Nowshin und der Klimawandel
Interview: Friederike Bach Bilder: Kindernothilfe-Partner
Bangladesch ist stark vom Klimawandel betroffen. Immer wieder gibt es schlimme Stürme und Überflutungen. Nowshin (13) lebt an der Küste Bangladeschs und wünscht sich, dass Politikerinnen und Politiker mehr tun, um das Klima zu schützen – und dass sie mehr darauf achten, was Kinder brauchen, die unter dem Klimawandel leiden.
Hallo, ich bin Nowshin. Ich bin 13 Jahre alt und bin an der Küste von Bangladesch aufgewachsen. Hier gibt es oft schwere Stürme, die vom Meer kommen. Weil das salzige Meerwasser immer wieder unser Land überflutet, können wir dort nichts mehr anbauen.
Bei einem besonders schlimmen Sturm mussten meine Familie und ich uns in einem Schulgebäude in Sicherheit bringen. Ich habe gesehen, wie das Dach von unserem
Haus weggeflogen ist. Überall lagen umgestürzte Bäume. Unsere Schule war nach dem Sturm wochenlang geschlossen. Viele meiner Freunde konnten danach gar nicht mehr zur Schule kommen, weil ihr Zuhause durch den Sturm zerstört wurde.


"Wir müssen mehr gegen den Klimawandel tun!"
Für mich ist der Klimawandel nicht nur ein Thema in den Nachrichten. Er ist ein Teil meines Lebens. Klimawandel heißt für mich: das eigene Zuhause wegen eines Sturms zu verlieren, salziges Wasser trinken zu müssen und wegen Überflutungen nicht zur Schule gehen zu können.
Ich finde, wir müssen endlich mehr gegen den Klimawandel tun! Ich habe aber das Gefühl, dass die Leute in der Politik uns Kindern und Jugendlichen gar nicht zuhören. Zu wichtigen Treffen werden wir nur eingeladen, damit sie Fotos mit uns machen können. Aber wenn es wirklich um Entscheidungen geht, dann fragen sie uns nie nach unserer Meinung.


Einmal habe ich in meiner Stadt an einer Diskussion zum Klimawandel teilgenommen. Ich und andere Jugendliche haben einen Vorschlag gemacht, wie man Schulen an der
Küste besser schützen kann. Aber niemand hat uns ernst genommen.
Ich habe trotzdem nicht aufgegeben. Denn ich glaube, dass aus den Ideen von Kindern und Jugendlichen echte Lösungen für die Zukunft werden können. Zusammen mit anderen Jugendlichen mache ich jetzt bei verschiedenen Projekten des Kindernothilfe-Partners "Jagrata Juba Shangha" mit. Jetzt hören die Leute in der Politik uns endlich zu. Und sie helfen uns, etwas gegen den Klimawandel zu tun.
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