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Kinder in einem haitianischen Kinderzentrum. (Quelle: Jakob Studnar)

Kinderzentren: Oasen im Chaos

Überleben und Schutz von Kindern: Das ist für die Kindernothilfe das oberste Ziel bei all ihren Humanitären Einsätzen. Das wichtigste Werkzeug für diese Arbeit sind Kinderzentren: Oasen im Chaos, in denen Kinder Schutz, Essen, Unterricht und medizinische sowie psychologische Betreuung bekommen – und einfach wieder Kind sein können.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – das gilt vor allem in Katastrophenfällen. Nach Erdbeben, Überschwemmungen oder Dürren brauchen Mädchen und Jungen besonderen Schutz, haben besondere Bedürfnisse. Etwa bei der Nahrung: Während Erwachsene längere Zeit unbeschadet mit Reis und Wasser über die Runden kommen, brauchen Kinder hochenergetische Nahrung, um solche Notsituationen ohne langfristige Gesundheitsschäden zu überstehen. Zudem sind spezielle Maßnahmen notwendig, um Kinder im Gewirr von Notunterkünften vor Gewalt und Krankheiten zu bewahren. Ebenfalls wichtig für die langfristige Entwicklung eines Kindes: das Aufrechterhalten von Unterricht und eines geregelten Alltags. Wenn Kinder längere Zeit aus dem Schulalltag herausgerissen sind, finden viele den Weg nicht mehr zurück. Langfristig leidet daran auch die gesamte Gesellschaft: Der Bildungsnotstand verschärft sich und somit auch die Armut.

Bei unserer Hilfe stehen Kinder im Zentrum

Um Kindern die bestmögliche Hilfe während und nach Katastrophen zu gewährleisten, arbeitet die Kindernothilfe mit sogenannten Kinderzentren: Das sind speziell geschaffene Räume – häufig innerhalb von Notunterkünften –, in denen Kinder Schutz, Essen, Unterricht, Spielmöglichkeiten und medizinische sowie psychologische Betreuung bekommen.

Als besonders wichtig bei der Betreibung von Kinderzentren hat sich die Registrierung der Mädchen und Jungen sowie eine regelmäßige Anwesenheitskontrolle erwiesen. Im Verbund mit anderen Organisationen, die sich ebenfalls um Kindesschutz bemühen, lässt sich so die Gefahr von Kindesmissbrauch und Kinderhandel deutlich reduzieren.

Wie die Kinderzentren im Einzelnen aussehen, richtet sich nach den jeweiligen Bedürfnissen, die sich aus der Nachkatastrophensituation ergeben. Sowohl die Bauart als auch Programmangebote können sehr unterschiedlich sein. Beides plant die Kindernothilfe in enger Abstimmung mit ihren lokalen Partnern vor Ort. Manchmal reichen schon einfachste Mittel, um ein wirksames Kinderzentrum einzurichten: In Haiti etwa, als unmittelbar nach dem Beben 2010 keine Baustoffe verfügbar waren, legte die Kindernothilfe an einem Standort Plastikplanen zwischen Bäumen aus. Inmitten des Chaos signalisierte der Ort feste Strukturen und gab Platz zum Spielen. Mit großem Erfolg: Die Kinder blühten auf, lachten, konnten endlich wieder Kind sein. Erst später, als Baumaterial zur Verfügung stand, konnten an der Stelle Pavillons gebaut werden.

Die Zentren werden immer an die Bedürfnisse angepasst

Nach der Flut in Pakistan 2010 hingegen standen leere Gebäude am Rande der Überschwemmungsgebiete zur Verfügung, die nach einigen Renovierungsarbeiten als Kinderzentren genutzt werden konnten.

So wie die Gebäude können auch die Programmangebote je nach Bedarf variieren. Sie reichen von offenen Spiel- und Lernangeboten über kindgerechte Ernährung und Gesundheitsuntersuchungen bis zu Trauma-Arbeit wie etwa Verhaltensbeobachtung, Gesprächsgruppen und psychosoziale Betreuung.

Mit dem Aufbau von Kinderzentren muss früh begonnen werden; die Arbeit wird dann so lange weitergeführt, bis sich die Lage wieder normalisiert hat, etwa bis die Schulen wieder geöffnet sind. Dieser Zeitraum kann manchmal sechs Monate oder sogar ein Jahr betragen. Da die von der Kindernothilfe unterstützten Kinderzentren von lokalen Organisationen betrieben werden, ist es möglich, auch über längere Zeiträume das Programm aufrechtzuerhalten.

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