gelten als arm
    • 95 % aller Erwachsenen sind arbeitslos oder unterbeschäftigt (letzter Platz von 202 Ländern)
    • 88 % der Kinder besuchen eine Grundschule*

    Quellen: World Factbook,* Vereinte Nationen

  • Unsere Partner in Simbabwe

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