WAZ-Spendenaktion beginnt: Hilfe für die Kinder der Rohingya
Text: Hubert Wolf, Fotos: Jakob Studnar, erschienen in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung am 30. November 2019
Cox's Bazar. 400.000 Kinder sitzen in einem Flüchtlingslager in Bangladesch fest. Die Kindernothilfe baut ihnen Schutzzentren. WAZ-Leser können helfen.
Was Amena wichtig ist, das hebt sie auf in einer Art Schuhkarton, „Infusion Set“ steht darauf, doch statt Schläuchen und Pulver ist darin ihr ganzes Spielzeug: lauter leere Plastikdosen, Plastiktellerchen und eine einzige, kleine, strapazierte Puppe – fertig. Ihre Freundin Assia hat heute auch ihr Püppchen mitgebracht, die beiden zehnjährigen Mädchen sitzen auf einer Matte und spielen, was sie jeden Tag spielen: ausgehen, die Umgebung erkunden. Was mag es geben da draußen, außerhalb von Lager 17?
Alle Hilfe liegt in der Verantwortung internationaler NGOs
Das halbe Volk der Rohingya ist da vertrieben worden aus dem ostasiatischen Myanmar, als Bengalen und Muslime mit eigener Sprache waren die Menschen dort eine dreifache, verachtete Minderheit ohne alle Bürgerrechte. Nachdem Extremisten aus ihren Reihen mehrere Polizeiposten überfallen hatten, reagierte die Armee von Myanmar mit einem Gewaltexzess; da sind sie alle geflohen nach Bangladesch, das sie aber auch nicht wirklich aufnimmt. Außer in diesem Lager, 30 Kilometer südlich der Küstenstadt Cox’s Bazar, Myanmar können sie von hier aus sehen, je nachdem, wo ihre Hütte steht.
„Ich fühle mich unsicher, vor allem bei Nacht, allein mit meiner Enkelin“
Amenas Mutter ist schon lange tot, ihr Vater ist verschollen in Myanmar, als er Brennholz sammeln war; das Waisenkind lebt zusammen mit seiner verwitweten Großmutter Rohima Khatu (75). In einer dieser typischen, offenen Hütten von Camp 17: Aus einem Gerüst aus Bambus bestehen sie, der hier überall wächst; aus Plastikplanen und leeren Säcken, auf denen oft noch „UNHCR“ steht oder „USAid“; aus Steinen obenauf, damit das ganze Zuhause nicht wegfliegt, und aus Überlebenswille, versteht sich.


Sie sahen brennende Häuser und schießende Soldaten
„Sie ist wieder in der Lage, Freunde zu finden“
Also, sie kommen gerannt, rufen „Hello“, „Bye-Bye“, auch „How are you?“ Aus manchen festeren Baracken, in denen Hilfsorganisationen wirken, hört man auch immer wieder kleine Kinder singen: die hellen, lebensfrohen Stimmen von fünf-, sechs-, achtjährigen Mädchen und Jungen, die noch nicht ahnen, dass ihnen die Zukunft wahrscheinlich nicht gehört.


Kinderschutzzentrum bietet Hilfe
Das Spendenkonto
Empfänger Kindernothilfe IBAN: DE4335 0601 9000 0031 0310
BIC: GENODED1DKD (Bank für Kirche und Diakonie).
Stichwort: Bangladesch




