Kindernothilfe. Gemeinsam wirken.

Brand im Flüchtlingscamp Moria

Kindernothilfe fordert: "Weitere Geflüchtete müssen aufgenommen werden. Jetzt erst recht."

Brand im Flüchtlingslager Moria (Quelle: Thomas von der Osten-Sacken )
Die Brände haben das überfüllte Flüchtlingslager Moria verwüstet. (Quelle: Thomas von der Osten-Sacken)
(Duisburg, 09.09.2020) Mitten in Europa auf der griechischen Insel Lesbos brennt das völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria. „Es ist beschämend, dass Deutschland bisher erst 465 Kinder aus dieser Hölle aufgenommen hat. Sie leben seit Jahren in ständiger Angst und unter menschenrechtsverachtenden Bedingungen“, so Kindernothilfe-Vorstandsmitglied Carsten Montag, „was muss noch alles passieren, damit wir in Europa endlich handeln. Es ist Zeit, jetzt erst recht.“

Das Feuer verwüstete vergangene Nacht das Lager. Angaben über Verletzte und Tote gibt es bislang nicht. Die Bilder der lodernden Flammen im Camp Moria sind erschreckend. „Die Menschen, darunter viele Mädchen und Jungen, müssen endlich in Sicherheit gebracht werden“, betont Carsten Montag. Täglich leiden sie unter Angst, Gewalt und der entsetzlichen Gesundheitsversorgung sowie den unmenschlichen Bedingungen. Bereits seit Jahren fordern Hilfsorganisationen wie die Kindernothilfe weltweit die Aufnahme der Geflüchteten in sichere Länder.

Vor wenigen Tagen wurden die ersten bestätigten Fälle von Covid-19 im immer noch völlig überfüllten Camp Moria bekannt. Ein Ort mit mehr als 12.000 Geflüchteten, der jedoch nur die Kapazität für 2.800 Menschen hat. Die Wut und Angst der Menschen vor Ort steigt. Sie protestieren gegen die Umstände und die nicht ausreichenden Maßnahmen zur Eindämmung des gefährlichen Virus. Die Hygienebedingungen dort sind menschenunwürdig. Mittlerweile gibt es 35 Fälle. Deshalb setzt sich die Kindernothilfe mit Partnerorganisationen in Griechenland für den Schutz von geflüchteten Kindern ein. Außerdem macht sie sich zusammen mit der National Coalition für eine verbindliche humanitäre politische Lösung zur Aufnahme der geflüchteten Kinder stark.


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Portraitfoto Angelika Boehling (Quelle: Jakob Studnar)

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