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Berlin: Spendenwanderung 44 Kilometer quer durch die Stadt

Bettina Brümann, Tochter Sonja und Hund Purzel wanderten quer durch Berlin und sammelten Spenden (Quelle: privat)
Quelle: privat
Bettina Brümann, Tochter Sonja und Hund Purzel wanderten quer durch Berlin und sammelten Spenden (Quelle: privat)
Quelle: privat

Unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin Bettina Brümann und ihre Tochter haben den Sommer genutzt, um eine besondere Spendenaktion zugunsten der Kindernothilfe vorzubereiten: eine 44 Kilometer lange Wanderung quer durch die bundesdeutsche Hauptstadt – mit Sack und Pack und ihrem Hund! Das ist gar nicht so einfach, denn der Norfolkterrier "Purzel" hat sehr kurze Beine.  Also beklebten sie kurzerhand einen umfunktionierten Kinderwagen mit Plakaten und wanderten so für die Coronaprojekte der Kindernothilfe durch Berlin. So machten sie nicht nur Passantinnen und Passanten auf die Aktion aufmerksam, sie berichteten auch nahen und fernen Verwandten von ihren Erlebnissen, wobei sich ihre Geschichte von selbst immer weiter verbreitete. Für diesen tollen Einsatz, besonders den von Hund Purzel, der mit seinen sehr kurzen Beinen die meisten Schritte gehen musste, sagen wir herzlich Danke! 

Ihren Wanderbericht haben sie der Kindernothilfe zur Verfügung gestellt:

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"Im Jahre 2019 hatte ich geplant, zusammen mit meiner Tochter Sonja und mit meinem Hund Purzel eine große Sponsorenwanderung für die Kindernothilfe durch Brandenburg zu unternehmen. Aufgrund einer schweren Erkrankung fiel dieser Plan leider ins Wasser, doch ich hatte ihn immer als großes Fernziel im Auge.

Aber als ich dann wieder einigermaßen fit war, machte uns die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung. Wir hätten Hotels buchen müssen, das wäre so einfach nicht möglich gewesen.

Anfang 2021 kam mir dann die rettende Idee: eine Wanderung durch Berlin mit Übernachtung im eigenen Bett. Die öffentlichen Verkehrsmittel würden uns jeden Abend nach Hause und am nächsten Tag zum Startpunkt wieder zurückbringen. Sofort informierte ich mich im Internet und mithilfe des guten alten Stadtplans über die Möglichkeiten: Am geschicktesten erschien mir eine Durchquerung Berlins von Ost nach West. Dafür wählte ich die Strecke von Mahlsdorf nach Staaken. Hier ist Berlin „nur“ 44 Kilometer breit. Noch war ich nicht geimpft, ich konnte den Weg nur mit dem Finger auf der Landkarte ablaufen. Aber ich gründete schon mal einen Facebook-Account, legte verschiedene Gruppen in meinem Web-Adressbuch an und ließ mir anhand einer Geburtstagsspendenaktion im April von Frau Kalkowski von der Kindernothilfe erklären, wie man eine Fundraisingbox erstellt.

Am 23. April war mein heiß ersehnter zweiter Impftermin. Genau 14 Tage später stieg ich mit Purzel in die S-Bahn und fuhr hinaus nach Hoppegarten. Dort ist der Übergang von Brandenburg nach Berlin nicht weit. Ich unternahm noch mehrere solcher Ausflüge, bei denen ich Teile der Strecke probeweise ablief. Das war auch gut so, denn manchmal habe ich mich verzettelt. Das sollte uns bei der großen Wanderung dann nicht mehr passieren. Als Sonja dann auch den vollen Impfschutz hatte, sollte unserer Aktion nichts mehr im Wege stehen, und wir wählten als Beginn den 7. August. Kurz vorher entdeckte ich einen einsamen alten Zwillingskinderwagen vor unserem Haus. Nachdem er eine Woche dort gestanden hatte und es langsam anfing zu regnen, nahm ich ihn einfach mit nach oben. Ich dachte daran, dass es für Purzel an besonders heißen Tagen nicht gut ist, stundenlang zu laufen, und nach einer kurzen Probefahrt entschloss ich mich, den Kinderwagen mit auf die Reise zu nehmen. Ich schmückte ihn mit verschiedenen laminierten Plakaten.

