Kindernothilfe. Gemeinsam wirken.

Corona: So sieht es aus in unseren Ländern

Auch unsere Partnerländer sind nun ausnahmslos vom Corona-Virus betroffen. Die Folgen der Pandemie haben dramatische Auswirkungen auf die Situation von Kindern und ihren Rechten, aber auch auf unsere Projektarbeit. Der Schwerpunkt dort hat sich verschoben, um die Kinder, ihre Familien und auch unsere Mitarbeiter zu schützen. 

Uns erreichen Nachfragen von besorgten Paten, die gerne wissen möchten, wie es den Patenkindern weltweit geht. Derzeit können wir keine Aussagen zu einzelnen Kindern treffen. Jedoch sind nach jetzigem Stand keine unserer Patenkinder vom Virus direkt betroffen. Die Mädchen und Jungen werden jedoch geschützt durch die Maßnahmen, die bereits in den ersten Projekten gestartet wurden, wie z. B. Aufklärungskampagnen und Verteilung von Seife.

An dieser Stelle können sie lesen, wie es in unseren Partnerländern derzeit aussieht und welche Maßnahmen unsere Partner im Kampf gegen Corona gestartet haben. Wir werden, sobald wir neue Informationen haben, diese Seite aktualisieren.

Um das Coronavirus zu bekämpfen, müssen wir alle gemeinsam handeln. Mit Ihrer Unterstützung können wir unsere weltweiten Projekte weiterführen und Maßnahmen zur Coronaprävention mit unseren Partnern umsetzen.

Kurzfristige Hilfe gegen langfristige Folgen: Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende diese Krise zu überstehen und Kinder weltweit vor Corona zu schützen.  > Jetzt spenden

Afrika

Äthiopien

Aufklärung und Verteilaktionen 

Anfang November galten insgesamt mehr als 95.500 Menschen als infiziert, davon sind fast 55.300 genesen, rund 1.500 sind gestorben. Seit Anfang April war der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Alle Schulen wurden geschlossen, größere Veranstaltungen abgesagt. Die Menschen wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Die für August 2020 angesetzten Wahlen wurden verschoben. Neben der Corona-Pandemie kämpft Äthiopien nun auch mit den Folgen der Heuschreckenplage. Die verlorenen Ernten gefährden die Ernährungssicherheit. 
Unser Partner BBFFCP verteilt Infozettel über das Corona-Virus an die Bevölkerung. Darüber hinaus fahren sie mit Lautsprechern auf Autos durch die Dörfer und informieren die Menschen über Hygienemaßnahmen. Zusätzlich haben sie Seife an besonders arme Familien verteilt. Zusätzlich wurden Nahrungsmittel an zahlreiche Familien verteilt.
Landkarte Äthiopien (Quelle: Ralf Krämer)

Eswatini

Projektmitarbeiter klären auf

Bis Anfang November wurden rund 6.000 Fälle im Land gemeldet, doch die Dunkelziffer ist vermutlich höher. 5.700 Menschen sind genesen, 117 gestorben. Eine Ausgangssperre besteht zurzeit nicht mehr. Neben der Eindämmung des Virus war die größte Herausforderung während der früheren Ausgangssperre die Nahrungsmittelversorgung. Mehr als 300.000 Menschen waren auf Nahrungsmittelverteilung angewiesen. Mehrere Kindernothilfe-Partner verteilten daher Lebensmittel in den ärmsten Regionen. Die Projektmitarbeiter hatten noch im März entschieden, z. B. ihre mobilen Kliniken für Aufklärungsarbeit in Bezug auf das Corona-Virus zu nutzen. In Hygieneschulungen lernten die Menschen, wie sie sich besser schützen können. Während der Ausgangssperre versuchten die Projektmitarbeiter, per SMS mit den Menschen in den Projekten in Kontakt zu bleiben und sie zu beraten. 

