Alymi musste als Jugendlicher nach einem Unfall des Vaters seine Heimat Benin verlassen – mit seinem zehnjährigen Neffen. Die Familie war in extreme Armut gerutscht und konnte seinen Schulbesuch nicht mehr finanzieren. Die Flucht führte zwei Wochen durch die Wüste in Algerien – ohne ausreichend Wasser, nachts in der Kälte – und schließlich über Tunesien mit dem Boot nach Italien. All die Zeit trug er die Verantwortung für seinen Neffen: „Oft denke ich: Wow, wie habe ich es soweit geschafft.“ Heute lebt Alymi in Berlin, geht zur Schule und möchte Elektriker werden. Trotz vieler Hürden hält er an seinem Ziel fest und sagt: „Ich kann nichts dafür, wo ich geboren wurde, und wir sind alle gleich.”
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Schwarze Geflüchtete sind in Nordafrika häufig rassistischer Gewalt ausgesetzt. In Algerien, Libyen und Tunesien berichten internationale Organisationen von willkürlichen Festnahmen, dem Aussetzen Schutzsuchender in der Wüste, Misshandlungen, sexualisierter Gewalt und systematischer Diskriminierung gegenüber Menschen aus Subsahara-Afrika. Gleichzeitig kooperiert die Europäische Union mit tunesischen, libyschen und algerischen Behörden, um Geflüchtete an der Weiterreise nach Europa zu hindern – trotz den dokumentierten Menschenrechtsverletzungen.
Auch in Deutschland erlebte Alymi Rassismus. Eine Lehrerin ließ ihn durch die B1-Prüfung fallen, während alle weißen Mitschüler bestanden. Bei einer anderen Lehrerin bestand er dieselbe Prüfung mit Bravour.
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Was fordern Kindernothilfe, XENION, BuMF und BAfF?
Die Kooperation mit Drittstaaten zur Migrationsabwehr muss beendet werden. Wir fordern die Europäische Union auf, auf die algerischen, libyschen und tunesischen Grenzschutzbehörden Druck auszuüben, illegale Pushbacks, rassistische Gewalt und weitere schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Geflüchtete zu beenden. Wir kritisieren Abschottung, Auslagerung von Verantwortung und die Aushöhlung des Rechts auf Asyl. Stattdessen braucht es sichere und legale Fluchtwege nach Europa sowie ein unabhängiges Monitoring von Menschenrechtsverletzungen an den Außengrenzen.