Kindernothilfe. Gemeinsam wirken.

Helfen Sie Geflüchteten in Griechenland

Das seit langer Zeit völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria auf Lesbos ist fast komplett abgebrannt. Die Bewohner des Camps konnten sich zum Glück in die nähere Umgebung retten. Dass sich die Situation für die geflüchteten Kinder und Familien nun noch einmal so drastisch verschlechtern konnte, war kaum vorstellbar. Doch Moria ist nicht das einzige Auffanglager in Griechenland, in dem sich die Zustände durch die Pandemie verschärft haben. Auf dem Festland und auf den Inseln brauchen die Menschen jetzt dringend weitere Unterstützung.

118.000 Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, aus der Türkei, Eritrea, Äthiopien und Kamerun leben Schätzungen zufolge derzeit in Griechenland - die Flüchtlingscamps sind nicht für diese Anzahl von Menschen ausgelegt. Durch Covid-19 spitzt sich die ohnehin schon katastrophale Lage für die Menschen in den überfüllten Lagern weiter zu: dicht gedrängt leben sie unter prekären hygienischen Bedingungen; Zugang zu medizinischer Versorgung, ausreichend Nahrungsmitteln oder Informationen zum Schutz vor dem Corona-Virus gibt es kaum; Bildungsangebote werden nicht weitergeführt.

Unser Einsatz in Europas Flüchtlingscamps

Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen kämpfen wir an vorderster Front gegen das Virus und die Folgen der Corona-Epidemie, um die am stärksten bedrohten Gruppen zu schützen: Flüchtlings- und Migrantenkinder. Denn besonders für sie ist die aktuelle Situation gefährlich. Weil es in den griechischen Flüchtlingslagern nicht genug zu essen gibt, ist ihr geschwächter Körper besonders anfällig für Krankheiten wie Covid-19. Wenn die Kinder und Jugendlichen nicht mehr an Sprachkursen oder anderen Schulungsangeboten teilnehmen können, wird ihr Start in eine neue Zukunft zusätzlich erschwert.

Deshalb unterstützt unser Partner „The Smile of the Child“ die Geflüchteten in den besonders stark betroffenen Regionen Marousi (Vorort von Athen) und Thessaloniki mit dem, was die Menschen in den Lagern momentan am Dringendsten brauchen: Nahrung und Hygieneprodukte. In einem Tageszentrum unseres Partners „Zeuxis“ können Kinder unter den coronabedingten Vorgaben an Kursen teilnehmen und werden zusätzlich psychologisch betreut. So kann den Menschen, die auf engstem Raum leben müssen und Unvorstellbares erlebt haben, in dieser Krise und darüber hinaus geholfen werden.

 

Nahrung und Hygieneprodukte: Es geht darum, Überleben zu sichern. Unser Partner versorgt die Menschen in den Lagern mit lebensnotwendigen Nahrungsmitteln und Getränken. Dringend notwendige Produkte zur Körperpflege wie Shampoo und Seife sollen dabei helfen, die überlebenswichtige Hygiene im Lager einzuhalten, die Anfälligkeit für das Corona-Virus zu verringern und Widerstandskräfte zu stärken. Auch Kleidung, Spiele und Schulsachen für Kinder gibt es auf Wunsch, um die Lebensqualität in den Lagern zu verbessern.

Unterricht und Schulungen: In Workshops erlernen Kinder und Jugendliche die wichtigsten Hygiene- und Verhaltensregeln, um eine Ansteckung mit dem Virus zu vermeiden und bekommen dabei wichtige Informationen über COVID-19. Neben Sprachkursen in Englisch und Griechisch, lernen die Teilnehmer des Tageszentrums die griechische Kultur kennen oder können beim  Basteln im Kunstunterricht für einen Moment ihre Situation vergessen. 

Psychosoziale Hilfe: Viele Menschen in den Lagern sind durch die Erlebnisse auf ihrer Flucht traumatisiert, gerade Kinder. In den überfüllten Lagern leben sie fern ihrer Heimat unter unzumutbaren Hygiene- und Gesundheitsbedingungen. Hinzu kommt die Angst, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Gemeinsam mit unserem Partner bieten wir Familien daher psychosoziale Unterstützung in Beratungssitzungen mit Sozialarbeitern an – natürlich unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen wie Abstandsregeln, Mundschutz und regelmäßigem Händewaschen.

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Gruppenfoto des Infoservice der Kindernothilfe (Quelle: Ludwig Grunewald)

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