Landkarte Eswatini (Quelle: Ralf Krämer)

Kenia

Aufklärung über Corona per SMS

Bis Anfang November haben sich mehr als 57.000 Menschen mit Covid-19 infiziert, rund 38.000 sind genesen, mehr als 1.000 Menschen sind an den Folgen gestorben. Seit Ende März herrscht eine landesweite Ausgangssperre von 23 Uhr bis 4 Uhr. Die Polizei greift hart und mit Gewalt durch, um die Anordnungen durchzusetzen. Ein 13-jähriger Junge wurde von der Polizei in diesem Zuge erschossen. Projektmitarbeiter versuchen dort, wo es geht, die Frauen der Selbsthilfegruppen per SMS über das Corona-Virus aufzuklären. Unser Partner APDK verteilt Lebensmittel, Schutzmasken und Desinfektionsmittel an Familien, die ein Kind mit Behinderung versorgen. 
Landkarte Kenia (Quelle: Ralf Krämer)

Malawi

Hilfe für Straßenkinder

Malawi hat noch relativ wenige bestätigte Covid-19-Fälle – Anfang November lag die Zahl bei 6.000 –, aber die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Mehr als 5.300 Menschen sind genesen, 184 gestorben. Vor allem Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, sind gefährdet, sich anzustecken. Viele von ihnen leiden unter Infektionen und sind geschwächt. Und sie sind nicht informiert über das Virus und seine Übertragungswege. Unser Partner Tikondane geht regelmäßig zu den Straßenkindern, klärt sie auf über das Virus und versucht die Kinder davon zu überzeugen, nach Hause zurückzukehren. In Fällen, in denen das nicht möglich ist, können die Jungen und Mädchen in einem Übergangswohnheim unterkommen, wo sie sich auch besser vor einer Ansteckung mit Covid-19 schützen können. Die Verteilung von Hygieneartikeln, Nahrungsmitteln und Medikamenten übernimmt unser Partner SJOG.
Landkarte Malawi (Quelle: Ralf Krämer)

Ruanda

Lebensmittel und Seife retten Leben

Anfang November lag die Zahl der Infizierten bei fast 5.200, die Zahl der Genesenen bei  5.000, 35 Menschen sind gestorben. Die Regierung Ruandas ordnete zu Beginn der Krise einen kompletten Lockdown des Landes an. Dies traf die ärmsten Familien besonders hart. Sie arbeiten als Tagelöhner. Nun durften sie nicht mehr arbeiten und hatten somit kein Geld mehr, um sich mit Nahrungsmitteln oder Seife zu versorgen. Im schlimmsten Fall bedeutete dies: Menschen würden verhungern. Unser Partner AEE Rwanda verteilte in den ärmsten Gebieten des Distrikts Gasabo Nahrungsmittel (Bohnen, Reis, Haferflocken, Öl) und Seife an 3.740 Kinder, Frauen und Männer. Mittlerweile gilt noch eine nächtliche Ausgangssperre von 23 Uhr bis 4 Uhr. Die Frauen der Selbsthilfegruppen dürfen sich wieder treffen, unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen (Schutzmasken, Abstand halten, Hände waschen). Der Kindernothilfe-Partner CLADHO bemüht sich, den Kontakt zu den Kindern, die Opfer von Kinderrechtsverletzungen wurden, zu halten. Über die Internetseite versuchen die Projektmitarbeiter, weiterhin auf den mangelnden Schutz von Kindern und das Thema Sicherheit für Kinder im Netz zu sensibilisieren. Durch die Schließung von Schulen (mindestens bis Ende 2020) und dem daraus resultierenden Lernen über das Internet, sind Kinder vermehrt Cyberkriminalität ausgesetzt. Die Aufklärung über das Thema findet per TV und Radio statt.
Landkarte Ruanda (Quelle: Ralf Krämer)

