Gestohlene Kindheit
Schüsse auf dem Schulweg, Entführungen, Plünderungen – das ist Alltag für die Kinder und ihre Familien, vor allem in Port-au-Prince. Die haitianische Hauptstadt versinkt in brutalem Chaos. Schwer bewaffnete Banden kontrollieren 90 Prozent der Stadt und mittlerweile auch weite Teile des Landes. Nur etwa 200 Kilometer östlich, in der Dominikanischen Republik, genießen europäische Touristen ihren Luxusurlaub.
Die Gewalt hat im vergangenen Jahr beinahe 6000 Todesopfer gefordert. Mehr als eine Million Menschen sind innerhalb Haitis auf der Flucht. Sicher sind sie nirgends. Vor allem Kinder sind überall in Gefahr. Die Banden überfallen und plündern selbst Schulen. Mehr als 500 000 Kinder können daher nicht mehr zur Schule gehen. Eine Katastrophe, denn ohne Bildung haben die Kinder kaum eine Chance, der Armut zu entkommen.
Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Fast die Hälfte der rund elf Millionen Einwohner leidet laut UN unter Hunger. Politisches Chaos und Bandengewalt führen dazu, dass viele Menschen kein Geld verdienen können. Immer wiederkehrende Naturkatastrophen wie Stürme zerstören ganze Ernten – und somit oft das komplette
Familieneinkommen. Die Folge: Kinderarbeit. Mädchen und Jungen werden zum Beispiel zu fremden Familien geschickt, die meist auch in Armut leben. Die Vereinbarung ist, dass die Kinder eine Unterkunft und Schulbildung erhalten und im Gegenzug im Haushalt helfen. In Wahrheit werden die Mädchen und Jungen oft gezwungen, bis zu 14 Stunden sämtliche Hausarbeiten zu übernehmen. Für Schule und Kindsein bleibt keine Zeit.
So helfen wir
Bildung: In Wharf Jérémie, einem besonders armen Stadtteil von Port-au-Prince, betreiben wir unsere „Schützende Schule“. Die Banden lassen sie unbehelligt, weil wir seit über 25 Jahren am Standort sind und uns ihnen gegenüber neutral verhalten. In der Schule können derzeit 135 Kinder in Ruhe lernen und sind den ganzen Tag betreut. Auch viele Kinderarbeiter gehen in die „Schützende Schule“.
Sozialarbeit: Ein Sozialarbeiter vereinbart mit den „Gastfamilien“ der arbeitenden Kinder, dass die Mädchen und Jungen zu bestimmten Zeiten in den Unterricht gehen dürfen. Er klärt die Familien darüber auf, wie wichtig Bildung für die Kinder ist. Denn: Der Schulbesuch ist für sie die Chance, ihr Leben zum Positiven zu verändern. Wer lesen, schreiben und rechnen kann, hat die Möglichkeit, später eine besser bezahlte Arbeit zu bekommen. Darüber hinaus erarbeiten wir gemeinsam mit den Eltern, wie Kinder vor Gewalt geschützt werden können.
Ernährung: In der Schule gibt es jeden Tag eine warme Mahlzeit für die Schülerinnen und Schüler. Das ist für viele von ihnen die einzige Mahlzeit, denn zahlreiche Familien in Port-au-Prince haben nicht genug zu essen.
Kinderrechte: In der „Schützenden Schule“ lernen die Kinder nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern erfahren von uns auch, welche Rechte sie haben. Nur wenn sie das wissen, können sie verstehen, was Unrecht ist und sich wehren. Und sie können ihr Umfeld aufklären und so Schritt für Schritt dazu beitragen, dass Kinder gewaltfrei aufwachsen dürfen.
Fürbitte
Gott,
wir bringen vor dich die Kinder Haitis,
die in Angst leben - vor Gewalt, Entführung und Hunger.
Wir denken an all die Mädchen und Jungen,
deren Kindheit von Terror und Not überschattet ist.
Guter Gott,
stärke alle, die sich trotz der Gefahr nicht abwenden,
sondern bleiben, um zu helfen und Hoffnung zu schenken.
Segne die Arbeit der Schulen, der Helfenden und der Mütter,
die sich in Gemeinschaften zusammentun, um ihren Familien Zukunft zu geben.
Wir bitten dich:
Schenke Frieden für Haiti.
Gib den Kindern Sicherheit und Bildung.
Lass sie spüren, dass sie nicht vergessen sind.
Amen
Kollektenabkündigung
Bunte Sonnen, Schmetterlinge und Blumen an den Wänden, fröhliches Lachen im Klassenzimmer - und mitten darin Kinder, die stolz den Buchstaben "P" in ihr Heft schreiben. P wie "paix" - Frieden.
Frieden - den kennen viele Kinder in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince nicht. Die Stadt ist von bewaffneten Banden beherrscht. Auf dem Schulweg fallen Schüsse, Entführungen sind an der Tagesordnung. Mehr als eine halbe Million Kinder können nicht mehr zur Schule gehen. Hunger, Gewalt und Kinderarbeit bestimmen ihren Alltag.
Die Kindernothilfe unterstützt in Wharf Jérémie die "Schützende Schule". Sie ist für viele Kinder ein sicherer Ort. Hier dürfen sie lernen, spielen, eine warme Mahlzeit bekommen - und erfahren, welche Rechte sie haben. Auch Kinder, die als Haushaltshilfen arbeiten müssen, können dank der Arbeit von Sozialarbeitern regelmäßig den Unterricht besuchen.
Mit unserer Kollekte unterstützen wir die Kindernothilfe und ihre Arbeit in Haiti. Damit Kinder trotz Gewalt und Armut Bildung und Schutz finden - und eine Zukunft.
Herzlichen Dank für Ihre Gabe!
Infos rund um das Projekt
Beginn
01.10.2011
Projektregion
Port-au-Prince, Haiti
Ziele
Maßnahmen
Eindrücke aus dem Projekt
Ich bin gerne für Sie da

Ihre Spende für Kinder in Haiti
Im Folgenden haben Sie die Möglichkeit, eine einmalige Spende für unsere weltweite Projektarbeit zu tätigen. Diese Spende unterstützt auch die Mädchen und Jungen in Haiti.