Wir hatten inzwischen den Spendenzweck festgelegt: „Gemeinsam gegen Corona mit der Kindernothilfe“. Das stellten wir auf den Plakaten dar. Frau Kalkowski musste mir noch einmal helfen, bis ich verstanden hatte, wie man die täglichen Berichte zusammen mit der Fundraisingbox an die Freundinnen und Freunde verschickt. Aber als ich es einmal verstanden hatte, war es ganz einfach.
Hier kommt unser kleines Reisetagebuch:
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Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Erster Tag, 7. August 2021
Kurz vor zehn kamen wir bei strahlendem Sonnenschein am Bahnhof Birkenstein an und machten uns gleich auf zum Ortseingangsschild Berlin-Mahlsdorf. Durch das malerische Mahlsdorf wanderten wir gefühlte Stunden, das Einfamilienhaus-Idyll wollte kein Ende nehmen. Wenn Ihr mich fragt: Ich möchte da nicht wohnen. Aber wer's mag...
Dann änderte sich ganz schnell die Szene, wir gelangten nach Kaulsdorf-Nord und fanden eine Hochhaus-Siedlung vor. Die Menschen waren ebenso unnahbar wie die Mahlsdorfer, aber auf ganz andere Art. Unsere Sammelbüchse packten wir gar nicht erst aus. Immerhin fanden wir hier eine Wasserpumpe, Sitzbänke und eine kleine Einkaufszone. Die dort erhoffte Toilette gab es nicht, aber ein wenig weiter stand dann das ersehnte Häuschen.
Gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg. Bald begann der schönste Teil der Reise: Der Spaziergang entlang der Gärten der Welt in Marzahn mit Blick auf den Kienberg und den Wuhlesee. Mindestens einen Kilometer liefen wir neben der Schwebebahn her, es war wie im Urlaub.
Dann wieder schneller Kulissenwechsel, der Blumberger Damm mit seinen Plattenbauten, wieder kleine Villen, und anschließend wurde es dann endgültig städtisch. Die Allee der Kosmonauten, die von Marzahn nach Lichtenberg führt, ist nicht gerade ein Hit für Wanderlustige. Autos, Plattenbauten, Tankstellen, Straßenbahnen, das volle Programm. Aber keine Cafés oder Restaurants, wo wir uns mal hätten ausruhen können. Sonja war hungrig, Purzel war müde, ich war erschöpft vom Schieben des Kinderwagens, der immer nach rechts abdriftete. (Obwohl Purzel es sichtlich genossen hat, dass er ab und zu einsteigen durfte, werden wir morgen mal ohne Kinderwagen laufen).
Jedenfalls entschlossen wir uns so gegen 14 Uhr nach knapp 10 Kilometern, am S-Bahnhof Springpfuhl in die Bahn zu steigen und nach Hause zu fahren.
Am nächsten Tag sollte es dann genau da wieder losgehen.
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Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Zweiter Tag. 8. August 2021
Schon gegen 9 Uhr morgens starteten wir am Bahnhof Springpfuhl, wo wir am Vorabend angekommen waren. Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir den Bezirk Lichtenberg. Das Laufen war sehr angenehm, was auch daran lag, dass wir auf den schweren Kinderwagen diesmal verzichtet hatten. Da es kühl war, lief Purzel problemlos mit. Anfangs waren die Autostraßen noch ganz leer, und später führte uns unser Weg zunächst durch unerwartet viel Grün. Am Klinikum Herzberge entdeckten wir sogar Schafe, und später kamen wir am romantischen Fennpfuhl vorbei. So waren wir überrascht, wie schnell wir die Landsberger Allee erreichten und in der Ferne bereits den Fernsehturm erkennen konnten.
Wir bestaunten die alten Schlachthöfe, die zurzeit vollständig restauriert werden, um neuen Zwecken zur Verfügung zu stehen. Dann ging es weiter und weiter die Landsberger Allee entlang, eine der großen Ost-West-Achsen Berlins. Recht bald verließen wir den Bezirk Lichtenberg und kamen nach Friedrichshain. Am Klinikum Friedrichshain entdeckten wir ein Plakat mit unserem Motto "Gemeinsam gegen Corona".
Dann rasteten wir eine Viertelstunde im Volkspark Friedrichshain, sodass auch Purzel sich ein wenig ausruhen konnte. Wenig später ging es weiter zum Platz der Vereinten Nationen. Da stand einst ein großes Lenin-Denkmal, das inzwischen durch einen Springbrunnen ersetzt wurde.
Unsere Wanderung war so kurzweilig, dass wir es kaum fassen konnten, als plötzlich das Ortseingangsschild zum Bezirk Mitte auftauchte. Da war der Fernsehturm schon sehr nah. Am Alexanderplatz trafen wir um die Mittagszeit ein. Zurzeit ist er eine einzige Baustelle, aber wir genehmigten uns dort einen kleinen Imbiss. Besser gefiel uns die Straße Unter den Linden. Wir fotografierten den Blick auf den Dom, was aber ein wenig kompliziert war, da gefühlt Tausende dasselbe wollten. Natürlich warfen wir auch einen Blick in den ganz neu eröffneten U-Bahnhof Museumsinsel. Die schier endlosen Rolltreppen bewältigen wir, indem Sonja Purzel auf den Arm nahm. Aber es lohnte sich, der Sternenhimmel dort unten ist einmalig.
Um es morgen leichter zu haben, stiegen wir dort aber nicht in die U-Bahn, sondern liefen noch ein Stück weiter bis zum Bahnhof Friedrichsstraße.
Heute hatten wir etwa 13 Kilometer geschafft.
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Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Dritter Tag, 9. August 2021
Wir starteten kurz vor neun am Bahnhof Friedrichstraße, genau dort, wo wir gestern aufgehört hatten. Auf dem Weg Richtung Westen sangen wir fröhlich vor uns hin. Etwa so: "Untern Linden, untern Linden geht´s zum Brandenburger Tor, es ist gar nicht schwer zu finden, bald schon stehen wir davor. Und mit unserm kleinen Schatz sind wir am Pariser Platz!" Zum Glück waren um die Zeit noch nicht allzu viele Menschen unterwegs.
Als wir das Brandenburger Tor durchschritten hatten, begann sogleich ein sehr schöner Abschnitt unserer Wanderung: Der Weg durch den Tiergarten. Wieder mal so viel herrliches Grün inmitten der Großstadt! Die Siegessäule (Goldelse) hätte heute eigentlich Goldesel heißen müssen, denn wir erfuhren dort per Smartphone, dass wieder eine Menge Geld zusammengekommen war. Da lief es sich gleich noch besser.
Sonja entdeckte im Laternenmuseum eine "Wilmersdorfer Witwe" und posierte mit Purzel davor. So langsam wurde uns klar, dass wir nun wirklich im Westen waren. Am Bahnhof Zoo machten wir einen kleinen Schlenker, denn wir wollten die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche noch begrüßen. Dann ging es über die Hardenbergstraße weiter zum Ernst-Reuter-Platz. Kurz davor kamen wir noch am kirchenmusikalischen Institut vorbei. Dort habe ich studiert, also musste unbedingt ein Foto gemacht werden.

