Zum Inhalt springen

4. Jahrestag der russischen Vollinvasion in der Ukraine
Mehr anzeigen

Hunderttausende Kinder lernen ohne Klassenzimmer

Krieg in der Ukraine: Fotos aus zerstörten Schulen/Kindergärten in der Region Chernihiv (Foto: Kindernothilfe-Partner savED)
Für viele Kinder in der Ukraine ist es bereits das vierte Schuljahr ohne regulären Alltag (Quelle: Kindernothilfe-Partner savED)
Krieg in der Ukraine: Fotos aus zerstörten Schulen/Kindergärten in der Region Chernihiv (Foto: Kindernothilfe-Partner savED)
Für viele Kinder in der Ukraine ist es bereits das vierte Schuljahr ohne regulären Alltag (Quelle: Kindernothilfe-Partner savED)

(Duisburg/Kyjiw, 19. Februar 2026) Kurz vor dem vierten Jahrestag der russischen Invasion ruft die Kindernothilfe dazu auf, Kinder und Bildung konsequent in den Mittelpunkt humanitärer und entwicklungspolitischer Unterstützung zu stellen und ihre Beteiligung zu stärken. „Die Zerstörung von Schulen ist Teil einer Strategie, die – wie die Angriffe auf die Energie- und Wärmeversorgung bei extremen Minustemperaturen – Kinder und Familien besonders hart treffen“, sagt Carsten Montag, Programmvorstand der Kindernothilfe. „Solche Attacken auf die zivile Infrastruktur sind völkerrechtlich verboten und zutiefst unmenschlich, da sie auf die Schwächung der ukrainischen Gesellschaft und Identität zielen.“

Hunderttausende Kinder in Frontregionen lernen weiterhin im Distanzunterricht – für viele ist es bereits das vierte Schuljahr ohne regulären Alltag. Eine aktuelle Studie von savED, einer Partnerorganisation der Kindernothilfe zeigt: In Frontregionen lernen Kinder nur 34 Prozent in Präsenz. Eine ganze Generation hat Schule bislang nur eingeschränkt erlebt. „Dabei ist Bildung ein zentraler Raum, um Vertrauen und sozialen Zusammenhalt wieder aufzubauen“, so Anna Novosad, Mitgründerin der International Charitable Foundation savED.

Mit Unterstützung der Kindernothilfe sind neue Lernorte entstanden: In der Region Mykolajiw wurde ein Kindergarten neu eingerichtet. Schutzräume in Bildungseinrichtungen sowie Lernzentren wie „Eduhive“ in der Region Charkiw und in der Region Sumy bieten Kindern geschützte Räume für Unterricht und psychosoziale Unterstützung.

Kinder und Jugendliche sind eine wichtige Triebkraft des Wiederaufbaus. In lokalen Initiativen übernehmen sie Verantwortung – etwa mit der Entwicklung einer Maschine, die Plastikflaschen für den 3D-Druck aufbereitet. Daraus entstehen Recyclingtonnen für Gemeinden. Zugleich engagieren sich viele junge Menschen in Jugendräten auf lokaler und nationaler Ebene. Beim Café Kyiv am kommenden Montag in Berlin berichten sie über die Arbeit des Nationalen Jugendrates der Ukraine (NYCU). Der Jugendrat setzt sich für die politische Beteiligung junger Menschen ein und übergibt der Bundesministerin Reem Alabali Radvovan ein Papier mit zehn Forderungen zur Stärkung ihrer Partizipation.

Hintergrund:
Die Kindernothilfe zählt zu den größten Kinderrechtsorganisationen in Europa. Seit 2022 unterstützt die Kindernothilfe mehr als 20.000 Kinder und Jugendliche über lokale Partnerorganisationen in der Ukraine, in Rumänien und der Republik Moldau. Das Café Kyiv ist eine jährlich in Berlin stattfindende Dialog- und Netzwerkveranstaltung zur Unterstützung der Ukraine.


Mehr anzeigen

Kontakt

Das könnte Sie auch interessieren

Global Gathering 2023 in Ruanda: Gruppenfoto der Teilnehmenden (Quelle: Martin Bondzio)

Advocacy-Arbeit

Der Schutz der Kinderrechte treibt die Kindernothilfe an. Dafür betreiben wir weltweit Advocacy-Arbeit, um Kindern eine Lobby zu geben.