Sambia

Risiken identifizieren, Bevölkerung aufklären

Die Zahl der an Covid-19 Erkrankten ist in Sambia noch gering – Anfang November lag sie bei rund 16.500, davon gelten rund 15.700 als genesen, 349 Menschen sind gestorben. Schulen und Universitäten sind immer noch geschlossen. Social Distancing muss eingehalten werden. An allen öffentlichen Orten wurden Waschbecken und Seife aufgestellt. Händewaschen vor Betreten von öffentlichen Einrichtungen ist nun Pflicht. Die Projektmitarbeiter treffen sich mit kleinen Gruppen von Menschen und identifizieren mit ihnen gemeinsam Gefahrenstellen für  die Ansteckung mit Corona, wie z. B. Brunnen, kleine Geschäfte, Güter, die geteilt werden, etwa Fahrräder, Äxte, Wasserschläuche. Per Radio informieren unsere Partner vor Ort die Menschen über das Virus, Ansteckungswege und Hygienemaßnahmen.
Der Kindernothilfe-Partner Africa Directions informiert die Bevölkerung über Videos in den sozialen Medien über das Corona-Virus. Desinfektionsmittel und Schutzmasken werden verteilt, damit die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen zur Schule gehen können.
Landkarte Sambia (Quelle: Ralf Krämer)

Simbabwe

Corona-Aufklärung per Radio und Social Media

Die Zahl der an Covid-19 Erkrankten ist noch sehr gering – Anfang November lag sie bei rund 8.400, rund 8.000 sind inzwischen wieder genesen, 245 Menschen sind gestorben. Ende März wurde auf unbestimmte Zeit ein nationaler Lockdown beschlossen, die Menschen dürfen nur noch Supermärkte, Apotheken und Ärzte aufsuchen. Auch Universitäten und Schulen sind weiterhin geschlossen. Das Militär kontrolliert das Verhalten der Bevölkerung und ist durch Straßenblockaden präsent. Mehrere unserer Partner stellen über Social Media-Kanäle, ihre Websites und Radiospots vor allem Kindern und Jugendlichen Informationen zu Corona zur Verfügung. Beratungsgespräche finden per Telefon oder Videokonferenzen statt. Eltern erhalten Tipps, wie sie die Kinder daheim sinnvoll beschäftigen können. Der Kontakt zu Ministerien und z. B. lokalen Führungspersonen wird gehalten und so wichtige Informationen rund um Corona weitergegeben.

Landkarte Simbabwe (Quelle: Ralf Krämer)

Südafrika

Familien über das Virus informieren

Anfang November waren in Südafrika rund 730.000 Menschen infiziert, davon 660.000 genesen und rund 20.000 an den Folgen von Covid-19 gestorben. Nach einem Lockdown durften Geschäfte mittlerweile wieder öffnen, ebenso ein paar Schulen. In manchen Klassen wurden einige Lehrer und Schüler jedoch positiv getestet. Genügend Test-Kits gibt es aber immer noch nicht. Unsere Partner vor Ort konnten die Familien in den Projekten über das Corona-Virus und Hygienemaßnahmen aufklären. Einige Selbsthilfegruppen haben in ihren Treffen ebenfalls Wissen über das Virus und über Schutzmaßnahmen verbreitet. In Südafrika leben zahlreiche Geflüchtete aus umliegenden Staaten. Diese Familien waren besonders von den wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns betroffen. Unser Partner TLF steht den Familien durch Sozialarbeit auch weiterhin bei, informiert sie über das Corona-Virus und verteilt Nahrungsmittel. Andere Partner improvisieren eine Suppenküche, damit die ärmsten Familien wenigstens eine Mahlzeit am Tag bekommen.

Landkarte Südafrika (Quelle: Ralf Krämer)

Asien

Afghanistan

Hygienemaßnahmen für Bevölkerung

In Afghanistan waren bis Anfang November rund 42.000 Corona-Fälle gemeldet, 34.400 gelten als genesen, mehr als 1.500 Menschen sind gestorben. Die Dunkelziffer wird allerdings weit höher geschätzt, allein schon wegen der Nähe zum stark betroffenen Iran. Die Menschen haben kein Vertrauen in ihre schwache Regierung und das marode Gesundheitssystem. Das führt zu teils dramatischen Szenen, in denen Patienten aus Krankenhäusern fliehen und Personal angreifen. Der Kindernothilfe-Partner SERVE klärt die Menschen im Projektgebiet über Covid-19 auf und welche Hygienemaßnahmen beachtet werden sollten. Unser Partner HAWCA verteilt in Kabul Schutzmasken, Seife, Desinfektionsmittel und Lebensmittel für die Ärmsten der Armen und erreicht damit 2.500 Menschen. Darüber hinaus klären die Projektmitarbeiter die Menschen darüber auf, wie sie eine Ansteckung vermeiden können.
Lankarte Afghanistan (Quelle: Ralf Krämer)

