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#InDenFokus: Krisen ein Gesicht geben 

Webseitenheader Protagonist Yasin #InDenFokus 2023: Vergessene Krisen in Bangladesch, im Libanon und Südsudan
Mehr Aufmerksamkeit für vergessene Krisen: Das fordern 30 Hilfsorganisationen.
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Mehr Aufmerksamkeit für vergessene Krisen: Das fordern 30 Hilfsorganisationen.

Es ist ein häufiges Phänomen, dass Krisen bereits nach wenigen Wochen aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwinden. Jüngstes Beispiel ist das Erdbeben in der Türkei und Syrien. Bereits jetzt, knapp drei Monate nach dem Beben, verliert das Thema deutlich an Aufmerksamkeit - unabhängig vom Ausmaß der Not vor Ort. Dies hat jedoch schwerwiegende Folgen für die betroffenen Menschen. Denn ohne Aufmerksamkeit kein Geld und somit auch weniger Hilfe.

"Der Krieg in der Ukraine hat deutlich gemacht, wie stark die Welt miteinander vernetzt und voneinander abhängig ist. Die globale Solidarität für die Menschen in der Ukraine ist groß und wichtig. Gleichzeitig gibt es im Schatten dieses Krieges weltweit weitere schwere Krisen, die internationale Solidarität benötigen", appelliert Susanne Wesemann, Leiterin der Johanniter-Auslandshilfe.

So waren Ende 2022 weltweit fast 274 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, die meisten von ihnen leben in sogenannten vergessenen Krisen. Unbemerkt von der Öffentlichkeit engagieren sich zahlreiche humanitäre und entwicklungspolitische Organisationen für eine Verbesserung der Situation. Aber auch viele Selbstbetroffene setzen sich unermüdlich für ihre Gemeinden ein. Ihr Engagement gehört #InDenFokus.

Bangladesch: Yasin


Klimawandel, eine lähmende Wirtschaftskrise und eines der größten Geflüchtetencamps der Welt: Bangladesch hat mit drei schweren Krisen gleichzeitig zu kämpfen. "Es bedarf einer größeren internationalen Aufmerksamkeit und einer stärkeren Solidarität, um diese Probleme anzugehen", appelliert Enamul Haque, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Bangladesch.

Deutsche Hilfsorganisationen wie Malteser International versorgen über lokale Partnerorganisationen die Menschen in den Camps und den aufnehmenden Gemeinden. "Damit die Menschen hinter den großen Zahlen der vergessenen Krisen wahrgenommen werden, ist es wichtig, Gesichter zu zeigen und die Geschichten der Menschen zu erzählen. So wie die Geschichte von Yasin, der in einer der Einrichtungen unserer lokalen Partner unterstützt wird", so Cordula Wasser, Leiterin der Asienabteilung von Malteser International.

Yasin lebt seit 2017 mit seiner Familie in Cox's Bazar, nachdem er durch die Vertreibungen in Myanmar seine Heimat verlassen musste. Im Camp ist er ehrenamtlich als Lehrer tätig und unterrichtet Englisch. Beigebracht hat er selbst sich die Sprache zum großen Teil über YouTube-Videos. Sein Traum wäre es, als Übersetzer oder Lehrer arbeiten zu können.

Libanon: Ahmad

Der Libanon erlebt eine der schlimmsten Wirtschafts- und Finanzkrisen mit verheerenden humanitären Folgen. "Die Preise für Lebensmittel, Medikamente und Treibstoff sind sprunghaft angestiegen und mittlerweile für viele unerschwinglich geworden", sagt Danila Zizi, Programmdirektorin von Handicap International. "Menschen, die früher einen sicheren Job und ein gutes Einkommen hatten, kämpfen heute darum, ihre eigenen Kinder zu ernähren. Das belastet sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit."

Die Arbeit von lokalen und internationalen Hilfsorganisationen ist für die notleidenden Menschen überlebenswichtig. "Schulen und Krankenhäuser von Hilfsorganisationen und Religionsgemeinschaften übernehmen die Aufgaben einer Regierung, die ihren Pflichten gegenüber der eigenen Bevölkerung nicht nachkommt", sagt Msgr. Wolfgang Huber, Präsident von missio München." Dafür brauchen wir mediale Aufmerksamkeit und müssen den Menschen helfen, die vor Ort an Lösungen arbeiten", erklärt Christian Gülisch, Bereichsleiter für die MENA-Region der Berghof Foundation.

Einer, der sein Schicksal in die eigenen Hände genommen hat, ist Ahmad. Der Syrer floh vor zwölf Jahren in den Libanon und lebt mit seiner Familie in einem Camp in Arsal in der Bekaa-Ebene. Gemeinsam mit anderen Syrerinnen und Syrern sowie libanesischen Ehrenamtlichen hat er eine freiwillige Feuerwehr gegründet, um schnell Feuer in den Camps löschen zu können. Gleichzeitig klären sie die Menschen darüber auf, wie Brände verhindert werden können.