Nach der schwierigen Umrundung des Ernst-Reuter-Platzes entschlossen wir uns, auf der Otto-Suhr-Allee weiterzulaufen. Am Rathaus Charlottenburg stärkten wir uns in einem Straßencafé, dann ging es weiter am Schloss Charlottenburg vorbei bis zum Klinikum Westend.
Da Sonja noch einen Termin hatte, stiegen wir dort gegen 13 Uhr in den Bus.
Wieder hatten wir etwa 14 Kilometer geschafft.
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Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Vierter Tag, 10. August 2021
Bereits im Bus hatten wir ein wunderschönes Erlebnis, das wohl auf dieser Wanderung einmalig bleiben wird: Eine junge Asiatin sah unser Schild und drückte uns unaufgefordert einen Euro für die Kindernothilfe in die Hand. Nur eine kleine Geste, die uns aber sehr ermunterte.
Gegen halb neun Uhr morgens standen wir wieder vor dem Klinikum Westend. Wir konnten unsere Wanderung jeden Morgen ein wenig früher beginnen, da ja die Hinfahrt mit der BVG von Tag zu Tag kürzer wurde.
Zunächst starteten wir in Richtung Süden. Diesmal nicht über die Straße Unter den Linden, sondern über die Lindenallee im idyllischen Neu Westend.
Über Platanenallee und Reichsstraße gelangten wir zum Steubenplatz, wo Purzel sich sehr über das grüne Pferd mit Reiter freute. Dann ging es weiter über die Olympische Straße, bis wir vor dem Olympiastadion standen. Dort legten wir eine kleine Frühstückspause ein und beobachteten die diversen Fahrschulen, die auf dem großen Parkplatz trainierten. Vor vielen, vielen Jahren habe ich dort selbst einmal das Einparken gelernt.
Wir setzten unseren Weg in Richtung Heerstraße fort, die wir fast enttäuschend schnell erreichten. Kurz vor der Stößenseebrücke dann das grüne Schild mit der Aufschrift "Spandau". Am leicht modrigen Geruch der Havel merkten wir, dass wir nun langsam wieder zu Hause waren. Nur noch über die Freybrücke - wir wollten gar nicht wahrhaben, dass unsere schöne Wanderung, die wir so lange vorbereitet hatten, nun so bald zu Ende sein sollte.
Eine kleine Rast im Südpark legten wir noch ein. Unser Spandau hat ja auch wirklich wunderschöne grüne Seiten!