Bangladesch

Aufklärung in Flüchtlingscamps

In Bangladesch hatten sich bis Anfang November mehr als 412.600 Menschen mit Covid-19 infiziert, rund 330.000 sind genesen, fast 6.000 gestorben. Die ersten Erkrankungen in den dicht besiedelte Rohingya-Flüchtlingscamps wurden bestätigt – eine Katastrophe steht bevor. 10.000 Menschen werden von unserem Partner SKUS über Übertragungswege von Covid-19 und Hygienemaßnahmen aufgeklärt. Damit Ärzte und Sozialarbeiter weiter in den Camps arbeiten können, erhalten sie von SKUS Schutzausrüstung, wie Masken und Schutzanzüge.

Landkarte Bangladesch (Quelle: Ralf Krämer)

Indien

Verteilung von Seife, Masken und Nahrung

Bis Anfang November haben sich rund 8,4 Millionen Menschen mit Covid-19 infiziert - davon sind 7,7 Millionen wieder genesen,  rund 124.000 Menschen sind gestorben. Indien steht nach den USA weltweit an 2.  Stelle der Länder, die am schlimmsten von COVID-19 betroffen sind. Dabei hatte die indische Regierung bereits am 25. März die Notbremse gezogen und das öffentliche Leben zum Stillstand gebracht. Die Menschen durften nur für Lebensmittel, Medikamente und bei Notfällen vor die Tür, trotzdem stieg die Zahl der Ansteckungen stetig. Zehntausende Wanderarbeiter versuchten, aus den Städten in ihre Heimatdörfer zu gelangen, und sorgten für eine Verbreitung des Virus bis in die hintersten Winkel des Landes. Mehr als 140 Millionen Menschen verloren zwischenzeitlich ihren Arbeitsplatz, unzählige kämpfen immer noch ums Überleben. 

Die Kindernothilfe-Partner sind seit Wochen in vielen Regionen des Landes unermüdlich im Einsatz: Per Radio und Lautsprecherdurchsagen klären sie über Hygienemaßnahmen auf. Sie verteilen Seife, Masken, Lebensmittel und Infomaterial. Familien, die auf der Straße leben, bekommen Essenspakete. Bei Kindern, die eine Physio- oder Sprachtherapie brauchen, bekommen die Eltern, wo möglich, telefonische Anleitungen von Therapeuten.“ Unsere indische Kommunikations-Koordinatorin Mayuri Datta ist sich sicher: „Der Höhepunkt der Pandemie in Indien ist noch nicht erreicht. Es bleibt viel zu tun. Die Menschen in den Projekten sind dankbar, dass die Kindernothilfe-Partner an ihrer Seite sind.“

 Zum Artikel: Der Hunger ist größer als die Angst vor Corona

Landkarte Indien (Quelle: Ralf Krämer)

Indonesien

Aufklärung, Gesundheitscheck, Telefonberatung

Indonesien verzeichnete Anfang November rund 422.000 Infizierte, mehr als 353.000 Genesene und fast 13.300 Todesfälle. Unser Partner PKPA versucht online und per Telefon Kontakt mit den Kindern und ihren Familien aus unseren Projekten zu halten und ihnen zur Seite zu stehen. Über Fußball klärten Projektmitarbeiter bis vor Kurzem dort, wo das Virus noch nicht ausgebrochen war, Kinder über Corona auf. Unser Partner PKPA verteilte Hygiene-Kits an Frauen aus Selbsthilfegruppen und richtete Möglichkeiten zum Händewaschen ein. Durch Videos und Poster klärte PKPA die Bevölkerung von Nias über das Corona-Virus auf. Die Lockdown-Maßnahmen wurden zum 12.10.2020 gelockert. Es bestehen aber weiterhin Einschränkungen. 

