Kindernothilfe. Gemeinsam wirken.

Gemeinsam wirken und lernen

In Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnerorganisationen arbeiten wir in den ärmsten Regionen der Welt für Kinder in Not und setzen uns für ihre Rechte ein. Unser Ziel ist es, Kinder zu beteiligen, zu stärken, ihren Zugang zu guter Bildung, Nahrung und medizinischer Versorgung zu fördern und sie vor Ausbeutung, Misshandlung und sexueller Gewalt zu schützen. Die Frage, ob bzw. inwieweit es uns und unseren Partnern gelingt, die Lebensbedingungen der Kinder, ihrer Familien und ihrer Gemeinschaften mit unseren Projekten zu verbessern und zur Verwirklichung ihrer Rechte beizutragen, berührt ein zentrales Erfolgskriterium der Entwicklungszusammenarbeit – das ihrer Wirksamkeit.

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Kinder an einer Wasserstelle in Äthiopien (Quelle: Jakob Studnar)
Quelle: Lars Heidrich
Kinder an einer Wasserstelle in Äthiopien (Quelle: Jakob Studnar)
Quelle: Lars Heidrich
Wir unterstützen unsere Partner dabei, ihre Projekte wirkungsorientiert zu planen und umzusetzen. Bei der Planung ist es uns wichtig, dass über eine Analyse der Kinderrechtssituation die gewünschten Veränderungen in den Lebensumständen (d. h. die Wirkungen) in Zusammenarbeit mit Vertretern der Zielgruppen, insbesondere mit älteren Kindern und Jugendlichen, gemeinsam erarbeitet werden. Während der Laufzeit sind die Projekte in Systeme eingebettet, die die laufende Beobachtung der Umsetzung und der erreichten Veränderungen (das sogenannte Monitoring) und ihre punktuell vertiefte Überprüfung (die Evaluierung) sicherstellen. Die Stärkung der Kapazitäten unserer Partner in der partizipativen Projektplanung, im Monitoring und in der Begleitung von Evaluierungen ist uns ein wichtiges Anliegen und ein zentraler Teil der Qualitätsentwicklung in unserer Arbeit.

Verpflichtende Berichtsformate und unterstützende Handreichungen beschreiben wichtige Qualitätsanforderungen und tragen zur Wirkungsorientierung und Transparenz im Projektzyklus bei:
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Vom Konzept bis zum Abschlussbericht: Der Zyklus von Kindernothilfe-Projekten (Quelle: Kindernothilfe)
Projektzyklus (aus Jahresbericht 2017)
Vom Konzept bis zum Abschlussbericht: Der Zyklus von Kindernothilfe-Projekten (Quelle: Kindernothilfe)
Projektzyklus (aus Jahresbericht 2017)

Projektmonitoring


Kann ein laufendes Projekt seine Ziele erreichen? Müssen seine Strategie überarbeitet und seine Aktivitäten neu geplant werden, weil sie nicht erfolgreich waren oder weil sich wesentliche Projektvoraussetzungen geändert haben? Informationen zu solch wichtigen Fragen liefert das Projektmonitoring. In dessen Rahmen werden über den gesamten Projektverlauf wichtige Daten zum Stand und zur Qualität der Projektumsetzung und zu eingetretenen Veränderungen erhoben und ausgewertet. Ein projektbegleitendes Monitoring ist bei allen Vorhaben erforderlich, um die Qualität der Arbeit zu sichern, den Projektfortschritt und die Zielerreichung zu überwachen und um schnell auf Erfahrungen und veränderte Gegebenheiten zu reagieren.
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NGO-Ideas Workshop in Sta. Barbara, Peru - Die Kindergruppe von IINCAP in Sta. Barbara (88003) nimmt an einem Workshop teil: Analyse der Situation von Kindern
Bei einem Workshop in Peru formulieren Kinder ihre Anliegen an die Projektarbeit (Quelle: Kindernothilfe)
NGO-Ideas Workshop in Sta. Barbara, Peru - Die Kindergruppe von IINCAP in Sta. Barbara (88003) nimmt an einem Workshop teil: Analyse der Situation von Kindern
Bei einem Workshop in Peru formulieren Kinder ihre Anliegen an die Projektarbeit (Quelle: Kindernothilfe)
Dabei ist wichtig, dass alle an den Projekten beteiligten und von ihnen erreichten Gruppen – insbesondere auch Kinder und Jugendliche – in angemessener Weise einbezogen werden. Die Einbindung der Partner, der Stakeholder und der Zielgruppen fördert die lokalen Kapazitäten und trägt zur Entstehung von Ownership bei, d.h. dazu, dass sich Menschen mit einem Projekt identifizieren und dafür Verantwortung übernehmen. Für uns als Kinderrechtsorganisation bedeutet dies auch, dass unsere Projekte dazu beitragen, dass Pflichtenträger, die für die Verwirklichung von Kinderrechten verantwortlich sind, diese Rolle annehmen und ausüben. Dies stellt eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung der Projektziele und zur Sicherung der Nachhaltigkeit dar.