Bereits gegen Mittag hatten wir die Gnadenkirche Pichelsdorf erreicht. Dort wartete seit drei Tagen unser treuer Kinderwagen auf uns. Es war zu anstrengend gewesen, ihn zu schieben, und Purzel hatte ihn nicht gebraucht. Wenn wir morgen zum Berliner Bären am äußersten Westrand von Berlin marschieren, darf er noch einmal dabei sein.
10 Kilometer haben wir heute geschafft. Wir hätten auch gleich durchlaufen können, aber wir wollten noch nicht unbedingt so schnell fertig sein. Purzel war jetzt auch sehr müde, wir hätten ihn teilweise im Kinderwagen schieben müssen, und dafür mussten wir uns erst einmal selbst ein wenig erholen. Außerdem war das Wetter, das uns die ganze Zeit nicht einmal im Stich gelassen hat, heute ein bisschen instabil.
So werden wir uns morgen an der Gnadenkirche Pichelsdorf wieder treffen.
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Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Fünfter Tag, 11. August
Gegen halb neun liefen wir an der Gnadenkirche Pichelsdorf wieder los. Diesmal hatten wir noch einmal den Kinderwagen dabei. Wir gingen nicht gleich zur Heerstraße, sondern wählten den ruhigeren Weinmeisterhornweg. Durch ein kleines Wäldchen gelangten wir schließlich zur Laurentiuskirche. Hier in Spandau gibt es ja immer mal wieder überraschend kleine grüne Oasen. In der Laurentiuskirche, Heerstraße 367, wo sich gerade ein Frauenkreis versammelte, legten wir eine kurze Pause ein. Wie schön, dass wir auch mal Bekannte trafen, so gibt es ein paar wenige Fotos, auf denen wir alle drei zu sehen sind!