Landkarte Indonesien (Quelle: Ralf Krämer)

Libanon

Hygieneinformationen für Geflüchtete

Im Libanon sind laut Stand Anfang November offiziell rund 85.200 Menschen an Covid-19 erkrankt, rund 44.000 Menschen sind genesen, fast 700 gestorben. Das gesamte Land steht unter Quarantäne. Dies verschärft die Finanzkrise enorm. Derzeit verbreiten unsere Partner vor Ort Hygieneinformationen an Geflüchtete und arme Familien. 155 besonders bedürftige Familien erhalten Nahrungsmittel und Desinfektionsmittel, da sie als Tagelöhner nun kein Einkommen mehr haben und sich weder Essen noch Seife leisten können.

Landkarte Libanon (Quelle: Angela Richter)

Pakistan

Schnelle Aufklärung für die Bevölkerung

Pakistan zählt Anfang November 338.000 Covid-19-Erkrankte. 336.000 Genesene und fast 7.000 Tote. Bereits im Februar starteten die ersten unserer Partner mit der Aufklärung der Bevölkerung zu Corona und wie die Menschen sich schützen können. Es wurden Plakate aufgestellt, Lautsprecherdurchsagen gemacht, Rickschas wurden mit Informationen beklebt und Informationszettel verteilt. Ende März wurden 1.800 Hygiene-Sets verteilt. Diese umfassten Seife, Handtücher und Mundschutz. Über Radio und SMS werden die Menschen weiterhin von unserem Partner RDF über Corona-Maßnahmen und Hygieneanweisungen informiert. Darüber hinaus verteilte RDF 50 mal Schutzkleidung für die Ärztinnen und Ärzte in einem Krankenhaus in Hyderabad. 1.500 Masken stellten sie auch der Polizei zur Verfügung. Unser Partner CUP versorgt Frauen und Kinder, die besonders schwer von der Krise betroffen sind, mit Saatgut, Werkzeugen und Nahrungsmittel, damit sie sich selbst versorgen können.

Landkarte Pakistan (Quelle: Ralf Krämer)

Sri Lanka

Aufklärung für Selbsthilfegruppen

Bis Anfang November haben sich rund 11.800 Menschen sich mit Corona infiziert, 5.500 sind wieder genesen, 23 Menschen sind gestorben. Schulen sind bis auf Weiteres geschlossen. Die Frauen-Selbsthilfegruppen werden genutzt, um Informationen über Hygienemaßnahmen und Social Distancing weiterzugeben.
Landkarte Sri Lanka (Quelle: Angela Richter)

Thailand

Aufklärung über Covid-19

Fast 3.800 Menschen haben sich in Thailand mit Corona infiziert – so der Stand Anfang November. 3.600 Menschen sind wieder genesen, 59 gestorben. Die Regierung hatte Ende März den Notstand ausgerufen.  Die meisten Kindernothilfe-Partner haben mit den Kindern aus den Projekten über Online-Plattformen Kontakt. Ein Covid-Schutzteam verteilt Infomaterial, Masken und Desinfektionsmittel an Kinder in Krankenhäusern. Über die Frauen-Selbsthilfegruppen werden Informationen über die Verbreitungswege und Schutzmaßnahmen gegen das Virus verbreitet.

Landkarte Thailand (Quelle: Angela Richter)

Lateinamerika

Bolivien

Projektarbeit per Ferndiagnose

Bislang haben sich 142.000 Menschen infiziert, 113.000 sind wieder genesen, fast 9.000 gestorben – so das Stand Anfang November. Die seit Ende März 2020 geltenden Maßnahmen wurden gelockert. Seit 1. Oktober 2020 gibt gilt von Montag bis Sonntag eine Ausgangssperre von Mitternacht bis 5 Uhr. Alle Schulen sind immer noch geschlossen, Arbeitszeiten wurden eingeschränkt. Die Projektarbeit kann nur noch eingeschränkt stattfinden. Beratungen finden teilweise per WhatsApp und per Telefon statt. Im kleinen Maße wurden Lebensmittel an bedürftige Familien verteilt. Unser Partner PASOCAP verteilt Lebensmittel, Seife, Desinfektionsmittel und Schutzmasken an 150 Familien.
Landkarte Bolivien (Quelle: Ralf Krämer)

