Über die Autorin

Katrin Weidemann
ist seit 2014 CEO der Kindernothilfe. Mit ihren Reportagen und Blog-Beiträgen gibt sie persönliche Einblicke in ihre Arbeit.
Ich mag die Ruhe zwischen den Jahren. Mit Zeit zum Aufräumen des Schreibtisches, mit Stunden zum Sortieren und Bedenken der Ereignisse des Jahres, mit Dankbarkeit für das Erreichte. Im Rückblick entsteht schon ein Stück Landebahn für das Zukünftige, wird dem Werdenden der Boden bereitet.
Es sind noch nicht die großen Analysen, die in diesen Tagen entstehen, nicht die abschließenden Bewertungen. Eher ein erstes Einordnen. Der Rückblick macht deutlich, wie viel Grund zur Dankbarkeit ich habe. Dankbarkeit zum Beispiel für unsere Mitarbeitenden, die mit großartigem Engagement und ganz viel Herzblut hunderte von Projekten entwickelt und auf den Weg gebracht haben, um Kindern weltweit einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.
Ich erinnere mich an Kinder, denen ich bei Projektbesuchen in diesem Jahr begegnet bin: Jungen wie José, der früher auf den Straßen Manilas lebte und seinen Körper verkaufen musste, um zu überleben. Jetzt hat er im Zentrum eines Kindernothilfe-Partners die Chance auf ein Leben in Würde. Auf Schulbesuch und eine Ausbildung, auf Wertschätzung und Heilung.
Auch Karo aus Uganda sehe ich im Rückblick deutlich vor mir. Sie wuchs in einem Slum in Uganda auf, mit vier Jahren wurde sie zum Betteln auf die Straße geschickt. Mittlerweile ist sie eine junge Frau, hat einen Universitätsabschluss und engagiert sich in dem Straßenkinderprojekt, das für sie selbst die Rettung war.





