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Der Ehrenamtliche Stefan Beyer hat ein Projekt in Ayoma (Bolivien) des Partners PASOCAP besucht
Besuch in Bolivien
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"Die Folgen des Klimawandels sieht man deutlich!"

Text: Friederike Bach Bilder: Stefan Beyer

 

Stefan Beyer engagiert sich als Ehrenamtlicher für die Kindernothilfe. Bei einer Reise nach Bolivien hat er ein Projekt des Kindernothilfe-Partners PASOCAP im Bezirk San Pedro de Macha besucht. Dort leiden die Menschen besonders unter den Folgen der Klimakrise. Das Projekt hilft Familien vor Ort, besser mit den Veränderungen durch die Klimakrise umzugehen. Wie das funktioniert, und was ihn besonders beeindruckt hat, davon hat Stefan Beyer vor Kurzem in einem Vortrag für andere Ehrenamtliche der Kindernothilfe berichtet.

Am Anfang, so erinnert sich Stefan Beyer, führte der Weg noch über eine asphaltierte Straße. Doch ziemlich schnell war da nur noch ein staubiger Schotterweg. Der Staub und die Trockenheit, diese zwei Dinge sind dem gelernten Biotechnologen bei seiner Reise durch Bolivien besonders aufgefallen.

Eigentlich wollte Stefan Beyer im Frühjahr 2025 nur seinen Sohn besuchen, der gerade ein Auslandsjahr in Bolivien machte. Aber weil er sich schon lange ehrenamtlich für die Kindernothilfe engagiert, kam schnell noch eine weitere Idee dazu: Wäre es nicht toll, sich ein Projekt der Kindernothilfe einmal vor Ort anschauen zu können?

Und so führte ihn seine Reise auf die staubige Schotterstraße im Bezirk San Pedro de Macha. Das Ziel: das Dorf Ayoma und ein Projekt des Kindernothilfe-Partners PASOCAP. Von all dem berichtet er an einem Abend im Januar 2026 einer Gruppe von anderen Ehrenamtlichen der Kindernothilfe.

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Der Ehrenamtliche Stefan Beyer hat ein Projekt in Ayoma (Bolivien) des Partners PASOCAP besucht
Diese Schotterstraße führt in das kleine Dorf Ayoma.  (Quelle: Stefan Beyer)
Der Ehrenamtliche Stefan Beyer hat ein Projekt in Ayoma (Bolivien) des Partners PASOCAP besucht
Diese Schotterstraße führt in das kleine Dorf Ayoma.  (Quelle: Stefan Beyer)

"Macha ist eine sehr arme Region. Die Menschen dort leben vor allem von der Landwirtschaft", sagt Stefan Beyer. Eines der größten Probleme für die Menschen: die Klimakrise. Er berichtet: "Die Folgen des Klimawandels sieht man in Macha deutlich!" Und das liegt nicht nur an den staubigen Pisten.

Der Bezirk leidet seit Jahren unter langen Dürrezeiten. Regnet es doch mal, dann gleich so heftig, dass der Boden die großen Wassermengen nicht mehr aufnehmen kann. Schwierige Bedingungen für eine Gegend, in der die Menschen hauptsächlich von der Landwirtschaft leben.

Lokale Lösungen für die Folgen der Klimakrise

Das Ziel des von der Kindernothilfe und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Projekts ist es deshalb, die Menschen vor Ort dabei zu unterstützen, sich mit lokalen Lösungen besser für die Folgen der Klimakrise zu wappnen. Wie das geht? Stefan Beyer hat es sich angeschaut!

Im Bezirk Macha liegen zehn Ortschaften, die an dem Projekt teilnehmen. Stefan Beyer besuchte unter anderem den kleinen Ort Ayoma. Ein paar hundert Menschen leben dort. Immerhin: Es gibt gepflasterte Straßen und Plätze - keine Selbstverständlichkeit in der Region.

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Der Ehrenamtliche Stefan Beyer hat ein Projekt in Ayoma (Bolivien) des Partners PASOCAP besucht
Dieses Gewächshaus wurde im Kindernothilfe-Projekt für die Schule in Ayoma gebaut. Quelle: Stefan Beyer
Der Ehrenamtliche Stefan Beyer hat ein Projekt in Ayoma (Bolivien) des Partners PASOCAP besucht
Dieses Gewächshaus wurde im Kindernothilfe-Projekt für die Schule in Ayoma gebaut. Quelle: Stefan Beyer

Besonders gern erinnert Stefan Beyer sich an den herzlichen Empfang im Dorf: "Die Begrüßung war phänomenal!" Die Kinder und Jugendlichen der Schule im Dorf hatten ein richtiges Willkommensprogramm vorbereitet - und sie waren es auch, die Stefan Beyer das erste Beispiel für lokale Lösungen in Sachen Klimakrise zeigten: ihr eigenes Gewächshaus.

