Kindernothilfe. Gemeinsam wirken.

Kontrolle und Transparenz

Vertrauen ist gut, Kontrolle aber noch sehr viel besser – das gilt vor allem, um sicherzustellen, dass alle Spenden auch für den Zweck verwendet werden, für den sie bestimmt sind. Deshalb arbeitet die Kindernothilfe mit einer umfassenden internen und externen Kontrolle. Gleiches gilt für unsere lokalen Partnerorganisationen, mit denen wir die Projekte vor Ort durchführen.

Kontrolle bei der Kindernothilfe

Kontrolle bei den lokalen Partnern

Mit dem Projektcontrolling und der Projektbegleitung verfolgt die Kindernothilfe zwei zentrale Anliegen: Erstens muss gewährleistet sein, dass die geförderten Projekte die Lebenssituation von Kindern, ihren Familien und Gemeinden nachhaltig verbessern. Zweitens soll sichergestellt werden, dass die Projektmittel effektiv und effizient eingesetzt werden. Um dies zu erreichen, hat die Kindernothilfe ein System mit folgenden Bausteinen entwickelt:

1. Projektantrag

Jedes neue Projekt muss einen Antrag vorlegen mit Angaben zum Träger, zu Zielen und Zielgruppen, zum Monitoring, zu den Risiken und zur Finanzierung. Alle Anträge werden geprüft: inhaltlich und fachlich durch das zuständige Auslandsreferat, finanziell durch die Controllingabteilung.

2. Vertragliche Grundlage

Grundlage der Zusammenarbeit mit Partnern und Projekten ist ein Kooperationsabkommen. In diesem Vertrag werden in einem allgemeinen Teil Rechte und Pflichten geregelt, in einem speziellen Teil Vereinbarungen über Ziele und Schwerpunktsetzung.

3. Jahresplanung

Alle Projekte und Partner müssen eine Planung vorlegen mit Zielen, Messgrößen, Vorgaben und Aktivitäten sowie einem Budget. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass ein Projekt Gelder erhält. Ohne eine den Anforderungen entsprechende Planung werden keine Zahlungen geleistet.

4. Empfangsbestätigung

Der Zahlungseingang ist schriftlich zu bestätigen (Datum, Betrag in Euro und in Landeswährung).

5. Projektfortschrittsbericht

Projekte sollen über den Fortschritt berichten. Alle Projekte, die jährlich mehr als 75.000 Euro erhalten, müssen einen Halbjahresbericht vorlegen, der gegebenenfalls Auskunft über Abweichungen zum Plan und Budget gibt.

6. Projektbesuche

Projekte und Partner werden regelmäßig besucht. Die Kindernothilfe-Mitarbeitenden bewerten Fortschritt, Konzeption und Management eines Projekts. Sie überprüfen auch Buchhaltung, Finanzmanagement und Rechnungslegung. Um die Qualität der Arbeit zu verbessern, führen sie zudem Workshops durch.

7. Jahresbericht

Alle Projekte müssen einen jährlichen Bericht vorlegen. Er soll Auskunft über Aktivitäten und Zielerreichungen geben. Erfolge sollen genauso dargestellt werden wie Schwierigkeiten und Probleme. Er dient als Grundlage für den Projektbericht, der jährlich an alle Paten verschickt wird.

8. Jahresabschluss

Alle Projekte und Partner legen einen Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung) vor. Er muss von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft sein und einen Prüfungsbericht (mit Testat) enthalten. Alle Jahresabschlüsse werden ausgewertet. In Stichproben erfolgen umfangreiche Prüfungen. Liegt ein Jahresabschluss nicht fristgerecht vor oder entspricht er nicht dem geforderten Standard oder wurde kein uneingeschränktes Testat erteilt, werden bis zur Behebung der Defizite keine Zahlungen getätigt.

Wirkung analysieren

Ombudsperson

Wichtig bei der Korruptionsbekämpfung ist eine Ombudsperson. Sie agiert unabhängig von der Organisation und nimmt Hinweise entgegen, falls ein begründeter Korruptionsverdacht gegen die Kindernothilfe bestehen sollte. Die Ombudsperson der Kindernothilfe ist

Dr. Jürgen Hower
Kinderarzt
Nachtigallental 3
45478 Mühlheim an der Ruhr
E-Mail: ombudsperson.kindernothilfe@gmail.com

Selbstverpflichtungen der Kindernothilfe

Gute Arbeit braucht verbindliche Grundlagen, einen verlässlichen Rahmen und genaue Kontrolle. Deshalb hat die Kindernothilfe Richtlinien aufgestellt und sich auf andere, bereits bestehende Kodizes verpflichtet. Das Ziel: Die Arbeit noch transparenter, überprüfbarer und effektiver zu machen.

