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Inklusion im Sportverein, Beteiligung bei den Ibbenbürener Kickers am 14.03.2026
Inklusion
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Mehr Schutz für Kinder mit Behinderung im Sportverein

Text und Bilder: Friederike Bach 

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt ist in allen Sportvereinen eine wichtige Aufgabe. Junge Menschen mit einer Behinderung benötigen jedoch besonderen Schutz. Die Kindernothilfe begleitet drei Vereine bei der Entwicklung eines Schutzkonzeptes, in dem die Bedürfnisse von Menschen mit einer Behinderung besonders berücksichtigt werden. Einer davon sind die Ibbenbürener Kickers.

Wer die Ibbenbürener Kickers beim Training besucht, merkt schnell: Hier fühlen sich alle richtig wohl! "Ich finde es toll, dass hier alle mitspielen können", sagt Eva (14). Es ist ganz egal, ob jemand im Rollstuhl unterwegs ist oder eine andere Besonderheit hat."

Dass das leider nicht selbstverständlich ist, wissen Marcel und Inga Grabow genau. Das Ehepaar trainiert gemeinsam die Ibbenbürener Kickers. "Ich war früher Trainer für Kindermannschaften im Leistungsfußball", berichtet Marcel. Aber immer schon habe ihn unzufrieden gemacht, dass es da eben nur um Leistung ging.

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Inklusion im Sportverein, Beteiligung bei den Ibbenbürener Kickers am 14.03.2026
 Inga und Marcel Grabow trainieren die Ibbenbürener Kickers (Quelle: Friederike Bach)
Inklusion im Sportverein, Beteiligung bei den Ibbenbürener Kickers am 14.03.2026
 Inga und Marcel Grabow trainieren die Ibbenbürener Kickers (Quelle: Friederike Bach)

„Kinder, die nicht so stark waren, wurden gemobbt oder durften bei Spielen nicht auf den Platz. Deshalb habe ich dann irgendwann hingeschmissen“, erinnert er sich. Kurz darauf setzte Marcel seine Vision von einem inklusiven Fußballteam in die Tat um und gründete die Ibbenbürener Kickers. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Behinderung spielen hier gemeinsam. 

Schnell merkten Marcel und Inga aber, dass ihre Teammitglieder besondere Bedürfnisse haben, wenn es um das Thema Schutz vor Gewalt geht. „Das allgemeine Schutzkonzept unseres Vereins passt für unser Team einfach nicht“, sagt Inga.

Gewalt im Sport: Höheres Risiko für Kinder mit Behinderung

Ein Grund dafür: Gängige Schutzkonzepte beachten oft nicht, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung im Trainingsalltag möglicherweise mehr Unterstützung brauchen – sei es beim Umziehen oder im sozialen Kontakt mit ihrem Team und den Trainerinnen und Trainern.

Durch ihre besonderen Bedürfnisse sind Menschen mit Behinderung verletzlicher gegenüber sexualisierter Gewalt und übergriffigem Verhalten. „Ihr Risiko, Opfer zu werden, ist achtmal höher als bei Menschen ohne Behinderung“, weiß Inga. „Deshalb haben wir gesagt: Wir brauchen ein eigenes Schutzkonzept. Wir sind sehr froh, das jetzt mit Unterstützung der Kindernothilfe zu erarbeiten.“

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30.000 Euro Förderung von der Postcode Lotterie

Neben den Ibbenbürener Kickers begleitet die Kindernothilfe noch zwei weitere Vereine bei der Entwicklung eines Kinderschutzkonzepts mit dem Fokus auf Inklusion von Menschen mit Behinderung. Der FSV Gerlingen und der Hammer SpVG sind ebenfalls dabei. Gemeinsam mit dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) wurden die drei Vereine für die Teilnahme ausgewählt. Möglich gemacht wird das Projekt von der Postcode Lotterie, die es mit 30.000 Euro fördert.
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Eine Umkleidekabine eines Sportsvereins. Foto: Jakob Studnar

Kinderschutz im Sport

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Über die Autorin

Profilfoto Friederike Bach
Friederike Bach
ist Redakteurin bei der Kindernothilfe und zuständig für die Bereiche Bildung, Ehrenamt und Kinderschutz.

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