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Über 80 Organisationen fordern, Kindeswohl zum Maßstab der Klimapolitik zu machen

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Breites Bündnis fordert besseren Schutz von Kindern vor den Folgen der Klimakrise

Berlin, 10. September 2026. Hitze, Luftverschmutzung und die Folgen der Klimakrise belasten Kinder und Jugendliche besonders stark. Gleichzeitig tragen Heranwachsende am wenigsten zur Krise bei und sind am längsten von ihren Folgen betroffen. Vor diesem Hintergrund fordern 81 Organisationen Bund, Länder und Kommunen auf, das Kindeswohl konsequent zum Maßstab der Klima – und Anpassungspolitik zu machen. Getragen wird das gemeinsame Positionspapier von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. (KLUG), dem Kinderschutzbund, der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und dem Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit.

In ihrem gemeinsamen Positionspapier „Kindeswohl in der Klimakrise – achten, schützen, gewährleisten“ bündeln die Organisationen drei zentrale Forderungen: Klimaschutz konsequent umsetzen, Klimaanpassung kindgerecht gestalten und Kinder sowie Jugendliche verbindlich beteiligen.
Die Organisationen fordern unter anderem verbindliche Hitzeschutzkonzepte für Kitas und Schulen, gesunde und klimaresiliente Lebensräume für Kinder sowie die konsequente Berücksichtigung ihrer Rechte bei allen klima- und umweltpolitischen Entscheidungen.

Prof. Dr. Sabine Andresen, Präsidentin des Kinderschutzbundes:
„Kinder haben die Klimakrise nicht verursacht, sind aber besonders lange und schwer von ihren Folgen betroffen. Klimapolitik ist deshalb immer auch Kinderrechtspolitik. Das Kindeswohl muss bei allen klimarelevanten Entscheidungen Vorrang haben – und Kinder und Jugendliche müssen an den Entscheidungen beteiligt werden, die ihre Zukunft bestimmen.“

PD Dr. med. Dirk Holzinger, Facharzt für Kinder – und Jugendmedizin und Vorstandsmitglied bei der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. (KLUG):
„Als Kinder- und Jugendmediziner erlebe ich, wie eng die Gesundheit von Kindern mit ihren Umwelt- und Lebensbedingungen verbunden ist. Daraus erwächst für uns Gesundheitsberufe eine besondere Verantwortung: Wir müssen die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise sichtbar machen, Kinder und Familien schützen und uns für wirksamen Klimaschutz einsetzen. Mit diesem Positionspapier machen wir deutlich, dass Klimaschutz, Klimaanpassung und die Beteiligung junger Menschen Voraussetzungen für ein gesundes und gerechtes Aufwachsen sind."

Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer:
„Viele Kinder und Jugendliche sind auf Grund der Klimakrise psychisch belastet. Umso wichtiger ist es, mit konsequentem Klimaschutz auch die Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen zu gestalten. In den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen – in Schulen, Kitas und in der Jugendhilfe – brauchen wir geschulte Fachkräfte und verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen. Schon belastete junge Menschen müssen angemessene Unterstützung bekommen.“

Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Vorstandsvorsitzende des Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit e. V.:
„Die Klimakrise ist längst eine Gesundheitskrise für Kinder und Jugendliche. Sie gehören zu den vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen, weil ihre körperliche und psychische Entwicklung besonders empfindlich auf Hitze, Luftschadstoffe und Extremwetterereignisse reagiert. Als Gesellschaft tragen wir die Verantwortung, das Recht junger Menschen auf Gesundheit, Schutz und eine lebenswerte Zukunft konsequent zu gewährleisten.“

Das Positionspapier wurde in Kooperation mit der Schader-Stiftung in Darmstadt gemeinsam mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis erarbeitet und wird von 81 Organisationen aus den Bereichen Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe, Bildung und Zivilgesellschaft unterstützt.

Das vollständige Positionspapier finden Sie hier.


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