El Niño bedroht Kinderrechte
Wenn die Regenzeit ausbleibt, sind es oft Kinder, die als Erste hungern, den weitesten Weg zum nächsten Brunnen laufen oder nicht mehr zur Schule gehen können. Verantwortlich dafür ist häufig ein Klimaphänomen, das Tausende Kilometer entfernt seinen Ursprung hat: El Niño.
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, bei dem sich der Pazifische Ozean vor der Küste Südamerikas ungewöhnlich stark erwärmt. Es tritt in unregelmäßigen Abständen von etwa zwei bis sieben Jahren auf und verschiebt weltweit Wetter- und Niederschlagsmuster. Was wie ein rein wissenschaftliches Phänomen klingt, hat für Millionen Menschen ganz reale Folgen.
Aktuell bildet sich erneut ein El Niño: Die Einschätzungen des National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) deuten auf ein starkes bis sehr starkes El-Niño-Ereignis hin, das bis Februar-März 2027 anhalten wird.
Besonders betroffene Regionen sind Ost- und Südafrika, Teile Süd- und Zentralasiens sowie Mittelamerika und der pazifische Raum. Hier führen Dürren, Überschwemmungen und unregelmäßigen Regenfällen von El Niño schnell zu Ernteausfällen und Wasserknappheit.
Warum Kinder besonders gefährdet sind: Kinder befinden sich in einer Lebensphase, in der ihr Körper besonders empfindlich auf Mangelernährung, Wasserknappheit und Krankheiten reagiert – die Folgen können sich dauerhaft auf ihre körperliche und geistige Entwicklung auswirken. Zudem haben Kinder kaum eigene Möglichkeiten, sich zu schützen oder anzupassen: Sie sind vollständig auf Erwachsene angewiesen, die durch Ernteausfälle, Vertreibung oder wirtschaftliche Not selbst unter Druck stehen.
So wirkt sich El Niño auf Kinderrechte aus
- Recht auf Nahrung: Dürren zerstören Ernten und Viehbestände. Die Folge: Mangelernährung, die die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern dauerhaft beeinträchtigen kann.
- Recht auf sauberes Wasser: Dürreperioden trocknen Wasserquellen aus. Kinder – besonders Mädchen – müssen oft weite Strecken zurücklegen, um Wasser zu holen, und verpassen dadurch Schulunterricht. Überschwemmungen wiederum verunreinigen Trinkwasser und begünstigen Krankheitsausbrüche wie Cholera.
- Recht auf Gesundheit: Extreme Hitze, Wasserknappheit und Krankheitsausbrüche belasten Kinder besonders stark.
- Recht auf Bildung: Wetterextreme zerstören Schulgebäude, unterbrechen den Schulweg oder zwingen Familien zur Flucht.
- Recht auf Schutz: In akuten Krisensituationen steigt das Risiko von Kinderarbeit, Kinderehen und Vertreibung, da Familien unter wirtschaftlichem Druck oft keine anderen Auswege sehen.
Am härtesten trifft es Kinder in Regionen, in denen ihre Rechte bereits vor den Klimaauswirkungen durch Armut, schwache Gesundheits- und Bildungssysteme oder bestehende Konflikte eingeschränkt werden. Dort verschärft El Niño bestehende Probleme und gefährdet gleich mehrere Kinderrechte gleichzeitig.
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Besonders betroffen sind Länder in Ost- und Südafrika – zum Beispiel Äthiopien, Malawi und Simbabwe sowie Teile Süd- und Südostasiens. In Äthiopien verschärfte die durch El Niño 2023/24 verursachte Dürre eine bereits bestehende humanitäre Krise erheblich. Auch pazifische Inselstaaten und Teile Mittelamerikas leiden unter den Folgen. Entscheidend ist dabei nicht nur die geografische Lage, sondern auch, wie gut ein Land wirtschaftlich und infrastrukturell auf solche Extremereignisse vorbereitet ist – ärmere Länder mit schwacher Gesundheits- und Bildungsinfrastruktur trifft es meist am härtesten.
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El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das es schon lange vor dem menschengemachten Klimawandel gab. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft gibt es keine eindeutigen Belege dafür, dass der Klimawandel die Häufigkeit oder Intensität von El-Niño-Ereignissen selbst erhöht. Er verändert jedoch die Rahmenbedingungen, unter denen El Niño auftritt: Die globale Erwärmung erhöht die ohnehin steigenden Meerestemperaturen zusätzlich und kann Wetterextreme wie Dürren, Hitzewellen und Starkregen verstärken.
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Der Name geht auf peruanische Fischer zurück, die vor Jahrhunderten bemerkten, dass sich das Pazifikwasser vor ihrer Küste alle paar Jahre um die Weihnachtszeit herum ungewöhnlich erwärmte und die Fischschwärme verschwanden. Sie nannten das Phänomen „El Niño", spanisch für „das Christkind" bzw. „der Junge", in Anspielung auf die zeitliche Nähe zu Weihnachten. Heute ist der Begriff der wissenschaftliche Fachausdruck für die großräumige Erwärmung des tropischen Pazifiks.
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El Niño und La Niña sind die beiden entgegengesetzten Phasen desselben Klimamusters, das offiziell als ENSO (El Niño-Southern Oscillation) bezeichnet wird. Bei El Niño erwärmt sich der zentrale und östliche tropische Pazifik überdurchschnittlich, was weltweit zu veränderten Regen- und Temperaturmustern führt. La Niña ist das Gegenstück: Dabei kühlt sich dieselbe Meeresregion ungewöhnlich stark ab. Beide Phasen wechseln sich in unregelmäßigen Abständen von etwa zwei bis sieben Jahren ab und beeinflussen jeweils unterschiedliche Regionen auf unterschiedliche Weise.

Wir sind alarmiert und schauen besorgt, auf das, was kommen könnte. Mit unmittelbaren Auswirkungen für Millionen Kinder weltweit.
Klimaanpassung: Unsere Arbeit vor Ort
Dürren, Überschwemmungen und andere Wetterextreme treffen Kinder und Familien in unseren Projektregionen mit voller Wucht. Deshalb setzen wir gemeinsam mit lokalen Partnern auf langfristige und akute Maßnahmen, damit Gemeinden mit den Klimafolgen umgehen können:
- Dabei liegt ein Fokus auf kindgerechter Katastrophenvorsorge: Wir unterstützen den Aufbau von Frühwarnsystemen und von Katastrophenkomitees und erstellen zusammen mit Gemeinschaften Schutzpläne, damit Familien im Ernstfall schnell und sicher reagieren können.
- Nach Extremwetterereignissen wie Hurricanes oder Fluten leisten wir humanitäre Nothilfe und begleiten Kinder und Familien auch bei der Verarbeitung belastender Erfahrungen.
- Langfristig stärken wir die Widerstandsfähigkeit von Gemeinden: Wir bauen Bewässerungsanlagen und Wasserspeicher, damit Familien auch in trockenen Zeiten Zugang zu sauberem Wasser und ihren Feldern haben. Verbessertes Saatgut, Schulungen zu nachhaltiger Landwirtschaft sowie Lagerorte für die Ernte helfen, Familien auch unter widrigen Bedingungen eine verlässlichere Ernte ermöglichen.
- Gleichzeitig lernen Kinder in Umweltclubs, wie sie sich unter anderem politisch für den Schutz ihrer Umwelt einsetzen können.
So arbeiten wir weltweit daran, dass Kinder trotz des sich verschärfenden Klimas sicher aufwachsen können. Einen Einblick in diese Arbeit geben unsere Klima-Projekte.



