Kindernothilfe. Gemeinsam wirken.

Kindern eine Stimme geben: Kampagnen der Kindernothilfe

Öffentliche Wahrnehmung und Diskurs sind entscheidende Faktoren für die globale Verwirklichung von Kinderrechten. Mit ihrer Kampagnenarbeit rückt die Kindernothilfe Kinderrechte in den Fokus, schafft Aufmerksamkeit und nimmt Entscheidungsträger:innen in die Pflicht.

Erfolge der Kampagnenarbeit der Kindernothilfe

Die Advocacy-Arbeit der Kindernothilfe begann mit der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Mit vielen überzeugenden Gesprächen mit Politiker:innen und Regierungsvertreter:innen brachten die Kindernothilfe und andere engagierte Kinderrechtsorganisationen die Ratifizierung durch Deutschland im März 1992 auf den Weg.

Zu einem Meilenstein unserer Lobby- und Advocacy-Arbeit zählt die Durchsetzung des Individualbeschwerderechts für Kinder vor dem Ausschuss für die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen. Jungen und Mädchen haben damit die Möglichkeit, sich beim Ausschuss für die Rechte des Kindes bei Verletzung der UN-Konvention zu beschweren.

Aktuelle Kampagnen der Kindernothilfe

Recht auf Partizipation – Time to Talk
In der Kampagne „Time to Talk“ / “Zeit zu reden” haben die Kindernothilfe und terre des hommes etwa 2.000 arbeitende Kinder zu ihren Erfahrungen und Bedürfnissen befragt. Sie berichteten von Herausforderungen ihres Alltags, ihren Ängsten und Träumen. Unser Ziel ist es, arbeitenden Kindern und Jugendlichen Gehör zu verschaffen, damit ihre Perspektiven und Lösungsvorschläge in den politischen Diskurs einfließen können. Kinderarbeit ist ein komplexes Problem, das ebenso komplexe und kontext-spezifische Lösungen benötigt. Kinder sind die Expert:innen ihrer eigenen Lebenssituationen und müssen deshalb an für sie nachhaltige Veränderungen beteiligt werden. Denn nur so passen politische Pläne auch zu den Herausforderungen und Problemen arbeitender Kinder.

Dialogue Works
Fortgeführt wird “Time to Talk” seit Oktober 2020 durch die Kampagne “Dialogue Works”. Sie basiert auf den Ergebnissen und Empfehlungen des Vorgängerprojekts „Time to Talk“ und knüpft an die Erfolge und Lernerfahrungen an.
Mit der neuen Kampagne stärken wir weltweit rund 30 Kinderkomitees, deren Mitglieder ihre Erfahrungen mit Kinderarbeit in der Gruppe teilen und dadurch voneinander lernen. Indem sie ihre Rechte und Bedürfnisse gegenüber Politik und Gesellschaft einfordern, entsteht ein globaler Austausch zwischen arbeitenden Kindern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und politischen Entscheidungstragenden.

Globale Bildungskampagne
Die Globale Bildungskampagne ist eine weltumspannende Bewegung von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass alle Menschen ihr Recht auf eine gute, inklusive Bildung verwirklichen können. Wir beobachten Regierungen und internationale Organisationen wie die Weltbank und machen Druck, wenn sie den Kampf gegen die globale Bildungsmisere vernachlässigen oder ihre Politik sogar zu mehr Bildungsungerechtigkeit führt.

Kampagne gegen den Einsatz von Kindersoldaten
Die Aktion „Rote Hand“ des Deutschen und des weltweiten Bündnisses zur Beendigung des Missbrauchs von Kindern als Soldaten ist eine weltweite Protestbewegung gegen den Einsatz von Kindersoldaten. In den letzten Jahren beteiligten sich mehr als eine Million Menschen auf allen Kontinenten an den Aktionen. Die Mehrzahl sind Kinder und Jugendliche. Sie protestieren in der Öffentlichkeit und sammeln die namensgebenden roten Hände. Diese werden zusammen Forderungen der Aktion an Politiker, Kirchenvertreter oder Prominente übergeben - mit der Aufforderung, sich für ein Ende des Einsatzes von Kindersoldaten und besseren Schutz von Kindern in Kriegsgebieten einzusetzen.
Erfolge der Kampagne sind die Einsetzung einer UN-Sonderbeauftragten für Kinder in bewaffneten Konflikten und die jährliche Veröffentlichung der „Liste der Schande“. Auf ihr werden Staaten genannt, die die sechs schwersten Kinderrechtsverletzungen, wie der Rekrutierung von Kindersoldaten in bewaffneten Konflikten, begehen.

Sicherheit & Würde – Kinder auf der Flucht besser schützen
Die Bedingungen für die mehr als 7.000 Schutzsuchenden, darunter ein Drittel Kinder, im provisorischen Zeltlager „Kara Tepe“ (Schwarzer Hügel) auf der griechischen Ägäis-Insel Lesbos sind katastrophal und inhuman: Für die Menschen vor Ort bedeutet das ein Leben bei Eiseskälte in Sommerzelten, die immer wieder von Sturmböen weggerissen werden. Im Lager gibt es viel zu wenige chemische Toiletten, die hygienischen Bedingungen sind unerträglich. Auch Essen steht nicht ausreichend zur Verfügung, der Strom fällt teils tagelang aus.
Und das, obwohl die Europäische Union mehr als fünf Millionen Euro für Kara Tepe zur Verfügung gestellt hat und auch die Bundesregierung weitere zwei Millionen an Soforthilfe für das Lager überwiesen hat.
Die Kindernothilfe setzt sich in der Kampagne „Sicherheit & Würde“ dafür ein, dass mehr schutzbedürftige Geflüchtete in Deutschland aufgenommen werden. Außerdem fordern wir die Bundesregierung dazu auf, mehr Druck auf die griechische Regierung auszuüben und sich für eine Verbesserung der Lebenssituation vor Ort und gegen die illegalen Push-backs der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex einzusetzen.

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