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Timo Pauler, Finanzvorstand der Kindernothilfe seit 01.01.2026 (Quelle: Ludwig Grunewald)

Interview

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Neuer Kindernothilfe-Finanzvorstand: Timo Pauler

Interview: Katharina Draub Bilder: Ludwig Grunewald

Seit dem 1. Januar 2026 ist Timo Pauler (46) neuer Finanzvorstand bei der Kindernothilfe. Der Betriebswirtübernimmt das Amt des Chief Financial Officer (CFO) und tritt damit die Nachfolge von Jürgen Borchardt an, der Ende Oktober 2024 in den Ruhestand verabschiedet wurde. Mit Timo Pauler ist der Vorstand der Kindernothilfe nun wieder komplett. Ihm gehören neben Timo Pauler die Vorstandsvorsitzende Katrin Weidemann sowie der Programmvorstand Carsten Montag an.

Herr Pauler, warum ist Ihnen die Arbeit in einer gemeinnützigen Organisation wie der Kindernothilfe so wichtig?

Timo Pauler: Für mich ist die Arbeit bei einer Organisation vor allem sinnstiftend. Ganz ehrlich: Was gibt es Schöneres, als jeden Tag seine Energie und Fähigkeiten für eine gute Sache einzusetzen und in diesem Fall für das Wichtigste auf der Welt, nämlich die Kinder und ihre Rechte? Ich bin fest davon überzeugt, dass es international denkende und vernetzte Organisationen wie die Kindernothilfe unbedingt braucht. Sie sind zum einen Bindeglied zwischen Menschen, die mehr haben, und solchen, die weniger haben. Gleichzeitig schaffen sie Austausch, Dialog und Räume, in denen an einer besseren Zukunft gearbeitet wird. Sie sind auch ein Bollwerk gegen gesellschaftlichen Zerfall und Radikalisierung. In Zeiten wie diesen wichtiger denn je!

Sie haben viel Erfahrung im Finanzwesen – gibt es ein besonderes Prinzip, das Sie in Ihrer Arbeit verfolgen und das Ihnen auch bei der Kindernothilfe helfen kann?

Timo Pauler: Als Finanz- und Verwaltungsmensch leitet mich vor allem ein Prinzip: Viele Menschen spenden nicht aus Überfluss, sondern aus Überzeugung. Das verpflichtet uns, mit den uns anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsbewusst umzugehen. Zudem bin ich überzeugt, dass Menschen am besten wissen, was sie in ihrem Leben brauchen. Das gilt v. a. für diejenigen, die Unterstützung durch die Kindernothilfe erhalten. Deshalbsind Themen wie Machtverhältnisse zwischen Gebenden und Nehmenden, Rassismus, postkoloniale Verantwortung und die Frage „Wer entscheidet eigentlich?“ für mich von großer Bedeutung.

Wenn Sie auf die nächsten fünf Jahre blicken, was sind die wichtigsten Meilensteine, die Sie für Kinder und Familien in Not setzen möchten?

Timo Pauler: Ich bin fest davon überzeugt, dass eine hohe Diversität – also eine gute Durchmischung von Menschen in Bezug auf Alter, Geschlecht sowie Diskriminierungserfahrungen – für die Arbeit an guten Zielen unerlässlich ist. Das macht die Arbeit zwar nicht immer einfacher, aber definitiv besser. Wenn es gelingt, diese Vielfalt weiter auszubauen, die Internationalisierung der Kindernothilfe in ihrer gesamten Strukturvoranzutreiben und unterschiedliche Perspektiven stärker einzubeziehen, wird das einen direkten positiven Einfluss auf Kinder in Not und unsere Arbeit für Kinderrechte haben. Darauf freue ich mich sehr und möchte gemeinsam mit dem Team der Kindernothilfe daran arbeiten.

Eine persönliche Frage zum Schluss: Wie verbringen Sie Ihren Feierabend? Haben Sie bestimmte Hobbys, denen Sie gerne nachgehen?

Timo Pauler: Meinen Ausgleich finde ich vor allem draußen in der Natur – sei es bei Spaziergängen, beim Joggen oder im Sommer auf dem Fahrrad. Das hilft mir, meine Gedanken zuordnen und den Kopf frei zu bekommen. Außerdem engagiere ich mich in unserer Kirchengemeinde in Solingen, wo mein Mann Pfarrer ist. Ich liebe unseren Hauskreis, irgendwie ist immer etwas zu tun – für mich ein schöner Ausgleich zum Berufsalltag.

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