Südsudan: Teresa


Im weltweit jüngsten Staat flammen immer wieder Bürgerkriege zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen auf. Über 400.000 Menschen starben seit der Staatsgründung, über vier Millionen wurden aus ihren Häusern vertrieben. "Die fragile Sicherheitslage und Naturkatastrophen wie Überschwemmungen zerstören immer wieder die Lebensgrundlage der Menschen. Allein 2022 waren rund drei Viertel der Bevölkerung im Südsudan auf humanitäre Unterstützung angewiesen", sagt Fabian Nolde, der die Hilfsprojekte von Help - Hilfe zur Selbsthilfe im Südsudan koordiniert.

"Die Eskalation der Situation im Sudan verschärft auch die Situation im Südsudan, denn Zehntausende flüchten vor der Gewalt über die Grenze in den Nachbarstaat", so Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger in Deutschland. "Die Preise für Grundnahrungsmittel schießen auch im Südsudan in die Höhe und die humanitäre Lage verschlechtert sich, fernab des Fokus der Medien, immer weiter. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder."

Eine, die diesen Kindern hilft, ist Teresa. Sie engagiert sich ehrenamtlich in ihrer Gemeinschaft und versorgt erkrankte Kinder unter fünf Jahren. Hierfür erhielt sie von den Johannitern eine Ausbildung sowie regelmäßig Medikamente. Sie ist für viele Familien die einzige medizinische Hilfe, da das nächste Krankenhaus nur schwer erreichbar ist.

Aktionswoche ab dem 6. Mai

Mit folgenden Veranstaltungen wollen die Hilfsorganisationen in der Aktionswoche ab dem 5. Mai vergessene Krisen wieder #InDenFokus rücken:

Auf ihren Social Media Kanälen rufen 30 Hilfsorganisationen und ihre Unterstützenden die Menschen dazu auf, Gesicht zu zeigen für vergessene Krisen und diese wieder in den Fokus zu rücken

Vom 5. bis 14. Mai kann man im Berliner Tiergarten an einer humanitären Schnitzeljagd mit QR-Codes an verschiedenen Stellen teilnehmen. Startpunkt ist an der S-Bahn-Station Bellevue, Richtung Gerickesteg.

Am Abend des 5. Mai findet zudem im Berliner City Kino Wedding ein Film-Event mit starken dokumentarischen Kurzfilmen zu den drei Fokusländern statt. Zusätzlich gibt es einleitende kurze Gespräche zur humanitären Situation in dem jeweiligen Land mit Expertinnen und Experten. Tickets und alle Infos gibt es hier.

9. Mai: In Beirut findet eine hybride Paneldiskussion der Berghof Foundation mit einer libanesischen Politikerin und Aktivistinnen statt, um Auswege aus den multiplen Krisen im Libanon aufzuzeigen. Anmeldung zum Livestream über: berghof-foundation.org.

10. Mai: Die Gaming Community wirft ebenfalls ein Schlaglicht auf vergessene Krisen. Hierfür hat NerdStar TV einen exklusiven #InDenFokus Online Stream ab 16 Uhr geplant, bei dem sich die Zuschauenden interaktiv und mit viel Spiel und Spaß dem Thema vergessene Krisen nähern können. Mit dabei sind Influencer:innen aus der Branche.

11. Mai: Schirmherrin Luise Amtsberg lädt gemeinsam mit den Hilfsorganisationen Parlamentarier:innen zu einem Frühstück ein, um mit ihnen über Lösungen für vergessene Krisen zu diskutieren.

Hintergrund

Mit der Kampagne #InDenFokus-Kampagne setzen sich 30 Hilfsorganisationen für mehr Aufmerksamkeit und Solidarität ein, um das Spendenaufkommen zu erhöhen, welches dann die humanitäre Arbeit der Länder und Regionen unterstützt. Die Kampagne beleuchtet dabei die Fokusländer Libanon, Südsudan und Bangladesch und einzigartige Menschen, die sich trotz der schwierigen humanitären Lage in ihren Gemeinden engagieren. Gefördert wird die Kampagne vom Auswärtigen Amt.

Pressekontakt:

Alle Informationen zur Kampagne gibt es auf www.indenfokus.de oder auf Instagram @indenfokus. Bildmaterial zur Kampagne finden Sie hier.


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Kontakt

Portraitfoto Angelika Boehling (Quelle: Jakob Studnar)

Angelika Böhling

Pressesprecherin

0203 7789 230

angelika.boehling@kindernothilfe.de

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