Gebaut wurde es im Rahmen des Projekts des Kindernothilfe-Partners PASOCAP. Betrieben wird es nun von den Kindern und Jugendlichen selbst. Jede Klasse der örtlichen Schule bewirtschaftet eine Parzelle, zweimal pro Woche wird Gemüse für das Schulessen geerntet - Gemüse, das ohne das Gewächshaus keine Chance hätte, in der Region zu wachsen.

So haben die Schülerinnen und Schüler in Ayoma nun einen deutlich abwechslungsreicheren Speiseplan als vorher - und ein Projekt, auf dass sie zurecht sehr stolz sind, wie Stefan Beyer berichtet.

Wassertanks helfen bei der Bewässerung

Ein weiterer Erfolg im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels sind rund 100 Wassertanks, die mit Unterstützung des Kindernothilfe-Projekts in der Region rund um Ayoma gebaut wurden. Dank ihnen ist nun die Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen gesichert. Und auch hier waren die Menschen in der Region aktiv beteiligt: Die Tanks wurden vor Ort in Eigenleistung entworfen und gebaut.

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Der Ehrenamtliche Stefan Beyer hat ein Projekt in Ayoma (Bolivien) des Partners PASOCAP besucht
Hundert solche Wassertanks wurden rund um Ayoma gebaut. Quelle: Stefan Beyer
Der Ehrenamtliche Stefan Beyer hat ein Projekt in Ayoma (Bolivien) des Partners PASOCAP besucht
Hundert solche Wassertanks wurden rund um Ayoma gebaut. Quelle: Stefan Beyer

Das Projekt, das Stefan Beyer besucht hat, zeigt so sehr anschaulich, wie die Kindernothilfe arbeitet: Alle Projekte werden von Partnerorganisationen im jeweiligen Land umgesetzt, immer in direkter Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Das Ziel: nicht nur kurzfristig helfen, sondern Strukturen langfristig verändern. Stefan Beyer hat das überzeugt. Er findet: "Genau so funktioniert nachhaltige Unterstützung, die auch überdauert, wenn das Projekt und die Förderung abgeschlossen sind."

Besonders beeindruckt haben Stefan Beyer die Kinder in Ayoma. Es sei toll, so berichtet er, wie gut schon die jüngeren Kinder dort in der Schule über ihre Rechte informiert würden - ebenfalls ein Erfolg des Kindernothilfe-Projekts.

"Vergesst Ayoma nicht!"

Und noch etwas hat Stefan Beyer von seiner Reise in Bolivien mit zurück nach Deutschland gebracht: eine Botschaft der Menschen in Ayoma. Immer wieder, sagt er, hätten die Menschen dort ihm berichtet, wie wichtig die Unterstützung für ihr Dorf sei und wie sehr sie darauf hofften, dass das Projekt auch nach dem offiziellen Ende im April 2026 weitergeführt wird. Die große Bitte der Dorfbewohner: "Vergesst Ayoma nicht!"

Von den Ehrenamtlichen, die Stefan Beyer zugehört haben, wird das sicher niemand so schnell tun. Und so richten sich am Ende seines Vortrags alle Blicke gespannt auf Helena Dietz, die bei der Kindernothilfe das Projekt in Bolivien betreut. Die große Frage: Wird es weitergehen?

Unterstützung für weitere Orte im Bezirk Macha

Die Antwort: Aller Voraussicht nach: Ja! Das aktuelle Projekt wird zu einem großen Teil mit Geldern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Es endet im April 2026. Doch Helena Dietz erklärt: "Die Kindernothilfe wird im März einen neuen Antrag beim BMZ einreichen und hoffentlich können wir dann, eine erfolgreiche Bewilligung vorausgesetzt, im August weiterarbeiten."

Dann sollen zehn weitere Ortschaften im Bezirk Macha unterstützt werden. Die Ortschaften aus dem jetzigen Projekt werden dabei weiterhin mit eingebunden. Die Bitte der Menschen in Ayoma wird also erhört werden. Das Dorf wird nicht vergessen!

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Ein kleiner Jungen mit Mütze schaut aus einem Fenster. (Quelle: Lisa Carl)

Neue Chancen für Kinder in Bolivien

Zusammen mit unserem Partner in Bolivien setzen wir uns für eine verbesserte Lebensqualität der Kinder und ihrer Familien ein.
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Über die Autorin

Profilfoto Friederike Bach
Friederike Bach
ist Redakteurin bei der Kindernothilfe und zuständig für die Bereiche Bildung, Ehrenamt und Kinderschutz.

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