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Weltweiter Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern als Soldat:innen
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Ehemalige Kindersoldaten und -soldatinnen im Irak brauchen eine Perspektive

Red Hand Day Quelle Peter Kaeser
Am 12. Februar findet der Red Hand Day statt. (Quelle: Peter Käser)
Red Hand Day Quelle Peter Kaeser
Am 12. Februar findet der Red Hand Day statt. (Quelle: Peter Käser)

Berlin, 10.02.2021 – Kinder im Irak konnten in ihrer Kindheit bisher kaum Frieden erleben. Die Jahrzehnte andauernde Konfliktsituation, die Eroberung und Besatzung durch den sogenannten Islamischen Staat (IS) in den Jahren 2014 bis 2017 und die noch heute fragile Situation im Land hinterlassen tiefe Spuren. Der Islamische Staat (IS) hatte im Irak über tausend Kinder als Soldaten und Soldatinnen rekrutiert. Sie mussten Selbstmordattentate durchführen, an Kampfhandlungen teilnehmen, Sprengkörper bauen und deponieren. Sie dienten als Spione oder standen Wache. Heute leiden diese Kinder unter den Folgen dieser gravierenden Kinderrechtsverletzungen, sind traumatisiert, oftmals heimatlos und ohne Dokumente, werden stigmatisiert und diskriminiert. Viele dieser Kinder müssen sogar Gefängnisstrafen verbüßen: Ende 2019 wurden 981 Inhaftierungen von Kindern im Irak aufgrund ihrer (vermeintlichen) Verbindung zu bewaffneten Gruppen dokumentiert. Daten können jedoch oft nicht überprüft werden, und die tatsächliche Zahl wird weitaus höher geschätzt. Am diesjährigen Red Hand Day weist das „Deutsche Bündnis Kindersoldaten“ auf die Situation dieser Kinder hin.

„Vom IS rekrutierte Kinder sind Opfer, nicht Täter“, so Thomas Berthold, Kinderrechtsexperte bei terre des hommes und Sprecher des Bündnisses. „Sie brauchen Schutz, Rehabilitierung und Perspektiven, um ihren Weg in eine gewaltfeie Zukunft zu finden. Kriminalisierung und Haft helfen nicht weiter und wirken einem Friedensprozess im Irak entgegen. Denn die Gewalterfahrung setzt sich fort, und die Kinder lernen, dass es für sie keine Zukunft gibt.“

Im heute veröffentlichten Positionspapier “Eine verlorene Generation?" fordert das Bündnis die Bundesregierung dazu auf, Reintegration und gezielte Schutz-, Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen für ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten im Irak stärker zu fördern.

Weltweit werden in bewaffneten Konflikten etwa 250.000 Kinder als Soldaten und Soldatinnen eingesetzt. „In vielen Ländern rekrutieren sowohl nichtstaatliche Rebellengruppen als auch reguläre Armeen Kinder und Jugendliche“, erklärte Frank Mischo, Kindernothilfe-Experte und ebenfalls Sprecher des Bündnisses. »Wir fordern die Bundesregierung auf, sich gegen die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen einzusetzen, Exporte von Kleinwaffen zu stoppen und Minderjährigen, die vor Zwangsrekrutierung fliehen, Schutz und Asyl zu gewähren.“

Jedes Jahr am „Red Hand Day“ ruft das Deutsche Bündnis Kindersoldaten gemeinsam mit zahlreichen Organisationen auf der ganzen Welt zu Aktionen mit dem Symbol der roten Hand auf. Bisher haben mehr als 400.000 Menschen in über 50 Ländern mit ihrem Handabdruck gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten und Soldatinnen protestiert. Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Red-Hand-Day-Aktivitäten in diesem Jahr digital statt: Unter dem Hashtag #RedHandDay wird gefordert: Stoppt den Einsatz von Kindern als Soldatinnen und Soldaten!

Mitglieder des Deutschen Bündnis Kindersoldaten:
Aktion Weißes Friedensband, Deutsche Friedensgesellschaft DFG-VK, Kindernothilfe, Dt. NK des Lutherischen Weltbundes, missio, Pax Christi, terre des hommes, UNICEF Deutschland, World Vision.
Für Rückfragen und Interviews: Iris Stolz, Tel.: 05 41 / 71 01-132, E-Mail: i.stolz@tdh.de


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Als eine der größten christlichen Kinderrechtsorganisationen in Europa unterstützt die Kindernothilfe seit mehr als 60 Jahren benachteiligte Mädchen und Jungen auf ihrem Weg in ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben. Sie fördert rund 600 Projekte und leistet humanitäre Hilfe. Zurzeit schützt, stärkt und fördert die Kindernothilfe mehr als 2 Millionen Kinder und ihre Familien und Gemeinschaften in insgesamt 32 Ländern der Erde, um ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.
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Portraitfoto Angelika Boehling (Quelle: Jakob Studnar)

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