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Physiotherapeut Benjamin bei Laufübungen mit einem Kind (Quelle: Ludwig Grunewald)
Hilfe für Kinder mit Behinderung
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Eine mobile Klinik für Mombasa

Text: Ludwig Grunewald Bilder: Katharina Draub, Ludwig Grunewald

Medizinische Routineuntersuchungen für Kinder sind in Kenia oft ein Privileg der Reichen. Die Folge: Vermeidbare Krankheiten und Fehlstellungen prägen das Leben betroffener Kinder in Armut. Fehlen die Mittel für eine Behandlung, können selbst leichte Behinderungen gesellschaftliche Ausgrenzung und lebenslange Perspektivlosigkeit bedeuten. Der Kindernothilfe-Partner APDK durchbricht diese Spirale durch Früherkennung, lebensverändernde Behandlungen für ältere Kinder und den aktiven Einsatz für eine inklusivere Gesellschaft.

Mobil für die, die nicht mobil sind

APDK, der Verband für körperlich behinderte Menschen in Kenia, hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindern und Eltern ohne ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung effektive und unkomplizierte Hilfe zuteilwerden zu lassen. Durch Aufklärung sollen die Folgen von vermeidbaren Behinderungen reduziert und korrigierbare körperliche Beeinträchtigungen frühestmöglich erkannt und behandelt werden. Dabei reicht das Angebot von Schwangerschaftsbegleitung über postnatale Diagnostik sowie Vermittlung von Operationen bis hin zur Nachsorge.

Was das Projekt von APDK besonders macht: Die Mitarbeitenden bieten nicht nur Sprechstunden in der Klinik an, sondern sind auch als mobiler Dienst unterwegs und unterstützen Bedürftige, die sonst keine Möglichkeit hätten, zur Behandlung vor Ort zu erscheinen. Konkret sieht das so aus, dass das Klinik-Team schlecht bis gar nicht angebundene kleine Ortschaften in der ländlich geprägten Gegend um die Küstenmetropole Mombasa anfährt und Beratung sowie grundlegende Untersuchungen direkt vor Ort durchführt.

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Gemeinsam zum Ziel: Auf bestehende Strukturen aufsatteln

Ein wichtiger Teil der Projektstrategie von APDK besteht darin, existierende staatliche Strukturen mit den Projektaktivitäten zu verknüpfen. So gibt es in vielen Ortschaften bereits vom Staat speziell geschulte Personen, die melden, wo APDK unterstützen und ihre Dienstleistungen anbieten kann. Ein weiteres Beispiel für dieses Zusammenspiel ist die Vermittlung von Operationen: Wenn ein Kind einen chirurgischen Eingriff benötigt, dann wird es an spezielle Krankenhäuser in Mombasa und Kijabe weitergeleitet, in denen es durch Unterstützung verschiedener Partner operiert wird. Die anschließende Nachsorge und weitere Hilfe sind dann wieder ein Service von APDK.

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Sozialarbeiterin Mildred vom Kindernothilfe-Partner APDK in Mobasa (Quelle: Ludwig Grunewald)
Sozialarbeiterin Mildred Oloo von der Kindernothilfe-Partnerorganisation APDK (Quelle: Ludwig Grunewald)
Sozialarbeiterin Mildred vom Kindernothilfe-Partner APDK in Mobasa (Quelle: Ludwig Grunewald)
Sozialarbeiterin Mildred Oloo von der Kindernothilfe-Partnerorganisation APDK (Quelle: Ludwig Grunewald)

APDK-Sozialarbeiterin Mildred betont, wie wichtig es für die Organisation ist, neben der medizinischen Hilfe den Inklusionsgedanken voranzutreiben:

„Unser Hauptziel ist es, möglichst vielen Kindern mit Behinderung den Schulbesuch zu ermöglichen. Wenn wir mit den mobilen Klinikdiensten unterwegs sind, sehen wir aber, dass ein sehr hoher Anteil der bedürftigen Kinder nicht zur Schule gehen kann, weil sie durch ihre Behinderung Diskriminierung ausgesetzt sind.“

Diese beginne bei baulichen Dingen wie fehlenden Rampen für Rollstühle, umfasse aber auch Ausgrenzung und Mobbing aufgrund der Behinderungen. „Viele Eltern dieser Kinder denken deswegen, es sei besser, sie zu Hause zu lassen“, so die 27-Jährige. Hier ist auch die Zusammenarbeit mit den Schulen ein wichtiger Punkt und es kann nur funktionieren, wenn eine grundsätzliche Offenheit und der Wille zur Inklusion von Kindern mit Behinderung vorhanden sind.

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Therapie bei APDK: Kontinuierlich und so individuell wie möglich

APDK ist seit 2004 Partner der Kindernothilfe. Allein in der aktuellen Projektphase (seit 2023) wurden mehr als 5280 Kinder unterstützt und begleitet. Das junge und engagierte Team von APDK begleitet seine Patientinnen und Patienten sehr eng: Von der Aufnahme bis zur Entlassung werden die Mädchen und Jungen (mit Ausnahme etwaiger Operationen) durchgängig durch APDK ambulant oder stationär betreut. So können die verschiedenen Therapieangebote und Maßnahmen gut aufeinander abgestimmt und an individuelle Bedürfnisse angepasst werden, beispielsweise durch Einzeltherapie im abgedunkelten Raum für lichtsensible Kinder auf dem Autismusspektrum oder Bewegungsübungen im hauseigenen Therapiebecken.
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Neben der Diagnose und physiotherapeutischen Angeboten gibt es ebenfalls eine orthopädische Abteilung, in der Kinder konservativ behandelt werden. Die dafür notwendigen Orthesen und Hilfsmittel werden direkt vom Fachpersonal in der Klinik gefertigt, genauso wie die Prothesen, die nach Amputationen oder bei Kindern mit einer angeborenen Fehlstellung der Gliedmaßen nötig sind. Auch für pädagogische Betreuung ist gesorgt: Mädchen und Jungen mit einem längeren stationären Aufenthalt in der Klinik erhalten Unterricht. Im großen Außenbereich gibt es Sport- und Spielangebote für die Kinder, die schon wieder etwas fitter sind.
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Ein Junge aus Kenia erhält bei der Nachsorge, einem Lauftraining, Unterstützung von einem Therapeuten  (Quelle: Ludwig Grunewald)

Kenia: Hilfe für Kinder mit Behinderung

Durch medizinische Hilfe und Inklusion beenden wir den Kreislauf aus Armut und Ausgrenzung für Kinder mit Behinderung in Kenia.

Über den Autor

Ludwig Grunewald

Ludwig Grunewald ist Chefredakteur von Kindernothilfe.de und schreibt über die Arbeit der Kindernothilfe in Afrika, Asien und Deutschland.

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