Sowohl die Partner als auch die Kindernothilfe führen ein Projektmonitoring durch. Die Partner entwickeln einen Monitoring-Plan, mit dem sie systematisch neben der Umsetzung der Aktivitäten auch den Weg der Zielerreichung beobachten. Sie analysieren die Ergebnisse, diskutieren sie mit Zielgruppenvertretern und unterrichten die Kindernothilfe darüber. Die Kindernothilfe informiert sich über die Projektentwicklung anhand von Projektfortschrittsberichten. Darüber hinaus werden alle Projekte besucht, um die gewonnenen Eindrücke persönlich mit dem Partner zu besprechen.
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Evaluierung


Erzielen wir mit unseren Projekten die gewünschten Veränderungen und werden diese nachhaltig sein? Setzen wir die uns anvertrauten Mittel wirksam ein? Mit welchen Maßnahmen können wir die angestrebten Veränderungen im jeweiligen Kontext am besten erzielen? Das sind typische Fragestellungen, zu deren Beantwortung wir Evaluierungen nutzen. Sie sind ein unverzichtbares Instrument des gemein-samen Lernens und der Weiterentwicklung unserer Arbeit. Weiterhin dienen sie der Rechenschaftslegung gegenüber Spendern und institutionellen Gebern sowie gegenüber den Menschen, für die und mit denen wir in unseren Projekten arbeiten.
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Was verstehen wir unter „Evaluierung“?

Unter Evaluierung versteht die Kindernothilfe die systematische Überprüfung und Bewertung der Konzeption, der Durchführung und der Ergebnisse laufender und abgeschlossener Projekte und Programme. Dies geschieht anhand bewährter quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden, die nachvollziehbar gültige und verlässliche Informationen bereitstellen. Evaluierungen untersuchen entwicklungspolitische Maßnahmen primär nach den Kriterien des Ausschusses für Entwicklungshilfe der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD/DAC). Diese sind die Relevanz, Kohärenz, Effektivität, Effizienz, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Evaluierungen sind nutzen- und anwendungsorientiert und sprechen Empfehlungen für die untersuchte Maßnahme und die Konzeption künftiger Vorhaben aus.

 

Warum lassen wir unsere Projekte evaluieren?

Evaluierungen

  • geben Aufschluss über die beabsichtigten und unbeabsichtigten Wirkungen eines Vorhabens auf die Zielgruppe und ihr Umfeld,
  • fördern das Eintreten positiver Wirkungen und deren Nachhaltigkeit durch die Überprüfung und Stärkung von Strategien,
  • erweitern den Kenntnisstand über Aktivitäten, Strategien und Ziele und schaffen eine Informationsgrundlage für die Anpassung laufender Projekte und die Konzeption von Folgephasen und Neuvorhaben,
  • machen Entwicklungsarbeit transparent, indem sie auf Grundlage professioneller Untersuchungsmethoden verlässliche Daten über das Erreichte bereitstellen,
  • dokumentieren Arbeitsansätze und ihre Ergebnisse sowie neugewonnene Erkenntnisse zu Themen und Sektoren
  • dienen der Vertiefung des Wissens über entwicklungspolitische Zusammenhänge
  • und tragen zur Weiterentwicklung programmatischer Ansätze und zur Prioritätenentwicklung in der Arbeit der Kindernothilfe bei.

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Schule_Computerkurs - Projekt Nr  30361 ,  Baan Doi - Kinderhaus am sch�nen Berg, KinderNotHilfe in Thailand, Freitag 07.09.2018 in Mae Sai. Foto: KNH / Jakob Studnar
Quelle: Kindernothilfe
Schule_Computerkurs - Projekt Nr  30361 ,  Baan Doi - Kinderhaus am sch�nen Berg, KinderNotHilfe in Thailand, Freitag 07.09.2018 in Mae Sai. Foto: KNH / Jakob Studnar
Quelle: Kindernothilfe

Für die Kindernothilfe und ihre Partner ergibt sich der Nutzen von Evaluierungen jedoch nicht nur aus ihren Ergebnissen, sondern auch aus ihrem Prozess. Insbesondere da, wo Evaluierungen von Mitarbeitenden der Kindernothilfe und des Partners gemeinsam geplant, begleitet und ausgewertet werden

  • sind sie ein wichtiges Instrument des konzeptionellen Dialogs der Kindernothilfe mit ihren Partnern,
  • sind sie lern- und handlungsorientiert und bieten die Möglichkeit, die Partner und die Kindernothilfe fachlich und methodisch zu qualifizieren,
  • fördern sie durch partizipative Vorgehensweisen die Selbstwahrnehmung von Veränderungen durch die Zielgruppen sowie die Transparenz und Teilhabe.
    Evaluierungen sind somit ein wichtiges Instrument unserer Qualitätsentwicklung.

