Kindernothilfe. Gemeinsam wirken.

Emma (16) spendet Preisgeld von 500 Euro an die Kindernothilfe

Emma (16) spendete Ihren Gewinn für Bücher in Afghanistan (Quelle: privat)
(Quelle: Privat)
Emma (16) spendete Ihren Gewinn für Bücher in Afghanistan (Quelle: privat)
(Quelle: Privat)

Emma gibt ehrenamtlich Deutschunterricht für junge Geflüchtete in ihrer Stadt. Dort lernt sie einen fast gleichaltrigen Jungen aus Afghanistan kennen, der nie eine Schule besucht hat. Als Emma bei einem Sprachturnier 500 Euro gewinnt, spendet sie das Preisgeld, damit die Kindernothilfe damit Kinderbücher für Mädchen und Jungen in Afghanistan übersetzen lassen kann. Was für eine tolle Idee!

"Als ich klein war, haben meine Eltern mir und meinen Geschwistern oft vorgelesen. Gerne hörten wir Geschichten von der Feuerwehr und Gespenstern, aber auch die vom ängstlichen kleinen Spatzen, der eines Tages froh wurde.

Heute bin ich 16 Jahre alt, gehe auf unser örtliches Gymnasium und helfe in meinen Freistunden in unserer Internationalen Klasse aus, wo Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung Deutsch lernen, um ihren Schulabschluss hier machen zu können. Dabei betreue ich überwiegend Schülerinnen und Schüler, die erst kürzlich mit dem Deutschlernen angefangen haben.

Dort habe ich vor einiger Zeit auch A. kennengelernt, der fast genauso alt wie ich ist. A. kommt aus Afghanistan und ist vor Kurzem mit seinem älteren Bruder nach Deutschland gekommen. Und genau wie ich hat A. mittlerweile das Buch über den ängstlichen kleinen Spatzen auf Paschtu, seiner Muttersprache. Nur lesen kann er es nicht, da er in Afghanistan nie eine Schule besucht hat und demnach auch nie lesen und schreiben gelernt hat.

Weil ich das Glück hatte, in der Schule lesen und schreiben gelernt zu haben, konnte ich vergangenes Jahr auch am Sprachturnier teilnehmen, das vom ortsansässigen Rotary-Club für Schülerinnen und Schüler bei uns in der Region veranstaltet wird. Mit meiner Rede zum Thema „Ungesunde Lebensmittel – muss der Staat eingreifen?“ konnte ich tatsächlich den ersten Platz erreichen, und der war auch noch mit einem Preisgeld von 500 Euro prämiert. Das ist ganz schön viel Geld für eine 16-Jährige nicht nur keine Bücher lesen, er konnte auch an unserer Weihnachtskarten-Aktion nicht teilnehmen, da auch zu Hause niemand seiner Verwandten und Freunde lesen und schreiben kann. Natürlich hatte ich auch vorher schon Berichte über die fehlende Schulbildung in anderen Ländern gesehen und gelesen. So bewusst geworden, wie durch meinen Kontakt zu A., ist es mir aber nie. Und auch wenn ich bestimmt kein großer Fan des Schulunterrichts bin, wurde mir dabei deutlich, was für ein Glück ich eigentlich habe. Damit kann er nicht nur keine Bücher lesen, er konnte auch an unserer Weihnachtskarten-Aktion nicht teilnehmen, da auch zu Hause niemand seiner Verwandten und Freunde lesen und schreiben kann. Natürlich hatte ich auch vorher schon Berichte über die fehlende Schulbildung in anderen Ländern gesehen und gelesen. So bewusst geworden, wie durch meinen Kontakt zu A., ist es mir aber nie. Und auch wenn ich bestimmt kein großer Fan des Schulunterrichts bin, wurde mir dabei deutlich, was für ein Glück ich eigentlich habe.

Weil ich das Glück hatte, in der Schule lesen und schreiben gelernt zu haben, konnte ich vergangenes Jahr auch am Sprachturnier teilnehmen, das vom ortsansässigen Rotary-Club für Schülerinnen und Schüler bei uns in der Region veranstaltet wird. Mit meiner Rede zum Thema „Ungesunde Lebensmittel – muss der Staat eingreifen?“ konnte ich tatsächlich den ersten Platz erreichen, und der war auch noch mit einem Preisgeld von 500 Euro prämiert. Das ist ganz schön viel Geld für eine 16-Jährige.

Ich habe mich nach einigen Überlegungen trotzdem dagegen entschieden, die 500 Euro in Süßigkeiten oder Reisen zu investieren. Stattdessen habe ich ein Projekt bei der Kindernothilfe gefunden, bei dem mit gut 500 Euro Kinderbücher in Paschtu und Dari übersetzt und an Bildungseinrichtungen in Afghanistan verteilt werden. Tja, und das Buch, welches mit meinem Geld übersetzt wurde, war ausgerechnet „Der ängstliche kleine Spatz“. So konnte ich A. jetzt die übersetzte Version zeigen. Lesen kann er sie natürlich immer noch nicht, aber ich hoffe, dass es in Zukunft andere Kinder in Afghanistan gibt, deren Eltern ihnen die Geschichte des kleinen Spatzen vorlesen können, so wie meine Mutter sie uns vorgelesen hat."

Ein riesengroßes, von Herzen kommendes Dankeschön an Emma für diese wunderbare Spende!

Kontakt

Gruppenfoto des Infoservice der Kindernothilfe (Quelle: Ludwig Grunewald)

Info-Service

Telefon: 0203 7789 111

info@kindernothilfe.de

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