Kindernothilfe. Gemeinsam wirken.

Haiti: 10 Jahre nach dem Erdbeben

Es war 16:53 Uhr, als in der dichtbesiedelten Hauptstadtregion von Haiti am 12. Januar 2010 die Erde bebte. Keine Katastrophe in der an Desastern reichen Geschichte Nord- und Südamerikas forderte derartig viele Menschenleben (laut UN-Angaben mehr als 230.000), machte so viele Personen (1,85 Millionen) obdachlos und richtete in dem mit Abstand ärmsten Land des Kontinents großflächig derartige Verwüstungen an.

Für die Kindernothilfe begann wenige Stunden nach dem Beben die umfangreichste und zugleich komplexeste Humanitäre-Hilfe-Kooperation in ihrer 60-jährigen Geschichte. Am Ende waren es mehr als 17 Millionen Euro an Spenden und Unterstützungsmittel, die für den Wiederaufbau von insgesamt 13 Schulen und zahlreiche weitere Projekte mobilisiert werden konnten. Von diesen Anstrengungen und davon, mit welch bewundernswertem Lebenswillen und welcher Energie die Menschen in Haiti trotz widrigster Umstände um einen Neustart kämpften – und welche Steine ihnen dabei ein korruptes, nur auf die Ausplünderung der eigenen Bevölkerung ausgerichtetes politisches System, mit vielen Verästelungen hinein in Strukturen des organisierten Verbrechens – in den Weg wirft, ist auf dieser Seite die Rede.
Ein Freiwilliger sucht in Trümmern nach Überlebenden und trägt dabei einen Sarg auf den Schultern. (Quelle: Benjamin Weinkauf/BILD)

Versuch einer Bilanz

Der Anruf aus Duisburg kam am 12. Januar 2010, spätnachts: „In Haiti hat es ein schweres Erdbeben gegeben, offenbar mit Tausenden von Toten. Wir wissen nicht, ob die Kollegen am Leben sind ... Versuch bitte, dich dorthin durchzuschlagen…“
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