Brasilien

Betreuung von Kindern per Telefon

Brasilien hat sich zum Hotspot in Lateinamerika entwickelt. Nach offiziellen Angaben sind 5,6 Millionen Menschen (Anfang November) mittlerweile an Covid-19 erkrankt. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein. Rund 5 Millionen Menschen sind wieder genesen, rund 161.000 gestorben. Es gibt keine landesweite Ausgangssperre, nur vereinzelt in Bundesstaaten. Schulen, Universitäten und öffentliche Einrichtungen sind geschlossen. 60 % der Gemeinden des Landes mit einer Bevölkerung von rund 34 Millionen Menschen verfügen über keinerlei Beatmungsgeräte, die Hälfte aller Intensivbetten steht in teuren Privatkliniken. Eine zusätzliche Herausforderung: Im Moment gibt es auch eine große Zahl von Infizierungen mit Dengue und H1N1.

In einigen Regionen verteilen unsere Partner Desinfektionsmittel, Seife und Schutzmasken, aber auch Spielzeug, damit sich die Kinder daheim beschäftigen können. Darüber hinaus werden die Menschen über das Virus aufgeklärt. Kinder und Jugendliche werden, wenn möglich, per Telefon oder online betreut. Unser Partner Cedeca Casa Renascer führte einen Online-Workshop durch zum Thema "Kinderrechte in Zeiten von Corona". Jugendliche und andere Interessierte konnten z. B. Fragen zum Thema stellen.

Präsident Bolsonaro spielte die Gefahr des Virus runter, es sei ein "Grippchen", und widersetzte sich öffentlich den Anweisungen des Gesundheitsministerium und der Quarantänevorschriften. Er selbst war positiv auf das Corona-Virus getestet worden.


Landkarte Brasilien (Quelle: Ralf Krämer)

Ecuador

Aufklärung in den Gemeinden

Mehr als 170.000 Menschen (Stand: Anfang November) haben sich in dem kleinen Land mit dem Corona-Virus infiziert, rund 150.000 sind wieder genesen, rund 13.000 gestorben. Die Landesgrenzen sind bis auf Weiteres geschlossen, Einschränkungen im Land werden vom jeweiligen Bürgermeister festgelegt. Schulen bleiben geschlossen. Zum Teil haben die Projektmitarbeiter in den Gemeinden noch Aufklärungsarbeit zu Corona und den wichtigen Hygienemaßnahmen leisten können. Ein Partner stellt selbst Desinfektionsmittel her und verteilt dies im Projektgebiet. In der besonders von Corona betroffenen Stadt Guayaquil versuchen die Psychologinnen und Psychologen unserer Projekte, telefonisch Kontakt zu den Kindern und ihren Familien zu halten, um einen dramatischen Anstieg der häuslichen Gewalt zu verhindern.
Landkarte Ecuador (Quelle: Ralf Krämer)

Guatemala

Schutzmasken und Desinfektionsmittel verteilt

In Guatemala ist die Zahl der Infizierten auf über 108.000 (Anfang November) gestiegen. Rund 100.000 Menschen sind wieder genesen, mehr als 3.700 gestorben. Der Virus breitet sich vor allem in den sehr armen Gebieten aus, wo es an sauberem Wasser und Seife mangelt. In einigen Gemeinden haben unsere Partner vor Ort daher Schutzmasken und Desinfektionsmittel an Risikogruppen verteilt. Auch über das Radio haben Projektmitarbeiter Informationen zu Symptomen und Hygienemaßnahmen verbreitet. Darüber hinaus werden Hygiene- und Präventions-Kits an Straßenkinder verteilt. Sie sind besonders gefährdet, da die hygienischen Bedingungen auf der Straße katastrophal sind. Unsere Partner vor Ort verteilen teilweise auch Lebensmittel an bedürftige Familien. Über Radiospots informieren unsere Partner SADEGUA und ASEDI die Bevölkerung über Covid-19. Die Schulen sind geschlossen.

Landkarte Guatemala (Quelle: Ralf Krämer)

Haiti

Handwaschstationen und Aufklärung gegen Stigmatisierung

Der Schul- und Projektbetrieb wurde weitestgehend wieder aufgenommen. Offizielle Fallzahlen sind weit niedriger als in anderen Ländern. Allerdings kursieren in Haiti auch sehr viele Fehlinformationen zu Infektionswegen und der Bekämpfung des Virus. Fallzahlen liegen Mitte Januar bei 10.781 Fällen seit Beginn der Pandemie. Im Januar 2021 wurde ein leichter Anstieg der Fallzahlen im Vergleich zu den Vormonaten verzeichnet. Es gab 240 COVID-19-Todesfälle.