Ab jetzt war nur noch die Heerstraße unsere Wanderstrecke. Vorbei ging es an der Hochhaus-Siedlung Heerstraße Nord, an der Sternwarte, am Hahneberg, an diversen Einkaufszentren.
Schließlich tauchte ganz hinten der Berliner Bär auf, der die ehemalige Zonengrenze bewacht. Im Osten gab es einen solchen Bären nicht, denn der Weg von Brandenburg nach Ost-Berlin war ja immer offen. Wir waren etwas enttäuscht, ihn so bald zu sehen, denn die Wanderung hatte uns viel Spaß gemacht, und wir waren noch gar nicht müde.
Aber erstmal liefen wir am Bären vorbei zum Ortsausgangsschild, setzten einen Fuß auf Brandenburger Land und kehrten wieder um. Dann bereitete uns der Bär, der ein paar Meter innerhalb Berlins steht, einen herzlichen Empfang. Er hatte lange auf uns gewartet.
Unser kleiner Norfolkterrier Purzel ist mit seinen winzigen Beinchen innerhalb von 5 Tagen für die Kindernothilfe durch das ganze große Berlin gewandert. Dafür bekam er von uns das Hunde-Verdienstkreuz verliehen.
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Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
12. August 2021
Überglücklich und gleichzeitig ein bisschen wehmütig sind wir von unserer Wanderung, auf die wir uns so lange gefreut hatten, zurück. Wir sind überwältigt! Zum jetzigen Zeitpunkt haben sich 871 Euro in unserer Fundraisingbox angesammelt, und ich bin mir fast sicher, dass noch mehr kommt. Mit so einem Erfolg hatte ich nie gerechnet. Unser Spendenziel habe ich von 500 auf 1.000 Euro erhöht.
Wir haben viel gesehen, viel erlebt und viel gelernt. Natürlich gab es auch kleine Enttäuschungen. Unterwegs schauten die Menschen an uns vorbei, aber das hatten wir erwartet. Zu viele Menschen bitten heutzutage auf den Straßen Berlins um Geld. Bei Facebook erhielten wir Hunderte von Likes, aber Geld kam von niemandem dieser „Freunde“. Drei Leute aus unserem E-Mail-Verteiler baten uns, ihnen keine Mails mehr zu schicken. Das tut natürlich ein bisschen weh, wenn man gerade unterwegs ist, aber ein alter Studienfreund begründete es damit, dass sein Rechner zu voll werde. Für unsere Aktion lobte er uns allerdings sehr, sodass dadurch noch ein kurzer Mailwechsel mit jemandem entstand, von dem ich 40 Jahre nichts gehört hatte. Auch ein Gewinn. Dafür bedankten sich mehrere meiner Freundinnen fast täglich für die Berichte und waren richtig traurig, als es vorbei war.
Eine ganz große Überraschung und eine große Motivation war es für uns, dass schon 150 Euro da waren, als wir noch gar nicht aufgebrochen waren. Und nach wenigen Tagen sahen wir eine Riesen-Spende von 100 Euro, die uns Rätsel aufgab. Wir hatten mehrere Heikes im Verteiler. Welche mochte es sein? Inzwischen hat sie sich zu erkennen gegeben. So viel Geld und so viele aufmunternde Worte! Wir sind sehr, sehr dankbar.
Am mysteriösesten erschien uns die Überweisung einer Dame mit unbekanntem Namen, die mit „Norfie Pixie“ zeichnete. 50 Euro und ein großes Lob! Während einer ganzen S-Bahnfahrt kamen wir aus dem Grübeln nicht heraus. Erst am Abend klärte sich der Sachverhalt. Purzels Züchterin hatte unsere Aktion an ihre Hundefreunde weitergeleitet, und Norfie Pixie bedeutete ganz einfach „Norfolkterrier Pixie“. Also ein Kollege von Purzel. Überhaupt hat Purzel einen nicht unerheblichen Anteil der Spenden ganz allein erwandert. Sie kamen alle von seinen Norfolk-Freunden. Vielen Dank an Britzes Best!
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Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Als wir am allerletzten Tag zu Hause ankamen, wartete ein 50-Euro-Schein in Sonjas Briefkasten. Ein Mitglied unserer Kirchengemeinde hatte uns seine Spende in bar gegeben, die ich natürlich voller Freude sofort einzahlte.
Noch sehr viel mehr Schönes, Überraschendes gäbe es zu berichten. Manche Menschen, von denen wir lange nichts gehört hatten, haben uns ermutigt oder gespendet. Wir werden noch lange von diesem Erlebnis zehren.
Heute Morgen haben wir den Kinderwagen zur Fundgrube gebracht. Man wollte ihn dort nicht haben. Jetzt steht er wieder einsam an einer Straßenecke. Wir wünschen ihm, dass jemand ihn mitnimmt. Das hätte er verdient.
Ich danke allen, die uns mit Ermutigungen und Spenden, vielleicht auch mit Likes, auf unserer Wanderung begleitet haben.
Ich danke meiner Physiotherapeutin, die mich wieder auf die Beine gebracht hat.
Auch danke ich Frau Kalkowski und Herrn Vent von der Kindernothilfe für ihre Beratung.
Dank auch an den Wettergott! Es war weder zu heiß noch zu kalt und immer trocken.
Last not least danken wir der GdL, dass der S-Bahn-Streik erst diese Woche stattfindet.
Bis bald mal wieder!
Bettina, Sonja und Purzel Brümann"
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Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann
Bettina Brümann, Arbeitskreis Berlin und Arbeitskreis Potsdam-Falkensee, wandert mit ihrer Tochter und ihrem Hund quer durch Berlin, um Spenden für Corona-Projekte der Kindernothilfe zu sammeln.
Quelle: Bettina Brümann

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