Auf Grundlage professioneller Untersuchungsmethoden und verlässlicher Daten wird die geleistete Entwicklungsarbeit transparent gemacht und gemeinsam bewertet. Dies schließt auch die Zielgruppen und Stakeholder mit ein, die an der Planung der Evaluierung und an der Auswertung ihrer Ergebnisse zu beteiligen sind.

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Rollenspiel - Projekt Nr - 22524  KinderNotHilfe in Indien, Sonntag 02.09.2018 in Murbad . Foto: KNH / Jakob Studnar
Quelle: Jakob Studnar
Rollenspiel - Projekt Nr - 22524  KinderNotHilfe in Indien, Sonntag 02.09.2018 in Murbad . Foto: KNH / Jakob Studnar
Quelle: Jakob Studnar

Fachliche Vernetzung

Um uns über wichtige Fragen zur Evaluierung auszutauschen und an Weiterentwicklungen mitzuwirken, sind wir Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Evaluation (DeGEval), in der wir uns in den Arbeitskreisen Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe und Methoden in der Evaluation engagieren.

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Sindhupalchok, Verteilung von Decken und Planen - Humanitäre Hilfe nach dem Erdbeben in Nepal
Humanitäre Helfer verteilen Decken und Planen nach dem Erdbeben in Nepal (Quelle: Kindernothilfe)
Sindhupalchok, Verteilung von Decken und Planen - Humanitäre Hilfe nach dem Erdbeben in Nepal
Humanitäre Helfer verteilen Decken und Planen nach dem Erdbeben in Nepal (Quelle: Kindernothilfe)
Ferner sind wir in der Arbeitsgruppe Wirkungsorientierung des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) aktiv, in der wir uns mit Fachkollegen austauschen, Fortbildungen organisieren und gemeinsame Positionspapiere entwickeln.
Wir nutzen eigene Erkenntnisse, die Erfahrungen anderer Organisationen und neue Forschungsergebnisse zur Weiterentwicklung des Instrumentes Evaluierung innerhalb der Kindernothilfe. Zu diesem Zweck führt die Stabstelle Qualitätsentwicklung auch Schulungen unter den Mitarbeitenden durch. Im Rahmen unserer Projektkooperationen geben wir unsere Erkenntnisse an unsere Partner weiter und profitieren unsererseits von deren Wissen und Erfahrungen. Die Sicherstellung einer wirksamen Projektarbeit ist und bleibt uns ein zentrales Anliegen und unser Fokus für gemeinsames Lernen und Entwicklung.
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Fachkonferenz Frühkindliche Bildung - Fachkonferenz Frühkindliche Bildung in der Kalkscheune (Berlin) in Zusammenarbeit mit der Uni München.
Quelle: Kindernothilfe
Fachkonferenz Frühkindliche Bildung - Fachkonferenz Frühkindliche Bildung in der Kalkscheune (Berlin) in Zusammenarbeit mit der Uni München.
Quelle: Kindernothilfe

Weiterführende Informationen

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Zwischen Armut und Entwicklung

Für Kinder ein Leben in Würde und mit guten Zukunftsperspektiven: Der Selbsthilfegruppen(SHG)- Ansatz der Kindernothilfe ist ein wichtiges Mittel, um dieses Ziel zu erreichen. Ob dieser Ansatz funktioniert, haben wir 2016 gemeinsam mit der Universität Kampala evaluiert.
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Kindesschutz-Evaluierung in Indien und Äthiopien

Die Kindernothilfe war Teil eines Konsortiums, um Kindesschutz und -rechte in neun Ländern Afrikas und Asiens weiter zu verankern. Ende 2018 beauftragten sie das Centrum für Evaluation (CEval), die Wirkungen des Projekts in Äthiopien und Indien zu untersuchen.
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Bildung ändert alles

Qualitativ hochwertige Bildungsangebote für Kleinkinder haben das Potenzial, ganze Gesellschaften nachhaltig in ihrer Entwicklung zu stärken. Zu diesem Ergebnis kommt die Ludwig-Maximilians-Universität München in einem Forschungsvorhaben im Auftrag der Kindernothilfe.
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Mikrofinanz unter der Lupe

Die Ärmsten der Armen nehmen bei spezialisierten Finanzinstituten Mikrokredite auf, um sich ein besseres Leben aufzubauen. Externe Fachleute untersuchten 2014 die wirtschaftlichen Wirkungen dieses Werkzeugs zur Armutsbekämpfung.
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Theater mit Wirkung

Seit 2008 organisiert die Kindernothilfe jedes Jahr eine Theatertournee mit der südafrikanischen Partnerorganisation YfC. 14 Tage lang tourt ein Theaterteam durch Deutschland und präsentiert jeden Tag in einer anderen Schule das Drama „What’s killing us now?“ zum Thema HIV/Aids.
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Existenzsicherung auf Zeghie

Lesen Sie hier die Evaluierung des Projekts „Ernährungs- und Existenzsicherung auf der Halbinsel Zeghie“, das von 2016 bis 2020 mit Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt wurde.
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