NGOs wie die Kindernothilfe leisten lebenswichtige Aufklärungsarbeit und bekämpfen damit die Desinformation und Stigmatisierung von Erkrankten. Die Stigmatisierung ging unter anderem so weit, dass lokale Test- und Behandlungszentren von der Bevölkerung boykottiert wurden und Kranke als Unglücksbringer ausgeschlossen wurden. In unseren Projekten erhielten im Jahr 2020 Kinder und Jugendliche Schutzmasken und Unterricht durch viele alternative Methoden. Unsere Partner bauten Handwaschstationen auf und verteilten Desinfektionsmittel, die sich viele Familien nicht hätten leisten könnten. Das Wissen, das in den Projekten vermittelt wird, trägt zu einer  hygienischen Prävention der Viruserkrankung bei. Bei Veranstaltungen und von der Kindernothilfe organisierten Fortbildungen werden lokale Bestimmungen zu Hygienemaßnahmen umgesetzt
Landkarte Haiti (Quelle: Angela Richter)

Honduras

Lebensmittelverteilung für arme Familien

Beinahe 100.000 Menschen (Anfang November) sind mittlerweile in Honduras an Covid-19 erkrankt. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein. Rund 42.000 Menschen sind wieder genesen, 2.700 sind gestorben. Das Land ist arm und hat der Krise nicht viel entgegenzusetzen. Gleichzeitig grassiert das Dengue-Fieber, das Gesundheitssystem des Landes ist völlig überlastet. Eine besondere Herausforderung ist, dass es im gesamten Land nur 100 Beatmungsgeräte und 150 Intensivbetten gibt. Die Krise lässt die Lebensmittelpreise noch weiter steigen, die Menschen in Honduras können sich kaum noch Grundnahrungsmittel leisten. Die Armut wird immer größer. Unser Partner CASM hat Lebensmittel an besonders bedürftige Familien verteilt. Mit den Familien aus den einzelnen Projekten wird der Kontakt über soziale Medien gehalten.
Landkarte Honduras (Quelle: Angela Richter)

Peru

Virtuelle Projektarbeit

Peru wurde vom Corona-Virus hart getroffen. Fast 903.000 Menschen von 32 Millionen Einwohnern sind bereits infiziert (Stand: Anfang November), 831.000 sind genesen, rund 34.500 gestorben. Neben Covid-19 verbreitet sich auch das Dengue-Fieber. Das instabile Gesundheitssystem des Landes wird dadurch stark belastet. Es können lediglich 250 Covid-19-Intensivfälle gleichzeitig versorgt werden. Die Schulen sind geschlossen. Kinder werden per Radio, TV oder Internet unterrichtet. Viele Familien in unseren Projekten verfügen jedoch nicht über die nötige technische Ausrüstung. 
In unserem Projekt für Kinder mit Behinderung werden die Familien virtuell betreut, damit die Kinder auch in der Isolation therapeutische Impulse erhalten und daheim Übungen durchgeführt werden. Darüber hinaus findet eine psychologische Beratung für Familien aus dem Projekt und Teilnehmerinnen des Programms „Asesoria a Emprendedores“ statt, um mit der derzeitigen Situation klarzukommen. Im Vordergrund steht dabei die Vermeidung von Gewalt innerhalb der Familien, die meist auf sehr engem Raum leben und durch die Ausgangssperre einem höheren Risiko häuslicher Gewalt ausgesetzt sind.
Landkarte Peru (Quelle: Angela Richter)

Unterstützen Sie Kinder und ihre Familien weltweit dabei, die Corona-Krise zu überstehen

Im Folgenden haben Sie die Möglichkeit, eine einmalige Spende zu tätigen, die unseren Hilfsmaßnahmen im Kampf gegen Corona zugute kommt. Mit Ihrer Spenden helfen sie, Kinder und ihre Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika mit unseren Präventionsmaßnahmen vor dem Corona-Virus zu schützen.
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