Kindernothilfe. Gemeinsam wirken.

Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze 2020 (Bild: Belal Khaled/picture alliance)
(Quelle: Picture alliance/Belal Khaled)

An der griechisch-türkischen Grenze: 

Statt Abschottung brauchen wir eine europäische Politik der Kinder- und Menschenrechte 

(Duisburg/Lesbos, 03.03.2020) Auch durch die Folgen einer völlig verfehlten europäischen Flüchtlingspolitik harren Tausende Kinder und Erwachsene an der türkisch-griechischen Grenze aus. „Es ist einfach unerträglich zu wissen, dass heute Nacht wieder Kinder mit ihren Eltern völlig durchnässt und verzweifelt im Matsch sitzen und darauf hoffen, nach Europa zu gelangen“, sagt Carsten Montag, Vorstand der Kindernothilfe. „Statt einer Abschottungspolitik brauchen wir schnelle Hilfe und eine europäische Politik der Kinder- und Menschenrechte“, so Montag weiter.

In der vergangenen Woche hat die Türkei den EU-Flüchtlingspakt einseitig beendet, nachdem türkische Soldaten bei Luftangriffen in Idlib getötet worden waren. Gleichzeitig hebelt Griechenland die Flüchtlingskonvention aus: Auf den griechischen Inseln leben Zehntausende unter menschenunwürdigen Bedingungen in maßlos überfüllten Flüchtlingscamps. Die Kindernothilfe-Partnerorganisation ‚Stand by me Lesvos‘ berichtet von katastrophalen hygienischen Verhältnissen und hungernden Kindern im größten europäischen Flüchtlingscamp Moria. Bürgerkriegsähnliche Zustände und die Angst vor dem Ausbruch einer Pandemie erhöhen den Druck.

„Die geflüchteten Menschen als Druckmittel der Politik zu missbrauchen, ist absolut verwerflich. Wir verurteilen das aufs Schärfste und fordern unsere Regierung auf, das Vorgehen nicht länger zu tolerieren“, so Montag. „So traurig es ist, eine europäische Lösung für die Flüchtlingsfrage ist nicht in Sicht. Aber die europäischen Partner, die für Humanität und Menschenrechte einstehen, könnten einen Anfang machen und besonders schutzbedürftige Kinder und Erwachsene aufnehmen“, so Montag.

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Portraitfoto Angelika Boehling (Quelle: Jakob Studnar)