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Kindheit zwischen Hoffnungslosigkeit, Armut und Gewalt

Die Panik überfällt sie auf der Toilette. Ana war erst sechs, als er sie in den Waschraum zerrte und überall anfasste. Heute ist Ana 13. Die furchtbaren Erinnerungen holen das Mädchen Jahre später noch ein. Lange traut Ana sich nicht, ihrer Mutter zu sagen, was er ihr angetan hat. Zu groß sind Scham, Angst, Schuldgefühle.

Sexuelle Gewalt ist in Anas Heimat Fortaleza, einer Millionenstadt im Nordosten Brasiliens, bitterer Alltag. Denn neben touristischen Vierteln und schönen Stränden hat Fortaleza eine bedrohliche Seite: In den vielen Favelas, in denen Familien wie Anas leben, wachsen Kinder zwischen Arbeitslosigkeit und Armut, Bandenkriminalität und Polizeigewalt, Verbrechen und Missbrauch auf.

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Unsere Stimme aus dem Projekt

Francisca Evelyne Carneiro Lima, Projektmitarbeiterin in Brasilien, lacht in die Kamera (Quelle: Projektpartner)
„Die Fälle von Gewalt in den eigenen vier Wänden nehmen zu. Die Täter sind meist Verwandte oder Freunde.“
Francisca Evelyne Carneiro Lima, Mitarbeiterin bei unserem Projektpartner in Brasilien

Angst ist ihr ständiger Begleiter
Vor allem Mädchen und Frauen sind von sexueller Gewalt bedroht, berichtet unser lokaler Projektpartner. „Ich habe es durchgemacht und viele Freundinnen auch“, sagt die 13-jährige Ana. Ihre Wunden sind unsichtbar – und tief: „Wenn ich rausgehe, zittere ich vor Angst.“ Die Zahl der Sexualdelikte in Fortaleza hat sich laut unseres Partners 2021 gegenüber 2020 fast verdoppelt. Viele Opfer schweigen aus Angst und Scham und wissen nicht, wo sie Hilfe bekommen. Die Dunkelziffer ist hoch. Denn die Menschen in den Favelas sind abgeschnitten vom Sozial- und Gesundheitssystem, Bildungsangebote gibt es kaum.

Schon vor Corona war das Leben in Fortalezas Armenvierteln gefährlich, doch Lockdowns und Isolation haben die Situation für viele Mädchen und Jungen noch verschlimmert. Die Verzweiflung über die Ausweglosigkeit während der Pandemie eskaliert in vielen Familien: Gewalt und Missbrauch in den eigenen vier Wänden nehmen dramatisch zu. „Die Täter sind meist Verwandte oder Freunde“, berichtet Francisca Evelyne Carneiro Lima, Mitarbeiterin unseres brasilianischen Projektpartners.

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„Wir machen Kinder zu Verfechterinnen und Verfechtern ihrer Rechte" - So hilft unser Projekt

Unsere Projektarbeit in Brasilien hat das Ziel, Mädchen und Jungen vor Gewalt zu schützen.

Konflikte gewaltfrei lösen: Opfer von Missbrauch und Gewalt ziehen sich oft zurück oder reagieren aggressiv. In der Schule kommen sie plötzlich nicht mehr mit. Hilfe bekommen Kinder und Jugendliche im Projekt: In sozialen Brennpunkten sensibilisieren wir sie im Schulunterricht dafür, gefährliche Situationen zu erkennen und üben mit ihnen spielerisch gewaltfreie Konfliktlösungen.

Aufklärungsarbeit: Um Kinder vor Gewalt zu schützen und Straftaten besser aufzuklären, schulen unsere Partnerorganisationen in Brasilien Lehrerinnen und Lehrer sowie Mitarbeitende lokaler Behörden in Kinderschutz und klären über Kinderrechte auf. In den Projekten ermutigen sie Mädchen und Jungen, sich gegen Gewalt stark zu machen – etwa in Theateraufführungen. Indem Kinder das Gelernte nach Hause tragen, sensibilisieren sie ihr gesamtes Umfeld. 

Psychologische Hilfe und Schutz: Unser Partner betreut Mädchen und Jungen in Jugendzentren: Neben Spiel und Sportangeboten gibt es dort Schutz und psychologische Unterstützung für Kinder, die wie Ana Opfer von Gewalt wurden.

Ana kann heute endlich über ihre traumatischen Erlebnisse sprechen, sie verarbeiten – und wieder lachen. Ihre Spende macht das möglich!

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Die Siegel und Aufwandsstruktur der Kindernothilfe
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Alles, was wir tun, ist darauf ausgerichtet, dass Ihre Spende sicher und direkt bei den Kindern ankommt. Dass wir unsere Aufgabe sehr gut erfüllen, bestätigt uns das unabhängige DZI-Spendensiegel jährlich - seit über 25 Jahren.
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Einsatz gegen sexuelle Gewalt: Helfen Sie Mädchen und Jungen aus Brasilien

Im Folgenden haben Sie die Möglichkeit, unsere Arbeit gegen sexuelle Gewalt und ihre Folgen in Brasilien zu unterstützen.
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