Vereinssatzung der Kindernothilfe

Wer: Kindernothilfe-Gremien
Seit wann: 1961, in der Fassung von 2018
Inhalt: Ausrichtung der Arbeit im In- und Ausland, Zusammensetzung und Aufgaben der Vereins-Organe

 

Kindesschutz-Policy

Wer: Kindernothilfe
Seit wann: 2013
Inhalt: Organisationsweites System, um Kinder in der weltweiten Arbeit der Kindernothilfe vor jeglicher Art von Gewalt zu schützen - mit Präventivmaßnahmen wie Verhaltensregeln für verschiedene Personengruppen, Kommunikations- und Personalstandards, sowie Standards zur Schulung von Partnerorganisationen.

 

Anti-Korruptions-Kodex der Kindernothilfe

Wer: Kindernothilfe
Seit wann: 2008, aktualisiert 2016
Inhalt: Verhaltens- und Integritäts-Kodex: verpflichtet alle Mitarbeiter, integer, verantwortungsbewusst, gesetzeskonform sowie nach hohen ethischen und moralischen Werten zu handeln; soll Korruption vorbeugen und bekämpfen; Kindernothilfe-Mitarbeiter müssen jegliche Korruptionshandlung, bei denen sie Zeuge oder Opfer sind, anzeigen; Einrichtung einer Ombudsstelle.

 

Diakonischer Corporate-Governance-Kodex

Wer: Kindernothilfe
Seit wann: seit 2007, Fassung von 2018
Inhalt: Ziel ist ein effizientes, verbindlich geregeltes Zusammenspiel auf allen Ebenen der Kindernothilfe. Konkrete Inhalte: Transparenz und Offenheit in der Kommunikation; klare Kompetenzabgrenzungen zwischen Aufsichtsgremien und dem Vorstand; Festlegung der Aufgaben der Vereinsorgane, der Referate und des Vorstands; Kontrolle der Arbeit

 

VENRO-Kodex "Entwicklungsbezogene Öffentlichkeitsarbeit"

Wer: Kindernothilfe und Mitglieder des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO)
Seit wann: 1998
Inhalt: Professionelle und ethische Standards in der Kommunikation mit Presse und Spendern; transparente, effiziente und verantwortliche Mittelverwendung; Verbot, Spenderadressen zu vermieten, zu verkaufen oder zu tauschen; Die Kindernothilfe stellt Not leidende Menschen weder in Texten noch auf Fotos entwürdigend dar, bietet Patenkinder nicht katalog-ähnlich an und nötigt Menschen nicht mit extremen Formulierungen zum Spenden.

 

VENRO-Verhaltenskodex

Wer: Kindernothilfe und Mitglieder des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO)
Seit wann: seit 2008
Inhalt: Einheitliche Standards, stärkere Kontrolle und nachweisbare Professionalität; größtmögliche Transparenz; allgemeingültige Standards für Hilfsorganisationen setzen; Stärkung unabhängiger Kontrollinstanzen wie das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen

 

VENRO-Kodex "Schutz von Kindern vor Missbrauch und Ausbeutung in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe"

Wer: Kindernothilfe und Mitglieder des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO)
Seit wann: 2009
Inhalt: verpflichtet alle Mitglieder, Kinder unter anderem vor sexuellem, emotionalem oder physischem Missbrauch, Ausbeutung sowie Vernachlässigung zu schützen; ein Umfeld zu schaffen, in dem die Einhaltung der Kinder- und Menschenrechte gewährleistet wird; Kinder bei sie betreffenden Maßnahmen zu beteiligen; die eigene Organisation/die eigenen Partner für das Thema zu sensibilisieren; im Rahmen der eigenen Presse-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sicherzustellen, dass die Kindeswürde gewahrt bleibt

 

Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Wer: Kindernothilfe und VENRO-Mitglieder, Transparency Deutschland e. V., Bundesverband deutscher Stiftungen, DZI, Deutscher Fundraising Verband, Deutscher Kulturrat, Deutscher Naturschutzring, Deutscher Spendenrat, Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft
Seit wann: 2010
Inhalt: 10 grundlegende Informationen, die jede zivilgesellschaftliche Organisation auf ihrer Website veröffentlichen sollte - darunter die Satzung, die Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur. Informationen über die Kindernothilfe gemäß des Transparenz-Standards der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ finden Sie hier

Charter4Change

Wer: 29 internationale Organisationen, unterstützt von mittlerweile 139 Organisationen aus dem globalen Süden
Seit wann: 2016
Inhalt: Die Rolle der so genannten „Süd-NRO“ – Nichtregierungsorganisationen, die ihren Hauptsitz in einem Land des globalen Südens (außerhalb eines OECD-Landes) haben – soll gestärkt werden.

Charter4Change: Wie die Kindernothilfe lokale Nothilfe stärkt

Kontakt

Gruppenfoto des Infoservice der Kindernothilfe (Quelle: Ludwig Grunewald)

Info-Service

Telefon: 0203 7789 111

info@kindernothilfe.de

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