WeltRisikoBericht 2026
Stürme treffen die Ärmsten am härtesten – aber Schutz ist möglich


Der WeltRisikoBericht 2026 analysiert die globalen Risiken durch Extremwetterereignisse. Dieses Jahr mit dem besonderen Fokus auf Stürmen. Sie verursachen mehr wirtschaftliche Schäden als jedes andere Extremwetterereignis und kosten nach Erdbeben und Extremtemperaturen weltweit die meisten Menschenleben.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Stürme treffen die Ärmsten am härtesten: Während reiche Länder sich schützen können, fehlen in armen Ländern oft die Ressourcen für Prävention und Wiederaufbau.
- Frühwarnsysteme retten Leben, aber nur, wenn sie alle erreichen: Aktuelle Systeme übersehen oft die Schwächsten.
- Klimarisiken und Konflikte verstärken sich gegenseitig: In Ländern wie den Philippinen führen Stürme zu Vertreibung, Armut und politischer Instabilität.
Die Philippinen sind das Land mit dem höchsten Sturmrisiko der Welt


Die Philippinen führen den Sturmrisikoindex des WeltRisikoBerichts 2026 an. Kein anderes Land der Welt ist so stark durch Stürme gefährdet. Was bedeutet das für die Menschen vor Ort?
Warum sind die Philippinen so gefährdet?
- Klimawandel verstärkt Stürme: Wirbelstürme werden nicht häufiger, aber intensiver und unberechenbarer. Kurz vor der Küste legen sie schlagartig an Kraft zu, sodass die Zeit für Warnungen schrumpft.
- Sturmfluten fordern die meisten Opfer: Nicht der Wind, sondern das Wasser aus Sturmfluten und Überschwemmungen ist die größte Gefahr.
- Armut verschärft die Folgen: Dieselbe Windstärke trifft in armen Ländern auf schwächere Gebäude, weniger Schutzräume und kaum Ressourcen für den Wiederaufbau.
- Soziale Ungleichheit: Fehlende Frühwarnsysteme und mangelnde politische Priorisierung erhöhen das Risiko.
Unterstützen Sie betroffene Familien auf den Philippinen
Die unsichtbaren Folgen für Kinder
Für Kinder auf den Philippinen bedeuten Taifune oft:
- Verlust des Zuhauses: Viele Familien leben in Siedlungen mit wenig Infrastruktur, die bei Stürmen als Erstes zerstört werden.
- Traumata: Die Angst vor dem nächsten Sturm bleibt lange nach der Katastrophe bestehen.
- Schulausfall: Schulen werden zerstört oder als Notunterkünfte genutzt. Bildungschancen gehen verloren.
Die größten Schäden sieht man nicht.
Kinder verlieren ihr Zuhause, ihr Umfeld und das Gefühl von Sicherheit – und das bleibt lange nach dem Sturm.
Telay Echano, Kindernothilfe Landeskoordinatorin für die Philippinen
Schutz ist möglich, wenn er niemanden ausschließt
Der WeltRisikoBericht 2026 zeigt: Katastrophen sind kein Schicksal. Mit den richtigen Maßnahmen können Leben gerettet und Leid verhindert werden. Die Kindernothilfe setzt genau hier an.
So helfen unsere Partnerorganisationen vor Ort:
- Frühwarnsysteme für alle stärken: Lokale Partner unterstützen lokale Frühwarnsysteme und entwickeln klare Handlungsauslöser (z. B. wann Aktivitäten eingestellt oder Evakuierungen eingeleitet werden).
- Sichere Gebäude als Schutzräume: Gemeinden nutzen stabile Betonhäuser als temporäre Evakuierungszentren
- Selbsthilfegruppen zum Schutz, zur Prävention und finanziellen Absicherung: SHGs legen Notfallfonds aus ihren Ersparnissen an, identifizieren besonders gefährdete Haushalte und stimmen Maßnahmen mit lokalen Katastrophenschutzstrukturen ab. Sie organisieren auch gemeinsame Vorbereitungen wie Evakuierungspläne und Koordination mit Behörden.
- Notfallpakete mit Lebensmitteln, Medikamenten & Hygieneartikeln:Partner lagern vor Sturmereignissen essenzielle Hilfsgüter vor, um besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder sofort unterstützen zu können.
- Psychosoziale Unterstützung für Kinder: Priorisiert werden Kinder und andere vulnerable Gruppen, die bei schweren Stürmen besondere Hilfe und Betreuung benötigen.
-
Der WeltRisikoBericht ist eine jährliche Studie, die analysiert, welche Länder am stärksten von Katastrophen wie Stürmen, Überschwemmungen oder Erdbeben bedroht sind. Er wird von Bündnis Entwicklung Hilft und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) der Ruhr-Universität Bochum herausgegeben. Der Bericht zeigt nicht nur Risiken auf, sondern gibt auch Handlungsempfehlungen, wie Katastrophen verhindert oder ihre Folgen gemildert werden können.
-
Der Klimawandel verstärkt Stürme auf den Philippinen:
- Wärmere Meeresoberflächen liefern Taifunen mehr Energie, was zu höheren Windgeschwindigkeiten und zerstörerischeren Stürmen führt.
- Gleichzeitig verschärfen steigende Meeresspiegel die Auswirkungen von Sturmfluten, die ganze Küstenregionen überfluten..
- Zusätzlich führen unvorhersehbare Wetterextreme – wie die plötzliche Intensivierung von Stürmen kurz vor der Küste – zu kürzeren Warnzeiten, was die Evakuierung erschwert.
- Schließlich erhöht die Kombination aus Armut und Umweltzerstörung (z. B. durch Abholzung von Mangrovenwäldern) die Verwundbarkeit der Bevölkerung, da natürliche Schutzbarrieren fehlen und die Infrastruktur oft nicht widerstandsfähig ist.
-
Frühwarnung muss an den Menschen ansetzen. Das bedeutet, dass Warnsysteme nicht nur technische Daten (wie Windgeschwindigkeit) berücksichtigen, sondern auch:
- Wer wird gewarnt? z. B. Menschen in abgelegenen Siedlungen, die oft übersehen werden
- Wie wird gewarnt? z. B. durch lokale Vertrauenspersonen, nicht nur über Apps
- Was passiert nach der Warnung? z. B. Gibt es sichere Schutzräume? Können alle dorthin gelangen?
- Wer wird besonders geschützt? z. B. Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen


