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Studie: Hohe Dunkelziffer von sexualisierter Gewalt gegen Kinder in der Ukraine

Zwei Frauen und ein Mann stehen nebeneinander und halten eine Studie in den Händen (Quelle: Angelika Böhling)
Daria Chekalova (Deputy Director beim Kindernothilfe-Partner NGO Girls, Ukraine.), Dr. Judith Striek, Advocacy Officer Kindernothilfe, Carsten Montag, Programmvorstand Kindernothilfe (Quelle: Kindernothilfe)
Zwei Frauen und ein Mann stehen nebeneinander und halten eine Studie in den Händen (Quelle: Angelika Böhling)
Daria Chekalova (Deputy Director beim Kindernothilfe-Partner NGO Girls, Ukraine.), Dr. Judith Striek, Advocacy Officer Kindernothilfe, Carsten Montag, Programmvorstand Kindernothilfe (Quelle: Kindernothilfe)

(Duisburg, 21.02.2024) Russisches Militär setzt im Angriffskrieg gegen die Ukraine sexualisierte Gewalt gegen Kinder als Taktik ein. Seit Februar 2022 wurden dreizehn Fälle von konfliktbezogener sexualisierter Gewalt durch russische Soldaten dokumentiert. Die jüngste Überlebende ist gerade einmal vier Jahre alt. Im Jahr 2023 wurden zudem 915 Fälle allgemeiner sexualisierter Gewalt gegen Kinder in der Ukraine registriert. Das wahre Ausmaß der Problematik wird jedoch erst in den kommenden Jahren bekannt werden. Das zeigt die Studie „Kindern ermöglichen, darüber zu sprechen“, die die Kindernothilfe anlässlich des zweiten Jahrestages der russischen Invasion veröffentlicht.

 

„Es ist zutiefst abstoßend und unerträglich, dass unschuldige Kinder als Werkzeuge im Krieg benutzt werden. Es ist eine Schande für die Menschheit, dass solche barbarischen Taktiken angewendet werden. Die Täter müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden“, sagt Carsten Montag, Vorstand der Kindernothilfe. Man gehe von einer extrem hohen Dunkelziffer aus, da die Datenlage aus den ukrainischen Provinzen nahe der Kriegsfront sowie aus den russisch besetzten Gebieten fehle. Auch brächten Eltern und Kinder in befreiten Gebieten kaum Fälle zur Anzeige, weil sie Stigmatisierung fürchteten – und dass russische Soldaten wieder zurückkehren könnten. „Um Kinder vor weiteren Verbrechen zu schützen, müssen bestehende Initiativen und Hilfsangebote – wie etwa Kinderschutzzentren – ausgeweitet und zugänglicher gemacht werden. Es werden zudem dringend mehr geschulte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gebraucht, die auf die Behandlung von Kriegstraumata spezialisiert sind“, so Montag weiter.

 

Mit Blick auf die Wiederaufbaukonferenz im Juni des Jahres fordert die Kindernothilfe, die Perspektiven betroffener Kinder stärker zu berücksichtigen. „Wenn der Wiederaufbau der Ukraine gelingen soll, geht es nicht nur darum, dass in Infrastruktur und Wirtschaft investiert wird. Zukünftige Generationen müssen gestärkt und ihre Stimmen gehört werden“, sagt Montag. 

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Kontakt

Portraitfoto Angelika Boehling (Quelle: Jakob Studnar)

Angelika Böhling

Pressesprecherin

0203 7789 230

angelika.boehling@kindernothilfe.de

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