WAZ-Leser spendeten 324.775 Euro für die Kinder in Burundi
Text: Ute Schwarzwald, Bilder: Jakob Studnar
Liebe Leser und Leserinnen: 324.775 € Euro haben Sie bis gestern im 20. Jahr unserer Weihnachtsaktion gespendet – für notleidende, traumatisierte, hungernde und geflüchtete Kinder im fernen Burundi. Sagenhafte 324.775 Euro!!! Mehr Geld kam nur zweimal zuvor zusammen.


Ndi, Asha, Zuri und Ntwari sowie Likoko, Banza, Bahati, Mboyo und all die anderen kleinen Burundier und Kongolesen, die Sie in den vergangenen Wochen kennengelernt haben (und auch die, die Sie nicht kennengelernt haben, die aber trotzdem von den Projekten vor Ort profitieren) – sie alle sagen: „Urakoze“ (Kirundi) oder „Asante“ (Suaheli) und WAZ wie Kindernothilfe „Danke“.
Carsten Montag, Vorstand der Kindernothilfe, erklärte am Donnerstag (8.1.), bei der Hilfsorganisation, die ihren Sitz in Duisburg hat, sei man „überwältigt“ von der Spendenbereitschaft der WAZ-Leserinnen und -Leser. Denn das Geld schaffe „Hoffnung und Perspektiven“, im Musenyi Camp wie in Burundi selbst. Es lindere, so Montag, „das Leid vieler Familien, vor allem der Kinder, die täglich ums Überleben kämpfen und deren Ernährungssituation sich durch die Spenden deutlich verbessert“.
Denn mit 324.775 Euro kann eine Menge bewegt werden in dem kleinen Staat am großen Tangayikasee im Herzen Afrikas. 75 Euro etwa reichen, um ein unterernährtes Kind 45 Tage lang mit einer hochkalorischen Zusatznahrung zu versorgen und es so womöglich vor dem Verhungern oder vor schweren Folgeschäden zu bewahren. Nur 150 Euro kostet es, 20 Kindern täglich eine Mahlzeit zu finanzieren.
Montag betont, dass gerade „in einer Zeit, in der humanitäre Hilfe weltweit drastisch gekürzt wird und Programme eingestellt werden müssen“, solche Spenden entscheidend seien: „Sie zeigen den Menschen in Burundi: Sie sind nicht vergessen.“
Das ist umso bemerkenswerter, als es auch vielen Menschen im Ruhrgebiet nicht gut geht, sie stärker als früher aufs Geld achten müssen. Bundesweit ist 2025 die Zahl der Spender und Spenderinnen deutlich gesunken. Dem Deutschen Spendenrat zufolge stieg zwar die durchschnittliche Höhe einer privaten Spende auf 41 Euro, insgesamt aber ging von Januar bis September das Spendenvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent zurück.
Also noch einmal: Danke!
Vor 20 Jahren fing alles an, mit Russland
Die Ergebnisse der vergangenen Jahre


260.043 Euro gingen im vergangenen Jahr an geflüchtete Kinder aus Myanmar in Thailand. Mit dem Geld unterstützt die Kindernothilfe über ihren Partner RightsBeyond Borders nach dessen aktuellen Angaben heute zwei Schulen, die vonGeflüchteten für Geflüchtete gegründet wurden. Lehrerstellen, Schulmahlzeiten undeine bessere Unterbringung konnten finanziert werden, auch Traumatherapien undAufklärungsarbeit über die Chancen und Risiken im Exil. Über 330 Kinder profitiertendirekt von den Lernzentren mit Unterbringung, Versorgung und psychologischerBegleitung. Weitere 1000 Kinder und Jugendliche konnten aktiv an der von ihnenselbst geleiteten Kampagne zu Kinderrechten im Migrationskontext teilnehmen – undihre Empfehlungen sogar der Nationalen Menschenrechtskommission präsentieren.(2024)
262.269 Euro haben Sie knapp zwei Jahre nach dem Überfall Putins auf die Ukrainegespendet für Kinder aus der Ukraine. Aus der Nothilfe der ersten Wochen istinzwischen eine dauerhafte Flüchtlingsarbeit geworden. (2023)
Mehr als 556.600 Euro gingen im ersten Kriegsjahr an Kinder aus der Ukraine. Die Kindernothilfe unterstützt neun Projekte in Moldau, Rumänien und der Ukraine selbst. (2022)


333.300 Euro für Schutzwohnungen auf der griechischen Insel Lesbos. Damit Kinderund Mütter aus den schrecklichen Lagern ausziehen, zur Schule gehen oder Arbeit finden können. (2021)
219.000 Euro für Kinder in aller Welt: Wegen Corona haben wir die Projekte der vergangenen Jahre per Videotelefonie besucht. (2020)
Über 301.000 Euro für die Kinder der Rohingya. Hunderttausende wurden aus Myanmar vertrieben. Sie leben im größten Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch.(2019)
129.000 Euro für ein Schutzhaus für Kinder und Jugendliche, die Gewalt erfahren haben. Es steht in San Andres in Guatemala. (2018)
177.100 Euro für Straßenkinder in Dire Dawa (Äthiopien). Mit dem Geld werden sie in Schutzzentren aufgefangen und in die Schule geschickt. Familien bekommen Unterstützung, damit die Kinder nicht arbeiten müssen. (2017)
106.000 Euro für Schutzhäuser in Bangalore in Indien. Dort gibt es Therapien, Behandlung und Bildung für Kinder und junge Mädchen, die missbraucht, vergewaltigt oder zur Prostitution gezwungen wurden. (2016)
236.000 Euro für Flüchtlingskinder aus Syrien im Libanon. Hunderten wird damit der Schulbesuch ermöglicht. (2015)
210.000 Euro für Kinder aus Syrien im Libanon. Mit dem Geld werden Therapien bezahlt, und es wird ein Kinderschutzzentrum finanziert für jene, die es gerade über die Grenze in Sicherheit schaffen. (2014)
260.000 Euro für den Wiederaufbau von Schulen und Kinderschutzzentren auf den Philippinen. Nach dem Wirbelsturm „Haiyan“ war dies unsere erste Weihnachtsspenden-Aktion, die unmittelbar nach einer Katastrophe half. (2013)
100.500 Euro für Selbsthilfegruppen im afrikanischen Ruanda. Frauen lernen dort, ihre Familien selbstständig zu ernähren. Dadurch müssen weniger Kinder arbeiten.(2012)
118.500 Euro für misshandelte und missbrauchte Kinder in Guatemala. Ein Projektunterstützt die Kleinsten mit Therapien, Rechts- und Familienhilfe. (2011)
87.000 Euro für arme Menschen in der Provinz Ntchisi im afrikanischen Malawi. Dort baut die Kindernothilfe Schulen und leistet Hilfe zur Selbsthilfe. (2010)
148.000 Euro für ein Projekt in Indien, das jungen Brandopfern nicht nur medizinisch hilft. (2009)
122.000 Euro für den Neubau eines Mädchenwohnheims in Bangladesch. Dort werden junge Mütter aufgefangen, die meist nach Missbrauch ungewollt schwanger und deshalb verstoßen wurden. (2008)
105.000 Euro für den Ausbau eines Schutzzentrums für behinderte Kinder in Recife in Brasilien. (2007)
145.000 Euro für die Kinder aidskranker Mütter in St. Petersburg (Russland) und für einen Kindergarten. (2006)
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